Kapitän der Bank: was Felix Kroos wirklich geprägt hat

Shownotes

In dieser Folge von Beat Yesterday dem Garmin Podcast, spricht Host Kai Tutschke mit dem ehemaligen Fußballprofi Felix Kroos über das, was im Sport oft unsichtbar bleibt: den langen und harten Weg bis zum Profi, die Zweifel und die Momente, für die sich alles lohnt.
Felix blickt auf 13 Jahre Profikarriere mit Stationen bei Hansa Rostock, Werder Bremen und Union Berlin zurück und erklärt, warum sich 20 Jahre tägliche Arbeit für einen einzigen Moment gelohnt haben. Es geht um den Umgang mit Rückschlägen und die Bedeutung von Haltung auch dann, wenn man nicht auf dem Platz steht. Im Gespräch geht es außerdem um Führung im Fußball und im Leben, um Ego versus Mannschaft, um Niederlagen als Wendepunkte und darum, warum harte Arbeit abseits der Kameras der wahre Schlüssel zum Erfolg ist. Eine Folge über Durchhaltevermögen, persönliche Entwicklung und die Frage, was wirklich zählt, wenn der Applaus verstummt.

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00:00:02: Das war eine sehr schwierige Phase, weil ich da einen Verein verlassen musste, den ich nicht verlassen wollte.

00:00:09: Ich hoffte auch schon mit siebzehn meine ersten Spiele machen und gleichzeitig dann mit diesem Verein abzusteigen, ist halt das Schlimmste eigentlich, was passieren kann.

00:00:19: Das war der Moment, wofür sich diese, wie alt war ich da, achtundzwanzig, wofür sich diese zwanzig Jahre einfach gelohnt haben.

00:00:28: Zwanzig Jahre für diesen einen Moment.

00:00:34: Das war für mich auch die schwierigste Phase meiner Karriere ehrlicherweise, weil ich war das erste Mal vereinslos.

00:00:39: und arbeitslos.

00:00:40: theoretisch musste mich arbeitslos melden.

00:00:46: Willkommen zu Beat Yesterday, dem Podcast von Garmin.

00:00:51: Mein Name ist Kai Tutschke, ich bin Geschäftsführer von Garmin und spreche im Podcast mit Persönlichkeiten aus dem Sport.

00:00:58: Ein sportliches Ziel zu erreichen ist das eine.

00:01:01: Doch mich interessiert, was passiert eigentlich jenseits der Zielinniere.

00:01:05: Wir sprechen über Triumphe, das Scheitern und das persönliche Wachstum und die großen Veränderungen im Leben.

00:01:14: Mein heutiger Gast ist der ehemalige Fußball-Profi Felix Groß.

00:01:19: Felix ist heute TV-Experte, als Teamchef in der ICANN League aktiv und hat mit seinem Bruder Toni den Podcast einfach maluppen.

00:01:27: Wir sprechen darüber, wie viel harte Arbeit der Profisport bedeutet und warum sich zwanzig Jahre Training für nur einen einzigen Moment lohnen können.

00:01:39: Felix Kroos, herzlich willkommen zum Beat Yesterday Podcast.

00:01:42: Schön, dass du hier bist.

00:01:42: Ich freu mich sehr, vielen Dank für die Einladung.

00:01:44: Felix, du bist dreizehn Jahre Fußballprofi gewesen.

00:01:47: Du hast unter anderem bei Union Berlin gespielt, bei Werder Bremen.

00:01:51: Und hast dann mit dreißig deine Profikarriere an den Nagel gehängt bis heute, aber sehr aktiv im Sport weiterhin.

00:01:58: Auch in der Eichenliege darüber reden wir.

00:01:59: Wir reden über deine Karriere, darüber, was du heute sonst noch machst, auch in sportlicher Hinsicht.

00:02:04: Du bist ja kürzlich dann erst Marathon gelaufen.

00:02:07: Vorab, wir haben gestern gemeinsam das Champions-League-Spiel Bayern München gegen Sporting Lissabon geschaut.

00:02:14: Jetzt habe ich dich vor mir und muss dich natürlich fragen, eine kurze Zusammenfassung, wie fandest du das Spiel?

00:02:18: Ich muss natürlich positiv über den FC Bayern reden, weil ich weiß, dass du da natürlich ein bisschen Fan bist.

00:02:24: Und nein, also insgesamt spielen die Bayern eine sehr gute Saison, das muss man sagen.

00:02:28: Und das hat sich auch gestern gezeigt, obwohl sie jetzt nicht richtig überzeugend gespielt haben, gut gespielt, aber nicht richtig überzeugend, so wie man es von Bayern kennt.

00:02:36: Aber durch diese Stärke, die sie in der Saison auch aufgebaut haben, haben sie auch eine Geduld in so einem Spieler entwickelt.

00:02:41: Und das hat man gestern gesehen, dass sie einfach auch wissen, selbst wenn sie zurückliegen, sie gewinnen die Spiele noch.

00:02:46: Sie haben einfach so einen Glauben an sich selbst und das spürt man dann, das spürt dann auch der Gegner auf dem Platz und das war gestern der Fall.

00:02:51: Geduld, weil sie halt so viele Passoptionen haben, weil sie eine hohe Individuelle Stärke haben, ist das der Grund?

00:02:57: Ja, es hat viele Gründe.

00:02:58: Und ich gucke ja mal eher dann gerade auf, was gegen den Ball passiert.

00:03:01: Weil wenn diese Individualisten, die wirklich am Ball stark sind, die den Ball haben wollen, dann aber auch gegen den Ball arbeiten, wenn sie nicht haben.

00:03:08: Wenn das funktioniert, das ist ein sehr gutes Argument und Beispiel dafür, dass es gut läuft bei den Bayern.

00:03:14: Und mitten Ball können sie alle spielen.

00:03:15: Das haben die nicht verleeren, das werden die nicht verleeren.

00:03:18: Aber wenn sie gegen den Ball arbeiten, wo sie dann auch die Drecks... Arbeit machen.

00:03:22: Das ist immer ein Zeichen, dass es bei Bayern gut läuft.

00:03:24: und das ist der Fall.

00:03:25: und so erarbeiten sich auch Tore und Torschonsen und deswegen läuft es auch dieses Jahr.

00:03:29: und das ist auch ein Erfolg vom Trainer, ehrlicherweise, weil er muss es schaffen.

00:03:34: Ausnahmespieler dazu bekommen, dass sie defensiv arbeiten.

00:03:38: Und wenn du das machst, dann hast du Erfolg beim FC Bayern.

00:03:41: Und er will ja das alle mitarbeiten.

00:03:43: Die Außenverteidiger, die Innenverteidiger, alle müssen mitziehen und für das Team dienlich sein.

00:03:49: Definitiv.

00:03:49: Und er hat aber auch Spieler auf dem Platz, die quasi der verlängerte Arm sind und darauf achten, dass sie mitspielers machen.

00:03:54: Das ist immer nicht nur Traineraufgabe.

00:03:56: Du brauchst auch Spieler auf dem Platz, die das dann mit leiten, mitführen und auch vorleben.

00:04:00: Und das ist ja auch der Fall, dass zum Beispiel ein Kimmig, der das richtig gut gut macht, nicht nur bei Bayern, auch in der Nationalmannschaft.

00:04:06: Solche Spieler brauchen sie auf dem Platz, die es vorleben.

00:04:09: Dann ist es ein Gesamtkonstrukt, das funktioniert.

00:04:11: Und es scheint sehr gut zu funktionieren gerade.

00:04:13: Ja.

00:04:13: Mich freut das her, also gerade weil halt die Mannschaft angekommen zu sein scheint.

00:04:17: Also gerade mit dem Trainer, den hatte er vorher auch noch niemals so richtig auf der Uhr und er hat sich so gut eingearbeitet und ist einfach so ein Handelgein.

00:04:24: Er bringt so diese gewisse Demut schon mit, ne?

00:04:27: Ja, und er lässt die Mannschaft glänzen.

00:04:28: Also ich glaube, da war ein Trainer bei Bayern immer erfolgreich, wenn ein Trainer da war, der eine Gruppe gut führen konnte und die Mannschaft glänzend lässt, die Mannschaftspiele entscheidend lässt und nicht er derjenige ist, der durch eine taktische Besonderheit sagt, ich weißjenige, der Entscheidend für den Sieg war.

00:04:41: Und das funktioniert nicht bei Top-Mannschaften und Top-Spielern.

00:04:44: Und das weiß er selbst, weil er selber ein Top-Spieler war.

00:04:47: Das ist immer schon mal eine wichtige Voraussetzung, gerade bei solchen Top-Mannschaften.

00:04:51: Wir haben auch beste Beispiele für mich und mein Zidane bei Real Madrid.

00:04:54: Da musst du gar nicht irgendwie so der Taktikexperte sein.

00:04:57: Natürlich musst du auch schon wissen, wie du aufstellst und wie du ein Gegner bespielst, aber du musst vor allem die Gruppe führen, die Gruppe an Superstars.

00:05:03: Und wenn du das kannst, Hast du schon mal viel erreicht bei solchen Mannschaften und das kann er, weil er selber das erlebt hat.

00:05:09: und für mich auch ein Erfolgsgeheimnis und er stellt sich nie in den Vordergrund.

00:05:13: Er lässt die Spieler die Star sein, lässt die Spieler die Spieler entscheiden und auch das Auftreten neben dem Platz finde ich super.

00:05:20: Er redet nur über Fußball, die Themen, die es beim FC Bayern automatisch immer noch nebenher gibt, lässt er andere beurteilen und besprechen und das ist genau der richtige Weg.

00:05:29: Das ist wahrscheinlich der Schüssel, also die Stars gut zu führen, so dass sie sich gut einbringen, auch als Führungsspieler und dann auf der anderen Seite die Nachwuchsspieler, die viel Potenzial haben, so zu motivieren, sie mitzunehmen, dass sie auch gleich früh erkennen, dass sie eine große Rolle haben.

00:05:43: Sieht man beim Lerner Karl Wunderbar, mit welchem Selbstvertrauen er mit siebzehn Jahren schon aufläuft, das ist schon sehr beeindruckend.

00:05:49: Der Trainer sicherlich auch die ganze Mannschaft, aber insbesondere der Trainer viel dazu beigetragen.

00:05:55: Ja, auch da hilft, glaube ich, die persönliche Erfahrung, weil er war selbst ein Spieler, der sehr jung seine ersten Profispiele gemacht hat.

00:06:00: Das ist wirklich auch mit siebzehn, glaube ich, sechzehn fast sogar, wenn ich mich richtig erinnere.

00:06:04: Und dann hast du ein Gefühl dafür.

00:06:05: Dann weißt du auch, es ist der richtige Moment.

00:06:07: Natürlich braucht der Junge oder brauchen die Jungs Qualität.

00:06:09: Das ist klar, gerade beim FC Bayern, um da jetzt auch schon regelmäßig zu spielen.

00:06:13: Aber die bekommen sie dann auch nur, wenn sie diese Einsätze bekommen, diese Erfahrung sammeln.

00:06:16: Und wenn du dann einen Trainer hast, der das selbst erlebt hat auch, das ist so viel wert.

00:06:21: Und ja, dann ist es auch wieder so, dass du eine Gruppe dann gut fühlst, wenn jeder das Gefühl hat zumindest, dass er zu seinen Einsätzen kommen kann.

00:06:30: Und das gibt ja ja auch allen, weil natürlich hast du dann immer einen Kern von drei, zehn, vierzehn Jungs, die ja auch in den wichtigen Spielen gerade mal spielen.

00:06:37: Aber alle haben das Gefühl, ein Teil davon zu sein und dann funktioniert auch eine Kabine.

00:06:41: Ja, so ist es in der Unternehmung eigentlich auch.

00:06:43: Also wir sagen dazu Server Leadership, also dass wir mit unseren Mitarbeitenden immer auf Augenhöhe sind, genau zuhören, auch die Empathie mitbringen, um halt auch die Motivation zu verstehen.

00:06:53: Weil du musst ja auch Menschen unterschiedlich führen.

00:06:55: Das ist im Fußball so, das ist im Unternehmen so, weil die Menschen unterschiedliche Stärken Schwächen mitbringen.

00:07:01: Und man kann dem Team dann sehr viel erreichen, wenn man aber bereit ist, da auch ganz genau zuzuhören und hinzugucken.

00:07:07: Und ich finde, das macht der Kompany ganz, ganz toll und mich freut es sehr, dass die Mannschaft sich so gut entwickelt hat.

00:07:12: Ja, und vor allem schaffst du dafür eine Basis für schlechte Zeiten, wenn es mal nicht läuft.

00:07:15: Und auch das wird ja kommen, wenn eine Saison ist lang, ein Geschäftsjahr ist lang und es gibt immer Phasen, wo es da nicht so läuft, wenn du vorab eine Basis geschaffen hast.

00:07:22: menschliche, dann überstehst du diese Phasen leichter und kommst auch schneller wieder raus.

00:07:26: Und diese Grundlage haben sie auch jetzt.

00:07:28: Und ich glaube, das ist entscheidend dann auch für so eine lange Saison, weil sind wir ja auch ehrlich, es ist schön und gut, jetzt in Topform zu sein.

00:07:36: Aber das musst du halt auch im April und im Mai.

00:07:38: Und vielleicht kommt bis dahin mal eine Phase, wo es nicht läuft, was vielleicht auch gut ist, weil wenn du dann wieder rauskommst und dann hast du auch diese Basis, dass du es schaffen kannst.

00:07:47: Dann ist es vielleicht auch genau richtig, dann im Mai auf dem Pick zu sein.

00:07:51: Ja, und da zeigen sich dann auch die wirklichen Qualitäten und wer dann auch zu der Mannschaft steht und wer auch weiterhin das Vertrauen gibt.

00:07:57: Jetzt reden wir mal über dich.

00:07:59: Du bist ja auch Profi-Fußballer gewesen.

00:08:00: Felix, warum hast du denn angefangen, Fußball zu spielen?

00:08:03: Ich bin froh, dass du mir diese Frage stellst, weil viele mittlerweile die Frage stellen, warum hast du so früh aufgehört?

00:08:10: Ja, ich habe eigentlich angefangen mit Fußball spielen, wie jeder andere Junge, wie anderes Mädchen einfach raus auf dem Hinterhof Ball genommen und gegen die Wand geschossen.

00:08:18: Da war nicht mal ein Tor da, aber es hat einfach Spaß gemacht.

00:08:20: Und ich glaube, erstmal grundsätzlich ist das ja auch, weil ja Fußball irgendwie die Nummer einsportart ist und alle da irgendwie ein Bezug zu haben.

00:08:27: Weil jeder weiß, ich könnte mir jetzt einfach einen Ball nehmen und spielen.

00:08:29: Es kann jeder.

00:08:29: Egal wie gut, wie schlecht.

00:08:31: Jeder kann einen Ball nehmen und du brauchst nur eine Wand, wo du den Ball gegen schießen kannst.

00:08:34: Und so habe ich auch angefangen.

00:08:35: Und ich glaube, als junger Mensch, wenn man dann relativ schnell merkt, dass man das ganz gut kann oder besser als andere und dass irgendwo ein bisschen erfolgreich ist in den Heimatverein, wo man dann spielt und man seine Tore schießt und Erfolg gefeiert, dann bleibt man da dran.

00:08:51: Das war grundsätzlich immer ein großer Spaß.

00:08:53: Wir hatten eine Familie, die das komplett gefördert hat.

00:08:56: Also da rede ich nicht nur von den Eltern, auch die Großeltern, die haben uns zu jedem Dorfspiel begleitet, zu jedem Training.

00:09:02: Irgendeiner ist immer gefahren, irgendeiner hat uns immer gefahren.

00:09:04: Es war immer jemand da, wir hatten eine große Unterstützung und wir hatten Spaß, Unterstützung und Spaß und haben frühzeitig auch gewisse Erfolge gehabt, was aus einem Selbstvertrauen natürlich fördert in den jungen Jahren.

00:09:17: Dann geht man ohne nachzudenken, geht man diesen Weg weiter.

00:09:19: Also es ist völlig normal, einfach jeden Tag rauszugehen und Fußball zu spielen.

00:09:23: Und ich finde auch, dass es ein bisschen abhanden gekommen ist heutzutage.

00:09:27: Ich glaube, es gibt auch eine Statistik, wo man den Vergleich hat zwischen Frankreich und Deutschland, wie viele Stunden junge Menschen auf dem Bolzplatz verbringen.

00:09:35: Und die ist in Frankreich wirklich extrem höher.

00:09:39: Und dadurch gibt es da auch eine Masse an Talenten, die wir aktuell vielleicht nicht so haben.

00:09:43: Und da muss man sich überlegen, wie man den Zugang auch dazu schafft, dass die Jungs einfach wieder rausgehen und frei Fußball spielen in einem gewissen Alter.

00:09:49: Und das durften wir damals.

00:09:50: Und das versuche ich dann auch irgendwo, um jungen Menschen heutzutage zu vermitteln.

00:09:54: Geht einfach raus, nimmt euch ein Ball und spielt ohne nachzudenken.

00:09:58: ist es die Frage der Möglichkeiten, weil Kinder haben ja eigentlich so diesen Drang, sich zu bewegen in sich.

00:10:03: Also die wenigsten Kinder wollen nur zu Hause sitzen, sondern die wollen rausgehen und Spaß haben.

00:10:07: und wenn dann der Wand ist und ein Fußball vor einem liegt, dann wird gekickt und das sieht man ja sehr viel und das ist ja auch gut so.

00:10:14: Sind die Standards mittlerweile so hoch bzw.

00:10:18: orientieren sich Kinder zu früh an Weltstars über soziale Medien und so weiter?

00:10:23: um dann vielleicht vom Sport wieder wegzugehen, wenn sie merken, naja, ich kann jetzt kein Messi werden.

00:10:29: Ich kann jetzt nicht der Superstar werden.

00:10:31: Also, Mario, irgendwas anderes, es reicht ja eh nicht.

00:10:33: Ich glaube, das Grundsätzliche, was heißt Problem, aber das Verständnis dafür zu haben, dass diese Geschichten von den Superstars, die man heutzutage, wo man leichter Zugang zu hat durch Social Media und weiter, Man sieht die Highlights.

00:10:47: Man kann sich überall Highlights anschauen, aber wie diese Superstars da hingekommen sind, das sehen sie nicht.

00:10:51: Und das ist die tägliche

00:10:52: harte Arbeit.

00:10:53: Tägliche harte Arbeit, auch seit frühem Alter an und das auch durchzuziehen.

00:10:58: Und diese Arbeit, sage ich mal, im Maschinenraum, die man nicht sieht, wo keine Kamera dabei ist.

00:11:04: Das sieht man halt nicht, aber das ist das grundlegende, um überhaupt dahin zu kommen, was das für eine Arbeit ist.

00:11:08: Und das Verständnis haben halt dadurch viele nicht, weil sie nur die Highlights sehen.

00:11:12: Und ein Highlight ist auch ein Spiel am Wochenende von Achtzigtausend.

00:11:15: Aber der Weg dahin ist so lang und so hart und von auf und ab geprägt und vom harten Training.

00:11:21: Und das müsste sichtbarer werden, damit früh auch ein Verständnis dafür entwickelt wird, warum diese Jungs da sind, wo sie sind.

00:11:27: Und Christiano Ronaldo war wahrscheinlich nicht das größte Talent.

00:11:33: Der ist nicht Weltfußballer geworden, weil er das größte Talent war.

00:11:35: ... in Fußball investiert hat, an Arbeit auf und neben dem Platz.

00:11:42: Das ist das.

00:11:43: Und das müsste man noch öfter ans Licht drücken, ... ... was da für eine Arbeit dahinter steckt.

00:11:47: Und wir reden von den Topstars.

00:11:49: Ich habe, sag ich mal, ... ... eine durchschnittliche Bundesliga-Karriere erlebt.

00:11:55: Wenn mir die Form vor euch diese Karriere hatte, ... ... die jemand so hingelegt hätte, ... ... hätte ich sofort unterschrieben, ... ... weil das war mein Traum, Bundesliga-Spieler zu werden.

00:12:02: Und das schaffen wir halt die wenigsten.

00:12:04: Und was da dazugehört hat, um das dahin zu schaffen, ist sehr viel Zeit, die man investiert hat.

00:12:09: Man hat irgendwo seine Jugend aufgegeben, wenn man Geschichten von anderen hört.

00:12:12: Und das versuche ich dann auch weiterzugeben, weil dieser harte Arbeit abseits der Kameras ist das, was einen da eingebracht hat.

00:12:20: Es ist bei dir auch so gewesen, also du hast ja herausgestellt, dass dir der Fußball so viel Spaß gemacht hat, dass du so viel Unterstützung bekommen hast von zu Hause, von deinen Eltern und von deinen Großeltern.

00:12:30: Also das Vertrauen und die Motivation war da, aus dem Elternhaus, denke ich auch, dass das enorm wichtig ist.

00:12:36: Es ist halt nicht immer der Fall, also es gibt ja auch dann sehr präsente Eltern, die dann auch die Kinder drängen und in der Regel klappt es da nicht, wenn man halt nur für andere gut sein will.

00:12:46: Man muss es ja für sich selbst wollen, weil man dann auch die Liebe zum Sport hat.

00:12:50: und wenn man merkt, ich kann das auch erreichen, wenn ich halt möchte und wenn ich halt diszipliniert arbeite.

00:12:54: Du hast Ronaldo gerade gesagt, der hat halt auch extrem viel gearbeitet.

00:12:58: und wie ist das bei dir gewesen?

00:12:59: Du hast dann in Greisfalz richtig angefangen Fußball zu spielen.

00:13:03: Ja, mit deinem Bruder dann auch zusammen.

00:13:05: Und wie war dann der Weg zu dem Punkt, an dem du festgestellt hast?

00:13:09: Ja, das macht dich nur viel Spaß, sondern das kann auch noch mehr werden.

00:13:12: Ja, ich versuch das oft zu reflektieren.

00:13:14: Wann so der Zeitpunkt war, wo man wirklich mal ernsthaft darüber nachgedacht hat, weil irgendwie hat man alles automatisch einfach gemacht, weil das war wie normal Fußball zu spielen.

00:13:21: Das war normal.

00:13:23: Fast schon leider immer zu gewinnen, weil wir waren immer besser als die anderen.

00:13:26: Also in der Jugend haben wir alles kaputt geschossen.

00:13:28: Also wir haben wirklich leicht Spiele gewonnen.

00:13:30: und fragt mich so im Nachhinein, ob vielleicht es gut gewesen wäre, vielleicht nochmal der ein oder andere Widerstand mehr in dem Alter schon dabei gewesen wäre, wo es nicht so steil aufging, dass auch mal mal so ein Tief kam, das gab es gefühlt irgendwie gar nicht.

00:13:42: Und deswegen ist da so ein Automatismus reingekommen, wo man relativ früh das Gefühl hatte, ja, wir schaffen das.

00:13:47: Wir wären Profi, weil das läuft ja irgendwie die ganze Zeit als Kind oder als Jugendlicher, denkst du ja gar nicht so viel drüber nach.

00:13:53: Dann sind wir ja mit, ich war elf, Toni zwölf, nach Rostock gegangen, was ja schon so für Meegnuk Faubhaubmann einfach das Größte war.

00:14:01: Von Greifswald nach Rostock war ein Riesenschritt schon, weil es dann ein Bundesliga-Verein auch war.

00:14:05: Und wenn du dann in einem Bundesliga-Verein im Nachwuchs spielst, hast du schon mal so diesen ersten Gedanken, okay, wenn ich jetzt hier ein paar Jahre älter bin, dann spiele ich da in dem großen Stadion, wo ich dann jedes Woche eine Sitzung mir die Spiele anschaue.

00:14:17: Und das war irgendwie so gefühlt, so ein natürlicher Weg, der gar nicht so groß vom Widerständen geprägt war.

00:14:22: Und auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite sage ich, vielleicht dieser eine oder andere Widerstand mehr hätte auch gut getan.

00:14:29: Warum?

00:14:30: Ja, weil ich da lerne zwar meistens aus, das habe ich ja dann relativ schnell gemerkt.

00:14:33: Ich bin in meiner zweiten Saison mit achtzehn Jahren, bin ich das erste Mal abgestiegen, aus der zweiten Liga abgestiegen in die dritte Liga.

00:14:42: Und ja, das war ja mein Jugendverein, mein Herzensverein, auch wo ich Fan war von.

00:14:47: Und dann spielst du da, was schon mal ein großer Traum war, der in Erfüllung gegangen ist, aber steigst dann mit diesem Verein ab, der dir so nahe liegt und nahe geht.

00:14:55: Und das kannte ich nicht.

00:14:57: Also so eine große Niederlage kannte ich nicht.

00:14:59: Natürlich war ich jetzt als achtzehnjähriger nicht unbedingt verantwortlich damit, aber ich war in der Mannschaft.

00:15:05: Hab da sehr mit zu kämpfen gehabt, weil ich wie gesagt diese Widerstände nicht so richtig kannte, weil bis dann irgendwie alles back aufging.

00:15:11: Und wenn du das vielleicht vorher schon mal erlebt hättest, wärst du da auch anders mit umgegangen.

00:15:15: So, natürlich war es dann im Nachhinein Erfahrung, es hat mich geprägt auf den Rest der Karriere.

00:15:20: Weil ich wusste, okay, das will ich nicht nochmal erleben, da kämpfe man dann gegen an.

00:15:23: Aber ich glaube schon, dass vielleicht in dem Moment das auch gut gewesen wäre, wenn man vorher schon mal irgendwo einen Widerstand gehabt hätte.

00:15:31: Also ist das dann nicht so gewesen, dass du Rostock nur für dich als erste Station gesehen hast und dann seid ihr abgestiegen und in deinem Kopf war die ganze Zeit okay, ich spiele jetzt hier und dann steigen wir ab, aber mein Traum ist ein ganz anderer.

00:15:44: Mein Traum sind die großen Vereine, die Weltvereine und so weiter, weil es ist super sympathisch.

00:15:49: Also wenn du sagst, ja also Rostock, ich wollte da immer spielen und dann sind wir abgestiegen und das war so der erste Dauner in meinem Fußballleben eigentlich.

00:15:57: Ja

00:15:57: ich war vom Kind an, weil ich Rostock fände.

00:15:59: Das war so der Verein in der Region.

00:16:01: und da wächst man irgendwie mit auf und das war so in meinem Herzen drin und es war halt diese Freude und Trauer.

00:16:07: Ich freute, dass man da Profispiele machen durfte.

00:16:10: Ich durfte auch schon mit siebzehn meine ersten Spiele machen und gleichzeitig dann mit diesem Fein abzusteigen ist halt das Schlimmste eigentlich, was passieren kann.

00:16:18: Jetzt ist es so, dass ich dann auch in dem Sommer nach dieser Saison gewechselt bin nach Bremen, aber das hat ... Dann auch wirklich Karrieretechnische Gründe gab es.

00:16:28: Das ist so der nächste Schritt, den man dann macht und natürlich den Verein mit dem Abstieg zu verlassen ist natürlich doppelt bitter.

00:16:35: Du hast gesagt, wir haben damals alles kaputt geschossen und wir waren nicht aufzuhalten.

00:16:39: Wie ist denn so euer Alltag gewesen?

00:16:41: Also Schule und dann sofort aus der Schule beigenommen und dann Vollgas jeden Tag, sieben Tage?

00:16:45: Ja,

00:16:46: es gab wirklich nichts anderes.

00:16:47: Also es war, ich hab so Flashbacks manchmal, das war auch vor ein paar Tagen auch, dann bin ich nach Hause gefahren und sehe so am, war schon dunkel, jetzt wird es ja früh dunkel zu der Jahreszeit und sehe dann so zwei Jungs Basketball spielen.

00:16:58: Ich sag genau das waren wir, haben halt Fußball gespielt, aber genau das waren wir gar, ob es hell oder dunkel war, ob spät oder früh war.

00:17:04: Wir waren draußen und haben gespielt.

00:17:06: Und ich fand das so schön zu sehen, dass es einfach noch Jungs auch gibt oder Jungs und Mädels, die dann... Es ist dunkel draußen, die haben kaum was gesehen und trotzdem auf den Kopf geworfen.

00:17:14: So, das war so schön zu sehen.

00:17:15: Das hat mich sofort erinnert daran, wie wir damals einfach jede freie Sekunde genutzt haben, um Fußball zu spielen.

00:17:21: Und ja, wir haben uns irgendwo immer ein Tor gesucht, haben die Mutter ins Tor gestellt und haben drauf geschossen.

00:17:26: So, das war... Die haben auch... Die haben alles mitgemacht, die Eltern.

00:17:30: Die waren immer dabei und das... Das waren im Endeffekt, wenn man dann rückschaut, ja Profi-Karriere toll, aber irgendwie waren das trotzdem die schönsten Zeiten.

00:17:38: Deine

00:17:38: Mutter war ja auch Profi-Sportlerin, richtig?

00:17:40: Die war Badminton, war DDR-Meisterin.

00:17:43: Und die sind noch aktiv?

00:17:44: Ja, sie sagten mir, die Schulter macht nicht mehr mit, aber wenn sie dann spielt, dann sieht das nicht nach Schulter-Problem aus, also die ist schon noch fit.

00:17:50: Ja, wir sind ja in der Badminton-Halle groß geworden.

00:17:51: Das wissen viele gar nicht, dass wir so ein Alter von vier, fünf Jahren, unser Onkel auch Badminton-Trainer war, unsere Cousins haben zweite Liga-Badminton gespielt.

00:18:00: Wir sind in der Batman-Halle groß geworden, da sind wir auch wirklich oft gewesen, haben viel gespielt und haben teilweise, als wir dann neun, zehn waren und schon im Verein Fußball gespielt haben, immer noch so nebenbei Batman-Toniere gespielt und die auch gewonnen.

00:18:12: Das haben wir auch nicht verlernt.

00:18:14: Und das war aber keine Karriereoption für euch.

00:18:16: Vielleicht vom Batman dann auf Tennis zu kommen oder andere Rückschlagsporten?

00:18:20: Nein, das hat, glaube ich, der Vater nicht zugelassen.

00:18:22: Er hat uns relativ schnell zum Fußball geschickt, weil er da auch gesehen hat, dass es ganz gut klappt.

00:18:26: Und für mich war mal, ich habe in der Tennis-Halle, in der Batman-Halle, wo wir gespielt haben, stand immer so eine Vitrine.

00:18:32: Da waren auch ganz wenige kleine Pokale drin und ich kannte aus dem Fußball nur diese großen Pokale und gesagt, ich will große Pokale.

00:18:39: Und deswegen war das relativ schnell erledigt.

00:18:41: Ja, die größte der Pokale, es ist ja wirklich ein entscheidender Faktor.

00:18:44: Ja,

00:18:44: das kann ich nachvollziehen.

00:18:46: Und habt ihr euch beide dann immer gegenseitig motiviert?

00:18:48: Du und Tony ihr seid eh nicht alt, ihr seid ein Jahr auseinander glaube ich.

00:18:52: Habt ihr euch gegenseitig immer gepusht oder braucht ihr das gar nicht?

00:18:55: Weil du einfach so viel Motivation alleine schon in dir hattest und gesagt hast, ich muss jede freie Minute Fußball spielen oder wie war das so?

00:19:01: im Zusammenspiel mit deinem Bruder.

00:19:03: Wir haben uns in den Verein, wo wir immer extrem unterstützt waren, aber im privaten ging es um Leben und Tod.

00:19:08: Wir haben alles zum Wettkampf gemacht, also jede Kleinigkeit.

00:19:10: Also klassische

00:19:11: Brüder.

00:19:12: Ja, also das war wirklich, also jegliches, haben wir uns Sachen ausgedacht, das kann man sich gar nicht vorstellen.

00:19:19: Also das war auf Leben und Tod und das bis heute so.

00:19:21: Wenn wir uns sehen, dann gibt es immer irgendwas, was wir spielen oder irgendeine Challenge und so.

00:19:26: Und da geht es nicht darum Spaß zu haben, da geht es darum zu gewinnen, egal was es ist.

00:19:30: Das wird sich, glaube ich, auch nicht mehr ändern.

00:19:32: Das waren auch einiges.

00:19:33: Es war wirklich komplett wild, was wir da gemacht haben.

00:19:37: Rastling sind da von Schränken gesprungen und keine Ahnung was.

00:19:39: Das war auch schon auch schön.

00:19:42: Und jetzt habt ihr auf dem Platz den übertragen?

00:19:44: Ja, definitiv.

00:19:46: Also diese Ehrgeiz war irgendwie gefühlt immer da.

00:19:48: Den haben wir uns in eins gegen eins selbst geholt, zu Hause im Privaten aber auch.

00:19:52: Und wir waren es halt gewohnt zu gewinnen, was wir gesagt haben.

00:19:55: Man hat es persönlich genommen, wenn man mal verloren hat.

00:19:57: Und das gehen, glaube ich, beiden uns auch bis zum Ende der Karriere so.

00:20:02: Und das hat dich dann zu Werder Bremen gebracht.

00:20:05: Du hast gesagt, du hast dann halt den nächsten Karriere-Schritt gewählt und hattest, glaube ich, auch eine richtig gute Zeit im Bremen, oder?

00:20:13: Ich sage immer so, ja, ich bin in der Zeit erwachsen geworden, stimmt glaube ich, aber nicht, weil ich dann auch schon irgendwann mit dem XXV nach Berlin gegangen bin, aber die sechs Jahre im Bremen oder fünf und ein halb waren es am Ende.

00:20:23: Das erste Mal von zu Hause weg war schon so.

00:20:25: dieser erste große Schritt, nicht mehr so diese familiäre Nähe zu haben, war für mich ein großer Schritt.

00:20:31: Tony hat es dann mit den Sechzehn schon gemacht, als er nach München gegangen ist.

00:20:33: Ich konnte in dem Alter auch wechseln, hatte da auch Angebote, aber ich wollte noch nicht von zu Hause weg, bin dann mit neunzehn weg.

00:20:39: Und das war so dieser erste große Schritt und bin dann zu einem Verein gekommen, der Champions League noch gespielt hat zu dem Zeitpunkt.

00:20:44: Also ich durfte ja auch in der ersten Saison mein erstes Champions League Spiel machen.

00:20:48: Und das war eine ganz andere Größe.

00:20:50: Also da musste ich auch erst mal klarkommen vom Verein her.

00:20:52: Aber dieser Verein ist wirklich sehr familiär, sehr tolle Menschen, die bis heute da auch arbeiten.

00:20:57: Was mich auch sehr freut immer wieder, wenn ich da bin, dass man Leute aus der Zeit auch noch wieder trifft und dass dieser Verein hat mir sehr geholfen, irgendwie in diesem noch größeren Profigeschäft anzukommen.

00:21:09: hatte mit Thomas Schaf eine Trainer-Legende.

00:21:12: Wirklich die ersten drei Jahre im Bremen.

00:21:14: Es war auch sehr wertvoll.

00:21:17: Auch da freue ich mich immer wieder, den Heute wieder zu sehen, auch über die Zeit zu sprechen.

00:21:21: Und Bremen ist zum Zuhause geworden irgendwie.

00:21:24: In diesen fünf und ein halben Jahren.

00:21:25: Ich ziehe jetzt auch im nächsten Jahr wieder zurück nach Bremen.

00:21:28: Meine Frau kommt von da, die ich da kennengelernt habe auch.

00:21:31: Und das hat eine große Bedeutung für mich diese Stadt und dieser Verein auch.

00:21:35: Also da habe ich eine sehr große Bindung zu und deswegen war das eine sehr besondere Zeit.

00:21:39: Ich durfte meinen Champions League Spiel machen.

00:21:41: Mein erstes, mein erstes Bundesliga-Spiel sind dann am Ende ein paar mehr geworden im Bremen und habe viele tolle Menschen da kennengelernt.

00:21:48: Und das ist auch das, was ich immer sage.

00:21:52: Natürlich der eine gewinnt irgendwie zwei in dreißig Titel.

00:21:54: Meine Titel sind diese Verbindungen, die geblieben sind zu den Menschen, die da sind.

00:21:59: Und ob es jetzt bei Union ist oder bei Werder.

00:22:02: Ich komme da hin und freue mich die Menschen zu sehen.

00:22:04: Die freuen sich teilweise auch mich zu sehen.

00:22:06: Und das ist einfach schön, dass diese Verbindungen bleiben.

00:22:09: Ja, das ist schön zusammengefasst.

00:22:11: Und das ist ja auch eigentlich das, worauf es ankommt.

00:22:13: Also ganz egal, welche Karriere man vor sich hat und welchen Weg man wählen.

00:22:17: Man macht das ja nie alleine, sondern immer gemeinsam mit anderen Menschen.

00:22:20: Und seit jetzt in Unternehmen oder wie gesagt im Sport.

00:22:22: Und wenn man dann so zurückblickt, so wie du und sagt, ja, das war eine richtig gute Zeit und das ist geblieben.

00:22:28: Besser hätte es ja eigentlich gar nicht laufen können.

00:22:30: Ja, definitiv.

00:22:31: Und das... ist in allen Bereichen so.

00:22:34: Also nicht nur bei den Vereinen.

00:22:35: Ich finde, wenn wir auch über Trainer-Mannschaft-Feldendes gesprochen, diese menschliche Basis, die hilft dir einfach dann mal durch schwere Zeiten zu kommen.

00:22:42: Wenn du die nicht hast, dann wird es umso doppelt schwierig, wenn du schwierige Phasen hast.

00:22:45: Und ich finde, das ist immer die Basis für alles.

00:22:48: Absolut, also in Bremen hast du dich richtig wohlgefühlt.

00:22:51: Du hast ein klassischer Achter, oder?

00:22:52: Du hast im Mittelfeld gespielt.

00:22:54: Also ich war ja eigentlich Stürmer, in der Jugend immer Stürmer.

00:22:58: Ich habe dann ein paar Tore mehr auch gemacht als im Profi-Bereich, aber da habe ich wirklich alles zerschlossen.

00:23:02: Dann war ich in Rostock auch noch Stürmer.

00:23:04: und sobald ich nach Bremen gekommen bin, Thomas Scharf hat irgendwas erkannt in mir und gesagt, er muss im Mittelfeld spielen.

00:23:09: Und dann ist es ja oft so, dass du als junger erst mal damit überhaupt Einsätze bekommst, du wirst ja überall hingestellt und du akzeptierst ja auch alles was du sagst, ich will einfach nur hier Bundesliga spielen, alles gut, ich spiele auch links hinten, wenn du willst.

00:23:18: Und da habe ich teilweise sogar ein Rechtsmittelfeld gespielt und so weiter, mich hat es immer ins Zentrum gezogen und irgendwann war ich dann acht da, genau, teilweise auch sechs da gespielt, kam immer darauf an, wie dann so die Spielausrichtung vom Trainer war.

00:23:29: Aber so Zentrum war dann schon mein Ding und da bin ich dann auch nicht mehr weggegangen, den Rest meiner Karriere.

00:23:34: Wie würdest du deine Qualität zusammenfassen?

00:23:37: Was hat dich besonders gemacht als Spieler auf der Position?

00:23:40: Ich

00:23:40: glaube, dieses Vorausschauende, dieses Spielübersicht, Situation zu erkennen, bevor sie passieren.

00:23:47: Darauf dann schon zu reagieren.

00:23:49: Spielübersicht am Ball, aber ich habe auch über die Jahre gelernt, wirklich gut zu verteidigen.

00:23:53: Und auch, dass durch Vorausschauenden ist.

00:23:56: Es gibt immer Vorausschauende, sagen wir viele Jahre, der hat eine Übersicht, der weiß, wo er den nächsten Passen spielt.

00:24:00: Aber es ist auch vorausschauend, wenn du weißt, wo der Gegner den nächsten Pass hin spielt.

00:24:04: Und dafür habe ich auch ein Gefühl, relativ gut zu entwickeln.

00:24:06: Das brauchst du im Zentrum auch, weil das ist einfach diese Verbindungsposition zwischen defensiver und offensiver.

00:24:12: Und da ein Gefühl für zu entwickeln auch, wann gehe ich mit nach vorne und gebe die Position auf?

00:24:17: Wann halte ich diese Position, obwohl die Möglichkeit da wäre?

00:24:21: Einfach ein Gefühl für Spielsituationen.

00:24:23: Das war so das, was ich hatte.

00:24:25: Wenn die Leute Heute dich immer noch gerne sehen in Bremen, dann bist du wahrscheinlich auch einer gewesen, der halt sehr Mannschaftsdienung gewesen ist und immer mitgeackert hat, oder?

00:24:35: Bist du einer gewesen, der nach hinten, nach vorne überall mitgearbeitet hat, wo du gerade gebraucht wurdest?

00:24:41: Ja, definitiv.

00:24:42: Also für mich immer das Teamstand immer an erster Stelle.

00:24:44: Das war schon immer so.

00:24:45: Und das geht ja weit darüber hinaus, was auf dem Platz passiert.

00:24:48: Ich hatte natürlich auch Zeiten, wo ich viel auf der Bank gesessen habe.

00:24:51: Das gehört ja auch zur Wahrheit.

00:24:53: Und ich habe das für mich als Rolle immer so gesehen, dann lass mich Kapitän von der Bank sein.

00:24:57: Weil es ist am Endeffekt so, dass du Charaktere hast, die kommen damit nicht so gut klar.

00:25:02: Natürlich war ich auch extrem ehrgeizig, ich wollte immer spielen.

00:25:04: Das ist ein Arbeit, das so zu kanalisieren, dass du trotzdem einen positiven Effekt für die Mannschaft hast.

00:25:09: Und das ist so entscheidend.

00:25:10: Und ich sage auch, dass wir gerade auch deswegen mit Union aufgestiegen sind, wir hatten nicht die beste Mannschaft individuell, fussballerisch, aber wir waren wirklich ein Team, wo die Jungs, die auf der Bank gesessen haben, Ihre Rolle perfekt ausgefüllt haben und sei es im Training da Gast gegeben haben, auch dann sich gegenseitig zu unterstützen, weil man weiß, okay, der hat eine schwierige Phase, eine schwierige Zeit und sitzt auf der Bank und ich bin endlich genauso, aber ich versuche trotzdem den zu unterstützen und ein gemeinsames Gefühl zu entwickeln und das trägt so eine Mannschaft.

00:25:38: Und das war immer mein Anspruch, was kann ich für die Mannschaft leisten, auch wenn ich nicht auf dem Platz stehe.

00:25:44: Und da war für mich so diese Überschrift, ich will Kapitän von der Bank sein.

00:25:47: So dass ich sage, die Jungs, die halt auf der Bank neben mir sitzen, dass die auch funktionieren, weil am Endeffekt haben wir so oft erlebt, dass die eingewechselt werden, Spiele entschieden, entscheiden.

00:25:57: Und das spricht dafür, dass du ein ganzes Team irgendwo, dass das funktioniert, weil auch die Jungs sagen, okay, jetzt habe ich nur diese zwanzig Minuten, die ich reinkomme, aber dafür bin ich bereit.

00:26:06: und dafür bist du nur bereit, wenn du vorher eine positive Einstellung hast.

00:26:09: Nicht, wenn du dich zehntausendmal drüber aufregst, dass du auf der Bank sitzt und dich irgendwie als Opfer siehst.

00:26:14: dann spielt es auch schlecht, wenn du reinkommst.

00:26:15: Und das war irgendwie so, habe ich als meiner Aufgabe dann auch gesehen zu sagen, ey, breite die Jungs so mental vor, dass wenn sie reinkommen, dass die der Mannschaft helfen oder ich selbst.

00:26:23: Und das gehört dann auch dazu.

00:26:25: Und das ist nicht nur die Sachen auf dem Platz immer.

00:26:28: Kapitän der Bank.

00:26:29: Das ist ein schöner Titel.

00:26:30: Bedeutet aber auch, dass man fehl sein muss, sein Ego zurückzustellen.

00:26:36: Hast du das von zu Hause mitgekriegt?

00:26:39: Unterbewusst wahrscheinlich schon.

00:26:40: Also gar nicht bewusst, aber unterbewusst denke ich schon, dass man das so entwickelt.

00:26:47: Und das weiß.

00:26:47: ich sage, wenn man das Gefühl oder das Wissen hat, dass man nur als Team erfolgreich sein kann, dann musst du ja für dich überlegen, wie kann ich meinen größten Teil dazu beitragen.

00:26:57: Das ist natürlich am meisten Einfluss hast du auf dem Platz, das ist einfach so, das ist klar, es wird sich auch nie ändern.

00:27:02: Aber wenn es halt nicht der Fall ist, was kann ich dann darüber hinaus tun?

00:27:05: und natürlich tun sich viele schwer ihr Ego hinten anzustellen.

00:27:10: Es entwickelt sich auch in die falsche Richtung, weil heutzutage jeder Spieler irgendwo seine eigene Marke darstellt und für die Marke ist es schlecht, wenn ich auf der Bank sitze.

00:27:18: Aber für die Marke ist es auch vielleicht, wenn das Team nicht erfolgreich ist.

00:27:22: Und dann musst du ja gucken, selbst wenn ich nicht spiele, wie kann das Team erfolgreich sein.

00:27:25: Und dieses Meinzeit haben nicht viele.

00:27:27: Und das ist auch das, warum manche vielleicht nicht verstehen, warum wird jetzt nochmal der Vertrag verlängert bei dem, obwohl er gar nicht so viel spielt.

00:27:33: Ja, aber gute Trainer, gute Manager erkennen, der hat trotzdem einen riesen Wert für die Mannschaft.

00:27:38: Und deswegen, ich hatte Phasen, wo ich auch viel auf der Bank gesessen habe.

00:27:44: Aber ich habe sechs Jahre im Bremen gespielt.

00:27:46: Ich habe fünf Jahre bei Union gespielt.

00:27:48: Also es war nicht umsonst, dass ich trotzdem auch lange in diesem Verein war, weil ich erstmal sehr loyal bin, weil ich auch schlechte Zeiten durchmachen will, ohne zu sagen, jetzt läuft schlecht, ich hau hier ab.

00:27:56: Natürlich bin ich damals nach dem Abstieg von Rostock nach Bremen gegangen.

00:27:59: Das war aber schon vor dem Abstieg entschieden und das war so der nächste Karriere Schritt.

00:28:02: Aber es war für mich immer das Ziel, irgendwo langfristig zu sein und da was aufzubauen und was zu hinterlassen.

00:28:07: Wie ich gesagt habe, diese Verbindung zu den Menschen, auch Kontakt zu den Trainern, die ich heute noch habe, zeigt das für mich auch, dass ich da irgendwas hinterlassen habe.

00:28:15: Und das betrifft nicht nur die Sachen, die auf dem Platz passieren.

00:28:18: Und

00:28:19: dass ja das was bleibt.

00:28:20: Du bist dann von Bremen ausgedient worden und hast dann aber so viel gefallen gefunden an Union Berlin.

00:28:28: Du aktiv bleiben wolltest.

00:28:30: Du bist ja dann, glaube ich, in der Laie auch mit Union aufgestiegen.

00:28:34: Oder bist du da schon?

00:28:35: Da bist du dann schon Spieler gewesen

00:28:37: im Vertrag.

00:28:37: Genau.

00:28:38: Also, zur Vorgeschichte, als es zu dem Zeitpunkt kam, das wäre da zu mir gesagt, ey, guck mal, dass du einen neuen Verein findest.

00:28:46: War ein bisschen schwierig, weil das war vier Tage vor allem der Transferperiode im Winter.

00:28:50: Und dann war es so, dass wir natürlich alle Vereine irgendwo mal durch telefoniert haben und der Einzige, der übrig geblieben ist, weil eigentlich alle mit ihrem Planung abgeschlossen waren, war Union Berlin in der zweiten Liga.

00:29:00: und als mein Berater mir das dann gesagt habe, ich gesagt, ne, mache ich nicht.

00:29:04: Meine erste Antwort, ich sagte, nein, mache ich nicht, gehe nicht zu Union, will ich nicht hin, weil es war so für mich dieser... Weil der Schritt von der ersten in die zweiten Liga war, ich irgendwie vom Kopf her nicht bereit.

00:29:14: Und dann sagt er, pass auf, verstehe ich, telefoniere einmal mit dem Trainer, wenn du danach immer noch sagst, dann... Dann lassen wir das.

00:29:22: Ich hatte ja noch Vertrag im Bremen und dann habe ich mit dem Trainer telefoniert und ein Tag später habe ich in Berlin zur Unterschrift gesessen.

00:29:28: Es ging dann darum, drei Monate Laie, weil es war wirklich so, dass die Zweitliga ja schon ein Teil der Rückrunde gespielt hatte im alten Jahr und es ging um fünfzehn Spiele und der Zeitraum von Februar bis Mai.

00:29:39: und dann war das eigentlich schon durch, da komme ich, ziehe jetzt die drei Monate durch, spiele da und dann gehe ich wieder zurück nach Bremen.

00:29:44: Und nach einer Woche Berliner gesagt, ich will nie wieder weg.

00:29:46: Also es ist so krass.

00:29:48: Von ne, mache ich nicht bis zu ich will nie wieder weg, ist eine Woche vergangen.

00:29:52: Und das war am Endeffekt auch die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

00:29:56: So im Nachhinein, weil ich da dann am Endeffekt auch meinen größten Erfolg meiner Karriere feiern durfte, den Aufstieg und da sehr schöne Zeiten erlebt habe.

00:30:04: Und ja, so passiert das manchmal, dass man innerhalb von einer Woche einen kompeten Dreh hat.

00:30:10: Was war das Besondere, was Sie überzeugt hat zu bleiben?

00:30:14: Grundsätzlich erst mal die Mannschaft.

00:30:16: Es war bei Union so, dass irgendwie noch gar nicht so der Riesenanspruch herrschte.

00:30:19: Es war so, gewinnt das Spiel, ist super, verlierst du mal nicht so schlimm.

00:30:23: Gefühlt, die Jungs waren super.

00:30:25: Es war so noch ein bisschen so eine Oldschool-Truppe.

00:30:26: Das war auch so genau mein Ding von der Mentalität her.

00:30:31: Und das war, weiß ich noch, mein erstes Spiel in Kaislautern gemacht.

00:30:34: Zwei, zwei, Freitagabend.

00:30:35: Wir konnten an dem Tag nicht mehr zurückreisen.

00:30:37: Und ich kannte das aufs Bremen nicht.

00:30:38: Dann hab ich gesagt, ja, dann gehen wir jetzt noch mal raus.

00:30:41: Und waren bis nachts unterwegs, feiern und so weiter, obwohl wir nur unentschieden gespielt haben.

00:30:46: Und sind am nächsten Tag irgendwie alle so ein bisschen ... zerstört, zurückgeflogen.

00:30:51: Da ich sage, okay, das macht ja Spaß irgendwie hier.

00:30:54: Gute Jungs und das hat sich dann nochmal durch diese Trainingswoche auch durchgezogen.

00:30:57: Das macht schon Spaß.

00:30:58: Berlin, super Stadt.

00:31:00: So schnell will ich ja eigentlich nicht wieder weg.

00:31:02: Und dann sind die drei Morte relativ erfolgreich gelaufen.

00:31:05: Ich habe wieder vier gespielt, habe dann noch so diesen Spaß zurückbekommen.

00:31:10: Und dann ist es, jetzt müssen wir zu einer Entscheidung kommen.

00:31:14: Bleibe ich fest hier, gehe ich zurück nach Bremen.

00:31:17: Und dadurch, dass ich zu Bremen trotzdem super Verhältnis hatte, haben die gesagt, du triffst die Entscheidung.

00:31:22: Wir legen mir keine Steine im Weg.

00:31:23: Wenn du sagst, du willst zurückkommen, kommst du zurück.

00:31:25: Wenn du sagst, du willst gehen, dann lassen wir dich auch gehen.

00:31:28: Und für mich war die Entscheidung dann klar.

00:31:31: Und das war auch der Zeitpunkt, weil ich mit Union aber auch besprochen habe, wir müssen aber schon auch einen anderen Anspruch entwickeln, weil ich will auch wieder erste Liga spielen.

00:31:38: Und ich bin aber bereit, hier was aufzubauen, dass wir da die Schritte gehen, dass es möglich wird, dass wir aufsteigen.

00:31:44: So, und dann hat das nochmal zwei Jahre gedauert und dann sind wir aufgestiegen.

00:31:49: Das klingt jetzt so, als wenn du auch die tragende Kraft gewesen bist.

00:31:51: Ich meine, das Momente bei Union damals war ja enorm stark.

00:31:55: Also nach dem Aufstieg, dank gleich in der Nachfolgesaison, glaube ich, auf Platz elf, eine wunderbare Platzierung, wenn man gerade aufgestiegen ist aus der zweiten Liga.

00:32:04: Welche Rolle hast du denn da gehabt?

00:32:05: Also dein Anspruch war klar, du wolltest wieder in die erste Liga, fair enough, aber welche Rolle hast du in dem Team gehabt?

00:32:10: Also

00:32:11: ich bin ja nach diesen drei Monaten direkt Kapitän geworden auch und habe versucht einfach den Anspruch zu entwickeln, dass wenn man ein Spiel verliert, dass es scheiß ist.

00:32:20: So, dass man nicht sagt, ja jetzt haben wir ein Spiel verloren, dann gewinnen wir halt das nächste wieder.

00:32:24: Und

00:32:24: unentschieden nicht unbedingt immer feiern.

00:32:25: Genau, nicht immer nach dem unentschieden feiern gehen.

00:32:29: Und ich hatte auch das Gefühl, es ist nur mein Gefühl, dass mit meinem festen Wechsel auch sich dieser Anspruch im Verein so ein bisschen gedreht hat.

00:32:35: Es war immer so ein Traum aufzusteigen, aber Traum ist das eine, was tu ich dafür, ist das andere.

00:32:39: Und das hatte ich so das Gefühl.

00:32:42: Das kann ich nicht belegen, schwarz auf weiß, aber mit dem festen Wechsel von mir hatte ich das Gefühl, da steigt jetzt so ein bisschen auch nach außen der Anspruch.

00:32:50: Dann haben wir es sogar auch formuliert, wir wollen aufsteigen.

00:32:55: Dann hat es ja wirklich noch mal zwei Jahre gedauert, sind auch wirklich in der Saison und das finde ich auch entscheidend in der Saisonform aufstieg, sind wir um Klassen halt gespielt.

00:33:03: Dass wir diese Phase wieder überstanden haben und die Mannschaft trotzdem so zusammengehalten haben, weil man da diesen Widerstand, bevor ich vorhin gesprochen habe, überwunden hat und die schwierige Phase trotzdem noch positiv beendet hat.

00:33:13: In der Saison sind wir sogar noch achter geworden hinten raus und trotzdem haben wir lange gegen Abstieg gespielt.

00:33:18: Hat dann für mich so eine entscheidende Rolle gespielt, dass wir in der nächsten Saison aufgestiegen sind.

00:33:23: Ja, das war für mich, also auch um diesen Moment, wo der Schiedsrichter das Spiel abpfeift und wir sind aufgestiegen.

00:33:30: Es war für mich also unbeschreiblich.

00:33:32: und so mit ein paar Stunden Abstand, da habe ich gesagt, das war der Moment, wofür sich dieser, wie alt war ich da, der XXVIII, wofür sich dieser, weiß ich, mit Jugend zusammengezählt, diese zwanzig Jahre einfach gelohnt haben.

00:33:45: Zwanzig Jahre für diesen einen Moment.

00:33:47: So, das war für mich, was jetzt kommt, ist Bonus.

00:33:49: So, weil das war für mich dieser Moment, dafür habe ich gearbeitet.

00:33:54: Dann mit Union das erste Mal in der Geschichte des Vereins Bundesliga zu spielen im Jahr darauf.

00:33:59: War auch ja komplett besonders.

00:34:00: Ich erinnere mich auch den ersten Sieg, das war gegen Dortmund am dritten Spieltag.

00:34:04: Samstagabend, also gegen Dortmund als Union, das war auch total besonders.

00:34:10: In Berlin oder?

00:34:10: In Berlin.

00:34:11: Heimspiel.

00:34:12: Das war auch das erste Spiel, was ich in der Saison gemacht habe, so nach vier Jahren Bundesliga.

00:34:16: Erste Bundesliga-Pause für mich, wieder in so einem Spiel zurückzukennen in die Bundesliga, war auch komplett besonders.

00:34:22: Und da sind wir relativ souverän, äh, elfter geworden.

00:34:25: Das war trotzdem eine sehr spürige Saison, weil das war halt die Corona, wo wir mit Corona losgingen.

00:34:29: Und es war, wir wurden ja getragen von unseren Fans in den Heimspielen, das war so entscheidend.

00:34:33: Und dann war ab März diese Saison halt, waren ja nur noch Geisterspieler.

00:34:38: Und da weiß ich noch, wir haben uns so gefreut auf dieses Spiel gegen Bayern.

00:34:40: Das war unser erstes Heimspiel, was ein Geisterspiel war, war gegen Bayern.

00:34:43: So komplett leer und das Gefühl war komplett komisch.

00:34:47: Und das war so ein kleiner Bruch in der Saison, weil du hattest nicht mehr diese Unterstützung und sagst, jetzt wird es halt nochmal eine Riesenaufgabe, das zu Ende zu bringen, dass wir auch drin bleiben.

00:34:55: Und trotzdem haben wir es relativ so fregen geschafft.

00:34:58: Und das war so der Grundstein für den Weg, den man dann gegangen ist, Borneo.

00:35:02: Ich bin ja dann in dem Sommer, wo der meinen Vertrag nicht verlängert, weil das alles ja auch sehr unsichere Zeiten waren und Corona keiner so richtig wusste, wie finanzieren wir war es und wie treffen wir Entscheidungen.

00:35:13: Das war für mich auch die schwierigste Phase meiner Karriere ehrlicherweise, weil ich war das erste Mal vereinslos und arbeitslos theoretisch, musste mich arbeitslos melden, habe mich wirklich nur mit Laufen im Wald fit gehalten, was sehr belastend war, wenn du das vier, fünf Wochen am Stück machst und nicht irgendwie einen Ball am Fuß hast und so weiter.

00:35:33: Und da komme ich dann auch auf Urs Fischer zurück, der ... und kommt wieder auf eine menschliche Basis zurück, wo er angerufen hat und sagt, was machst du gerade?

00:35:41: Ich sage, ja, ich bin halt im Wald laufen.

00:35:42: Ich sage, komm vorbei, wir trainieren zusammen.

00:35:45: Und dann komme ich da hin zum Unionplatz und Trainer ist da und seine beiden Co-Trainer, nur für mich alleine, haben die da für mich aufgebaut, dass ich mir einen Ball trainieren kann.

00:35:53: Und da ich sage, das machst du auch nicht für jeden, habe ich so auch noch nicht gehört und habe mir dann auch durch diese schwere Zeit geholfen, bis ich dann noch nach Braunschweig gegangen bin, wo man sagen muss, dass ... dass jetzt nicht unbedingt meine beste Entscheidung war, aber es war halt eine Entscheidung, ich musste wieder irgendwo Fußball spielen.

00:36:10: Es ging nicht anders, sondern es waren halt schwere Zeiten durch Corona, da war halt nicht viel Auswahl.

00:36:14: Ja, das stimmt.

00:36:15: Das ist jetzt schon auch eine ganze Weile her, aber wir erinnern uns alle noch gut daran.

00:36:20: Ich habe mich jetzt gefragt, wenn du nach drei Monaten bereits Kapitän geworden bist bei Union und da auch kulturell ein Schlüsselspieler gewesen bist.

00:36:27: Du hattest den Anspruch und du hast aber auch die Mannschaft mitgezogen und warst sehr Mannschaftsdienlich.

00:36:33: Aber auch in finanziell schwierigen Zeiten.

00:36:35: Es war ja eine Blackbox-Kannabus, wo es ja so richtig was in den nächsten ein, zwei Jahren passiert, während der Pandemie.

00:36:41: Ich frag mich, ob es nicht trotzdem Platz für dich hätte geben können eigentlich in der Mannschaft, weil du halt auch so wichtig gewesen bist für das Team.

00:36:48: Ja, habe ich mich auch gefragt und auch im Grund, warum ich mir das offen gehalten habe.

00:36:53: Weil es gab nie die komplette Aussage, schwarz auf weiß, wir verlängern nicht.

00:36:56: Es gab immer nur die Aussage, wir können das aktuell nicht machen, wir wissen nicht, wie es weitergeht.

00:37:02: Und ich muss auch sagen, dass ich ein, zwei Anfragen abgelehnt habe in der Hoffnung, dass bei Union noch was passiert, weil ich wollte bei diesem Verein bleiben.

00:37:08: Und das ging mir am Endeffekt auch gar nicht ums Geld.

00:37:10: Es war einfach ein Gefühl, was ich hatte.

00:37:13: Und das war für mich deswegen auch eine schwierige Phase.

00:37:18: Und ich glaube auch, in einer besseren Situation, ich mache dem Verein gar keinen Vorwurf, in einer besseren Situation ohne Corona wäre das auch, glaube ich, passiert, dass ich da geblieben wäre.

00:37:27: Der Trainer wollte das unbedingt.

00:37:28: weil der auch das Gefühl hatte, dass das unabhängig von dem, was auf dem Platz passiert, wichtig für die Mannschaft ist.

00:37:34: Und ja, das ist so ein Ding, wo ich sage, ich hätte meine Karriere gerne dort beendet auch.

00:37:41: Das gibt ja so eine USA, die Beispiele, wo man dann noch so einen Tagesverträge oder zehn Tagesverträge bekommt, um da seine Karriere zu beenden.

00:37:47: Das sind Fußballleiter nicht unbedingt möglich.

00:37:49: Das würde ich gerne hinten raus nochmal gemacht, ehrlicherweise.

00:37:53: Vielleicht gibt es das irgendwann mal.

00:37:54: Ich wäre gerne der erste gewesen, der sowas mal gemacht hätte.

00:37:58: Aber das war eine sehr schwierige Phase, weil ich da einen Verein verlassen musste, den ich nicht verlassen wollte.

00:38:03: Was hat dir geholfen in der schwierigen Phase, der Sport, das Laufen im Wald, dann auch die menschliche Komponente bei Union, obwohl du eigentlich gar nicht mehr dabei gewesen bist, aber gab es da noch mehr, was dich getragen hat?

00:38:12: Ja, aber das ganze Entscheidende ist nämlich die Geburt meiner Tochter, die in diesem Zeitraum gefallen ist.

00:38:17: Und das hat mir natürlich krass geholfen.

00:38:20: Also teilweise, wo ich dann Tage gedacht habe, eigentlich ganz cool, dass ich jetzt irgendwie zum Training fahren muss.

00:38:25: Ich habe Zeit, wo mein Neugeborn ist, zu beobachten, auf dem Arm zu haben, das hat mir extrem geholfen.

00:38:31: Es ist gleichzeitig wieder umfassbar schwierig gemacht, sich davon zu trennen, als es dann nach Bornschweig ging.

00:38:36: Es war ein ganz wilder Sommer.

00:38:38: Es hat sehr viele positive wie negative Gefühle gehabt.

00:38:43: Ich habe immer gedacht, das belastet mir nicht, aber sowas kommt langfristig immer wieder zurück, sowas holt dann immer wieder ein, wenn man es dann mal reflektiert.

00:38:50: Und das hat mir aber in dem Moment trotzdem sehr geholfen.

00:38:53: Also, die Geburt meiner Tochter war entscheidend, in dem war gut getimt von uns.

00:38:59: Ohne dass wir wussten, dass es kommt.

00:39:01: Ja, das erdet alles oder das kalibriert eigentlich alles.

00:39:04: Die eigene Familie und das ist ja das, worauf es ankommt und was zählt.

00:39:08: Wenn du jetzt sagst, du bist achtundzwanzig gewesen und ihr seid aufgestiegen und du kannst diesen Moment noch sehr gut erinnern und hast gesagt, alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus.

00:39:19: Ging das Gefühl dann schon auch ein Herr mit, vielleicht höre ich dann auch demnächst mal auf, weil, was soll jetzt noch kommen, ich bin achtundzwanzig.

00:39:27: Ich habe das erreicht, was ich erreichen wollte.

00:39:29: Das ist der größte Moment meiner Fußballkarriere.

00:39:33: Ja, ich glaube, wenn diese Geschichte mit Jürgen weitergegangen wäre, hätte ich da so lange gespielt.

00:39:36: Also nicht mehr bis heute, jetzt wo ich vierunddreißig bin, aber ich glaube schon, ich hätte länger gespielt, wenn ich bei diesen Vereinen geblieben wäre.

00:39:43: diesen Wechsel nach Warnsberg schon nicht aus Überzeugung gemacht, sondern es war irgendwie der Situation geschuldet mit Corona, dass ich sage, okay, ich muss jetzt, das war dann September, ich muss jetzt eine Entscheidung treffen, weil sonst, wenn ich jetzt ein halbes Jahr nicht spiele, dann bist du eher raus.

00:39:54: Und das habe ich schon aber ohne Überzeugung gemacht.

00:39:57: Und das war ja dann, Corona ging ja noch weiter und du konntest da endlich in der Stadt gar nicht richtig einnehmen, weil alles komplett geschlossen war.

00:40:03: Auch für meine Frau war es schwierig, sie hatte keinen Anschluss, weil es waren nur Geisterspiele.

00:40:06: Sie konnte nicht mit in den Stadion, konnte keine Leute kennenlernen.

00:40:10: Das war alles eine unfassbar schwierige Phase und es lief da sportlich auch nicht.

00:40:13: Der Verein war wirklich sehr wild, um das jetzt mal so milder auszudrücken.

00:40:19: Und dann habe ich irgendwie meine Kehre beendet, wie ich sie begonnen habe im Abstieg von der zweiten in die dritte Liga.

00:40:26: Und das war natürlich kein optimales Ende, aber deswegen auch damit rauszugehen.

00:40:34: Wie gesagt, nicht optimal, aber auch etwas, was man irgendwie woraus mal wieder lernt, dass man dann auch Sachen nur noch aus Überzeugung trifft oder Entscheidungen noch aus Überzeugung trifft.

00:40:43: Und ich hätte weiter spielen können, aber ich wollte nicht wieder noch mal irgendwo neu anfangen und noch mal dann irgendwo spielen, wo ich vielleicht gar nichts sein will, weil dann bist du auch nicht mehr gut.

00:40:51: Dann investierst du nicht mehr das, was du investieren musst, um gut zu sein.

00:40:54: Und das habe ich gemerkt.

00:40:56: Da tue ich mir keinen Gefallen mit, da tue ich dann auch dem Verein gegenüber keinen Gefallen mit.

00:40:59: Und deswegen war für mich die Entscheidung, die hat sich während der Saison so Schleichen entwickeln wurde immer mehr.

00:41:04: Ich weiß noch ein Moment, wo ich dann auf dem Platz stand.

00:41:06: Das war auch dann irgendwie im Februar rum in Sandhausen Geisterspiel.

00:41:12: Freitagabend minus zwei Grad.

00:41:14: Eine Minute vor Anpfiff stich auf dem Platz und habe mich gefragt, was mache ich hier?

00:41:17: Und das ist kein guter Gedanke vor dem Spiel.

00:41:20: Und das war so der erste Zeitpunkt, wo ich gesagt habe, ob das alles noch Sinn macht.

00:41:24: Und das hat sich dann so ein bisschen durchgezogen.

00:41:26: Der Gedanke ging auch nicht so richtig weg.

00:41:29: Was für mich das Schwierigste war, ich hatte die Entscheidung im Kopf getroffen.

00:41:33: Ich konnte es nicht aussprechen.

00:41:35: Also ich konnte nicht sagen, jetzt ist Schluss, weil du beendest ja ein Kapitel, was dich irgendwie lebendlang getragen hat.

00:41:41: Und dann ist es wieder gut, ein gutes Umfeld zu haben.

00:41:44: Beziehungsweise in dem Fall eine wunderbare Frau, die einen lang genug kennt und die dann immer gesagt, jetzt sprich es endlich aus, du weißt es doch.

00:41:52: Und dann haben wir es dann irgendwie gemeinsam geschafft und dann war das auch eine Befreiung irgendwie.

00:41:58: Und die Option nach Bremen zurückzugehen, mit Dreißig, das stand nicht mehr im Raum, um da eine gewisse Funktion zu übernehmen.

00:42:07: Doch, es war sogar so, ich habe auch gesagt, wenn ich noch weiterspielen sollte, weil ich habe mir das ja nicht ausgesprochen, weil ich dann auch hier noch irgendwas in meinem Hinterkopf habe, ich habe gesagt, es gibt natürlich zwei Sachen, die ich noch machen würde, das ist einmal die Union.

00:42:18: Weil es ist jetzt ein Jahr weiter, vielleicht hat sich da irgendwas getan, so die Verbindung ist da.

00:42:23: Oder ich vielleicht würde sogar noch in Bremen auch in der zweiten Mannschaft spielen, um da so ein Führungsspieler zu sein.

00:42:29: Mit dem Hintergedanken vielleicht, wenn oben mal eine Situation entsteht, wo viele verletzt sind, da oben nochmal irgendwie rein zu rutschen.

00:42:36: Haben auch mit beiden Vereinen gesprochen so, weil die Verbindung einfach da war, ob es irgendwie eine Situation gibt, die das möglich macht.

00:42:44: Sowohl bei Union als auch bei Werder war es dann so, wir haben halt schon zwei, drei ältere, auch eine zweite Mannschaft und so weiter.

00:42:50: Passt von der Kaderstruktur dann her nicht.

00:42:52: Und als das dann irgendwie ausgeschlossen war, war für mich dann auch klar, okay, dann ist es hiermit auch vorbei.

00:42:57: Dann sollte es so sein.

00:42:58: Und ins Ausland zu gehen, das war keine Option für dich.

00:43:03: Im Nachhinein sage ich auch, irgendwie war eine verpasste Chance, aber auf dem Zeitpunkt her einfach alles nicht so gepasst.

00:43:07: Ich hatte zwei Angebote aus dem Ausland, zu dem Zeitpunkt auch, als diese Phase war, wo ich vereinzlos war.

00:43:14: Aber ich wollte nicht mit einem neu geborenen ins Ausland gehen.

00:43:16: Das hat mich irgendwie gehindert, daran diese Entscheidung zu treffen.

00:43:19: Und deswegen habe ich es nie gemacht.

00:43:21: Nachvollziehbar.

00:43:22: Ja.

00:43:22: Das war dann die Karriere.

00:43:24: Das ist Felix Groß im Fußball, aber du bist jetzt mit deinem Dreißigjahr immer noch sehr ... Aktiv im Sport.

00:43:31: Ja,

00:43:31: viele sagen erfolgreicher als zur aktiven Karriere.

00:43:34: Also zumindest bis heute morgens zehn Kilometer gelaufen.

00:43:36: Ja, ist richtig.

00:43:37: Und

00:43:37: bis kürzlich auch deinen ersten Marathon gelaufen.

00:43:41: in Berlin.

00:43:41: Da haben wir uns auch gesehen und haben auch vor dem Start noch gesprochen.

00:43:45: Wie hast du den Lauf empfunden, dein ersten Marathon?

00:43:48: Es war eine Grenzerfahrung.

00:43:49: Also erstmal möchte ich mit dem Mysterium aufräumen, dass sagen, er ist ja Profisportler gewesen, das muss er einfach sein oder ein Fußballer, er ist ja Fußballer gewesen, das muss er einfach sein, Marathon zu laufen.

00:43:59: Das ist komplett zwei andere Geschichten.

00:44:02: Also ich sage sowohl Marathonläufer schafft keine neunzig Minuten Fußball.

00:44:05: auf hohem Level und andersrum.

00:44:07: ein aktiver Profi würde sich mit dem Marathon sehr schwer tun.

00:44:11: und deswegen das kann man schon mal, kann ich schon mal bestätigen.

00:44:14: Das war für mich wirklich eine Grenzerfahrung.

00:44:16: Natürlich habe ich dafür trainiert.

00:44:17: Ich habe, glaube ich, aus Trotz auch ohne Trainingsbahn trainiert, weil ich mir nicht mehr was vorgeben lassen wollte, was ich halt die letzten fünfzehn Jahre hatte, dass mir da jemand an der Seite steht und sagt, du musst jetzt die Zeit und den Puls laufen.

00:44:31: Das war so ein bisschen aus Trotz.

00:44:34: und war gefühlt von der Ausdauer her, so fit wie noch nie, bis halt die Nacht davor, wo ich mich so ein bisschen magend haben erwischt hatte.

00:44:42: Und trotzdem habe ich gesagt, ich habe so viel Zeit investiert, habe so viel trainiert, ich habe zu vielen Leuten erzählt, also ich laufe, ich kann jetzt nicht sagen, ich laufe nicht und habe mich dann wirklich ein bisschen an den Start gequält und muss sagen, die ersten fünfzehn Kilometer ging das auch alles noch gut und dann kam so ein bisschen der Magen dazu.

00:44:58: Und trotzdem war es für mich nie eine Option.

00:45:01: Obwohl ein paar Gedanken hatte ich schon, um ehrlich zu sein, aber es war trotzdem unssätzlich... Ah, du hast es nicht ausgesprochen.

00:45:05: Ich hab es nicht ausgesprochen, genau.

00:45:07: Da konnte ich auch nicht, weil er war zu anstrengend noch zu sprechen.

00:45:10: Da irgendwie aufzugeben, irgendwie, das konnte ich nicht.

00:45:12: Also ich habe es dann natürlich nicht in der Zeit geschafft, die ich mir vorgenommen habe, aber ich habe es dann durchgezogen, was mich dann irgendwie noch um so stolz gemacht hat, weil es wirklich dann auch Widerstande gab, die ich überwinden musste.

00:45:22: in dieser Zeit und hatte meine Familie an der Strecke, als ich meine Kinder an gewissen Punkten gesehen habe.

00:45:28: Und meine Frau, die kann sie jetzt auch nicht enttäuschen.

00:45:31: Die feuern dich da an und dann habe ich es irgendwie durchgezogen.

00:45:34: Das war eine absolute Grenzerfahrung.

00:45:36: Und ich komme immer zum Ende des Jahres zu einem Punkt, wo ich das Jahr reflektiere und gucke, was so war.

00:45:40: Und da steht der Martin ganz oben auf der Liste, dass ich das geschafft habe, macht mich sehr stolz.

00:45:44: So stolz, dass du das wiederholen willst?

00:45:46: Bleibst du dran?

00:45:48: Ja, es gibt zwei Gründe, warum ich es sehr wahrscheinlich nochmal machen werde.

00:45:52: Der eine ist, dass ich es einmal wirklich hundertprozent fit laufen will.

00:45:56: Dass ich in dem Fall nicht machen konnte, weil ich dann auch eine... Man hat halt diesen Ehrgeiz auch eine bessere Zeit zu laufen.

00:46:01: Natürlich ist es ein Erfolg für alle, überhaupt erstmal das zu schaffen und anzukommen, gar keine Frage.

00:46:07: Aber ich habe den Ehrgeiz trotzdem eine bessere Zeit zu laufen.

00:46:09: Ich bin vier Stunden, achtundzwanzig gelaufen.

00:46:11: Mein Ziel war unter vier, dass das ist möglich, wenn ich richtig fit bin.

00:46:16: Das ist das eine und das andere ist dadurch, dass ich aus Berlin weggehe, wäre das nochmal so ein Abschiedslauf durch meine Stadt, wo ich zehn Jahre gewohnt habe.

00:46:24: Weil ich auch sagen muss, jetzt bei dem Marathon, den ich gelaufen bin, habe ich es nicht mehr geschafft, links und rechts zu gucken und zu genießen.

00:46:31: Da habe ich nur nach unten geguckt und jeden Meter gesammelt.

00:46:35: Deswegen will ich das auch aus emotionalen Gründen vielleicht auch noch mal machen, dass so als Abschied aus dieser Stadt, die mir auch sehr viel bedeutet, nach zehn Jahren.

00:46:41: Und deswegen glaube ich schon, dass ich das auf jeden Fall noch mal machen werde.

00:46:44: In Bremen gibt es ja auch mal einen solchen Läufe, oder?

00:46:46: Da geht es so ja über das Stadion durch, der Lauf.

00:46:49: Und ja, es gibt natürlich viele Städte, ne?

00:46:51: Also ich habe auch schon so Spaß gesagt, ich muss hier mal in London laufen, weil ich glaube, wenn Linkverkehr ist, bin ich besser.

00:46:57: Das muss ich dann aber auch beweisen.

00:46:59: Der ist recht groß, ja.

00:47:00: Ich glaube, in Berlin sind jetzt siebzigtausend Läufer und Läufer in den Staat gegangen.

00:47:03: Ich glaube, in London ist es sogar noch größer, ja.

00:47:05: Das ist ein Riesenhäppchen.

00:47:06: Ja, meine Frau hat so ein Zehn Kilometer Lauf in London gemacht dieses Jahr und die war sehr begeistert von der Atmosphäre da schon.

00:47:11: Und ja, deswegen kann ich mir das auch vorstellen, mal ins Ausland zu gehen, aber ich habe ja als Spieler nicht gemacht.

00:47:15: Ja,

00:47:16: ja, also dann werden wir von dir dann noch viel hören von deiner Marathon-Karriere.

00:47:20: So, was steht noch an bei Felix Groß?

00:47:21: Du hast ein Team bei der ICANN League, gemeinsam mit dem Rob Andrich, die Two Stripes United.

00:47:27: Die League wurde unter anderem von deinem Bruder gegründet.

00:47:30: Du bist aber auch sehr aktiv, erzähl mal so ein bisschen.

00:47:33: Kleinfeld Fußball, glaube ich, fünf gegen fünf spielen da zweimal zwölf Minuten.

00:47:37: Genau.

00:47:37: Ja, es ist eine Kleinfeldliga indoor.

00:47:40: Wir spielen das mit Bande und es gab ja damals noch diese Hallenmasters, wo wirklich ja die Profimannschaften gespielt haben.

00:47:46: Das war für uns auch so eine Kindheitserinnerung.

00:47:48: Es hat immer Spaß gemacht, zuzusehen.

00:47:50: Und wir wollen damit einfach ein zusätzliches Angebot schaffen.

00:47:52: Jetzt sagen natürlich mal viele ja, Fußball gibt es ja schon genug, gibt den Wettbewerb und den Wettbewerb ist es so viel Fußball.

00:47:57: Und wir haben auch gesagt, wir wollen gar nicht den Fußball ersetzen, den normalen Fußball.

00:48:00: Aber es gibt einfach eine Nachfrage, gerade in der jungen Generation.

00:48:03: Das merken wir auch an den Zahlen und Reichweiten, die wir da haben, die das sehen wollen, diese Verbindung oder diese Mischung aus Fußball, der auch qualitativ gut ist.

00:48:12: Es gibt Leute aus München, die sehen das anders, wie ich gehört habe.

00:48:15: Aber das ist wirklich qualitativ gut.

00:48:17: Da sind echt Emotionen drin, aber es ist auch dann wieder Entertainment dabei.

00:48:21: Es sind Leute aus verschiedenen Bereichen dabei, nicht nur aus dem Fußball, wo ich mich auch erst mal mit klar kommen musste, dass da nicht nur Fußball in die Fußballrichtung gedacht wird, sondern auch viel Entertainment, viel Show.

00:48:33: Aber man sieht einfach, dass es ankommt bei den jungen Leuten und trotzdem geht es im Kern um erfolgreich sein im Fußball und da an der Seite hier zu stehen und eine Mannschaft aufzubauen, auch eine Firma aufzubauen mit diesem Team.

00:48:46: Es ist für mich auch eine komplett neue Erfahrung und eine Möglichkeit und auch neue Sachen dort in anderen Bereichen kennenzulernen, diese Streaming und der Entertainment war ich vorher noch nicht so drin.

00:48:56: Und das ist eben ein Anspruch gewesen, nachdem ich aufgehört habe, Sachen auszuprobieren, neue Sachen sehen, Sachen beurteilen zu können, weil ich sie erlebt habe und nicht, weil ich es von außen gesehen habe.

00:49:06: Und auch festzustellen, was kann ich eigentlich noch, was kann ich nicht.

00:49:09: Wir wissen viele Leute ja auch nicht, was sie nicht können.

00:49:12: Und das ist dann so ein Ding, was neu war, eine Firma selbst aufzubauen.

00:49:17: Und jetzt sind wir in der dritten Saison und das macht sehr viel Spaß, weil einfach auch echt die Emotionen drin sind.

00:49:22: Das baue ich immer.

00:49:22: Wenn da nichts echt dran ist, dann... brauchst du mich da nicht hinstellen, dann kannst du mich da nicht gebrauchen.

00:49:28: Das macht großen Spaß.

00:49:30: Man entwickelt dann auch zu den Spielern, die wir haben, auch so eine Verbindung, eine menschliche Verbindung, will mit denen gemeinsam erfolgreich sein.

00:49:36: Und das treibt uns total an.

00:49:37: Aber

00:49:37: er sagt jetzt ganz kurz, wer ist denn da eure Zielgruppe?

00:49:40: Du hast ja auch gesagt, es ist ein Geschäft.

00:49:41: Es ist ein Business, also das Sportliche steht im Vordergrund.

00:49:45: Und die Teams, die feiten da, aber es ist euer Business.

00:49:49: Und ihr braucht ja auch eine Zielgruppe.

00:49:51: Sind das die jüngeren Kids, die sich das anschauen?

00:49:54: Ich glaube, ihr übertragt das über Twitch.

00:49:56: Das Twitch, genau.

00:49:58: der dritten Saison jetzt auch Sport eins, die es im linearen Fernsehen übertragen, aber es ist hauptsächlich Twitch, was die größte Reichweite generiert an den Spieltagen.

00:50:05: Also eine junge Zielgruppe, die Fußballerfiend ist.

00:50:08: Es ist eine sehr junge Zielgruppe, auf jeden Fall in der Hoffnung, dass sie ihre Eltern mitnehmen und dafür begeistern.

00:50:14: Ja, die Hoffnung muss ja da sein, weil im Endeffekt sagen wir ja auch, die dann... Nicht mehr die junge Generation ist, sondern auch schon eine Generation weiter.

00:50:22: Wir fanden das damals geil, diesen Hallenfußball.

00:50:26: Und das kennen ja auch Leute aus unserer Generation.

00:50:28: Und die wollen wir auch irgendwo mit reinholen.

00:50:30: Aber klar, der größte Teil ist natürlich diese junge Generation.

00:50:35: Ich bin ehrlich, es sind teilweise auch Leute unterwegs, die ich nicht kenne, aber die anscheinend so eine große Anziehungskraft haben in der jungen Generation.

00:50:42: Was da manchmal los ist, ist Wahnsinn.

00:50:45: Und da sieht man einfach vor Ort, es funktioniert.

00:50:47: Und man sieht es an den Zahlen, dass es funktioniert.

00:50:49: Ich war ja vor einem Jahr in München bei dem Finale.

00:50:52: Da hat er gerade begonnen, im letzten Jahr, im September, richtig, hat dann in den Start gegangen und dann im Dezember in München gab es das Finale.

00:50:59: Das hat mich am Basketball erinnert von der Atmosphäre, von der Stimmung.

00:51:02: Also da geht es schon ganz schön ab.

00:51:04: Es ist ja immer so, dass die Liga total flexibel ist.

00:51:08: Wenn wir in den normalen Fußball gehen, bis da mal eine Regel geändert wird oder Sachen entschieden werden, dauert es ja meist Jahre.

00:51:14: Bei uns ist es so, dass es sein kann, dass von einem auf einem anderen Spieltag auch mal eine Regel geändert wird, weil das halt besser funktioniert.

00:51:21: Da wird er nicht lange diskutiert, da wird er es dann einfach entschieden.

00:51:23: Es gibt ja auch besondere Regeln.

00:51:28: Es passiert ja viel im kleinen Fall, wenn es jetzt mal fünf Null steht, ist er im normalen Fußball ja alles entschieden.

00:51:32: Da ist es aber so, wenn er jetzt noch fünf Minuten zu spielen, sondern es steht fünf Null für eine Mannschaft, dann ist das immer noch so, dass es gedreht werden kann.

00:51:38: Es gibt eine Regel zum Beispiel, da heißt es goldener Ball.

00:51:40: Da geht dann zwei Minuten goldener Ball und das Team, was diese Regel gewählt hat, kann in den zwei Minuten zählen die Tore doppelt, zum Beispiel.

00:51:49: Das heißt, die meisten in dem Fall nur tatsächlich drei Tore schießen, um in Führung zu gehen.

00:51:52: Und das ist auf kleinfeld ja möglich innerhalb kurzer Zeit.

00:51:54: Wie entsteht der goldene Ball?

00:51:56: Also ich kann mich dran erinnern, da geht ein Riesenalarm los, da gibt es den Goldenen Ball.

00:52:01: Ja, es ist sogenannte Ruralbreaker, da gibt es viele von.

00:52:03: Überzahl, Goldene Ball, es gibt mittlerweile fünf Shot, das heißt da kannst du dir fünf Bälle, werden fünf Bälle hingelegt, einen neun Meter, zwei Schüsse aus elf Metern und dann noch zwei Schüsse, ein bisschen weiter weg von der Mitlinie und ich weiß gar nicht, wie viele Meter das sind am Ende, zwanzig Meter.

00:52:19: Und da darf ein Spieler dann freischießen.

00:52:22: Und jedes Tor zählt dann auch im Gesamtstand.

00:52:25: Jedes Team kann einen Rulebreaker pro Spiel nehmen, kann sich das Ausdruck und Warn, sie müssen zu dem Zeitpunkt im Ballbesitz sein.

00:52:32: Und dann ist es ja auch so.

00:52:34: zum Beispiel, wenn du dieses Five-Shot nimmst und es steht fünf nur für den Gegner, kannst du innerhalb von einer Minute fünf Tore machen.

00:52:40: Und das Spiel ausgleichen.

00:52:41: Also selbst wenn du fünf Null führst, ist das Spiel noch entschieden.

00:52:43: Das heißt über Dynamischstandard.

00:52:44: Genau.

00:52:44: Und dann dieser goldene Ball, wie gesagt, der ist ja noch golden.

00:52:48: Und wenn das eine Team diese Regel wählt und innerhalb dieser zwei Minuten ein Tor macht oder zwei Tor macht, zählt das halt immer doppelt das Tor.

00:52:55: Na schon viel Entertainment.

00:52:56: Habt ihr euch die Regeln überlegt?

00:52:57: Ja, ja, das ist dann schon, naja, so wir, das ist halt die Liga, das ist dann viel aus Tonys Hand und das wird halt auch oft angepasst.

00:53:03: Wenn man sagt, okay, dieser Rulebreaker funktioniert irgendwie nicht, hat keine Wirkung aufs Spiel, dann wird er auch rausgeschmissen und dann kommt ein Neuer.

00:53:11: Und das kann innerhalb von einer Woche passieren und nicht irgendwie, das wird dann ein Jahr mit allen Vereinen diskutiert und dann wird es irgendwann mal entschieden.

00:53:17: Das schließt sich, glaube ich, jetzt auch der Kreis, weil wir hatten ja am Anfang darüber gesprochen, dass es wichtig ist, für die Kids rauszugehen und halt Fußball zu spielen, Handball zu spielen, was auch immer, aber halt so diesen Tragen nach Bewegung zu leben und in den Sport heranzukommen und so weiter.

00:53:30: Glaubst du, dass das Format der ICANN League das fördert?

00:53:33: Weil es ist ja auch eine digitale Plattform.

00:53:36: Somit könnte man das ja auch konsumieren, indem man halt zu Hause sitzt.

00:53:39: Aber glaubst du, es motiviert Die Kids rauszugehen, Fußball zu spielen, auch in der Halle, aber jetzt nicht nur zwangsläufig in der Halle.

00:53:46: Das reicht ja auch im Ball und in der Wand.

00:53:48: Definitiv, weil wir wollen ja, dass die Spieler da auch zu Vorbildern werden.

00:53:53: Das sind alle Spieler, die jetzt keine Profis sind.

00:53:55: Aber damit zeigst du ja, dass du musst gar nicht Profi sein, um auf einer riesen Plattform stattzufinden, aktiv, als Sportler.

00:54:01: Und das kann ja auch ein Vorbild sein.

00:54:03: am Ende für junge Spieler, sagen, ja, okay, ich schaff's vielleicht nicht.

00:54:06: die das Bewusstsein im Weg nicht schafft, vielleicht nicht Profifußballer zu werden, aber ich habe die Möglichkeit dort stattzufinden und kann dafür aber arbeiten und rausgehen und spielen.

00:54:14: Das lernst du nicht, indem du dir das nur anguckst.

00:54:18: Natürlich kann das auch sein, dass das eine Motivation ist für viele da.

00:54:22: Es gibt da viele Indoor-Hallen, wo sie einfach spielen können.

00:54:25: Ich finde, das kommen wir auch wieder zurück.

00:54:27: Wir müssen oder das Land muss halt den jungen Leuten die Möglichkeit geben.

00:54:32: Darf keine Bullspitze abschließen, darf keine Hallen abschließen.

00:54:34: Die müssen den Zugang dazu haben und dann gehen sie auch raus.

00:54:38: Interessante Karrierevorstellungen in der Eiken League zu spielen, aber vielleicht entwickelt sich das.

00:54:42: Das

00:54:42: ist ein Zuwürziger Angebot und das ist ja so.

00:54:44: Ein Prozent, die es versuchen werden Profifußballer.

00:54:48: Was ist mit dem Rest?

00:54:49: Sollen die jetzt aufhören?

00:54:50: Nein, wir schaffen das Angebot dafür, dass sie vielleicht trotzdem auf einer Plattform spielen, wo sie dann, wenn sie es gut machen.

00:54:55: am Ende vor zwölf tausend Leuten in der Halle spielen.

00:54:57: Was steht sonst noch an bei Felix Groß?

00:55:00: Ja, ich bin natürlich viel als Experte unterwegs für RTL.

00:55:03: Das macht mir großen Spaß.

00:55:04: Das habe ich auch im Jahr zwölf tausend und zweiundundzwanzig angefangen, noch auf verschiedenen Sendern.

00:55:08: Jetzt bin ich exklusiv bei RTL.

00:55:09: Wir haben ja die zweite Liga, wir haben die Europa League, die Conference League.

00:55:13: Mal sehen, wenn die Sky-Übernahme klappt, dann haben wir auch noch Bundesliga.

00:55:17: Also es gibt viele Bereiche, wo ich einfach wieder in Stadion kommen, dieser Stadionluft schnuppern kann, da vor Ort.

00:55:23: Dann darüber reden kann, was ich selbst erlebt habe, Spiele zu bewerten.

00:55:26: Ich habe da einen super Arbeitgeber mit RTL, muss ich sagen.

00:55:30: Das ist eine sehr gute Kommunikation, sehr kurze Entscheidungswege, macht sehr viel Spaß, auch in der zweiten Liga unterwegs zu sein.

00:55:37: Alle Stadien, wo ich selbst gespielt habe, kommen immer wieder alte Erinnerungen hoch.

00:55:41: Das zu begleiten und zu versuchen, das auf meiner Art den Leuten dann auch nahezubringen, macht mir großen Spaß.

00:55:49: Es ist auch da wieder so, dass ich wieder so fünfzig Prozent gefällt.

00:55:52: für den Scheiße, finde ich gut.

00:55:53: Es ist mir lieber als ein hundert Prozent, dass ich ganz okay finde.

00:55:57: Und dann habe ich da Riesen Spaß bei.

00:56:00: und das mache ich jetzt seit vier Jahren und es soll irgendwie erst der Anfang gewesen sein, weil ich habe mich auch immer so gesehen, dass ich sage, okay, jetzt bin ich wieder, ich war zwar Profi, aber ich bin auch bereit, wieder den Anspruch ein bisschen runterzuschrauben und zu sagen, ich fange jetzt wieder klein an.

00:56:14: Und man muss ja ganz ehrlich sagen, klein ist es nicht, wenn du bei RTL einsteigst und da zweite Liga und Europa League kommentierst.

00:56:19: Trotzdem habe ich gesagt, ich muss jetzt nicht der ja sein, der sofort Champions League kommentiert oder Nationalmannschaft.

00:56:24: Das ist gar nicht, wo ich sage, da muss ich sofort hin.

00:56:26: Für mich ist es auch wieder so ein Weg, so eine Entwicklung.

00:56:28: Ich freue mich wieder, das Talent zu sein jetzt.

00:56:30: So im Fußball bist du halt mehr dreißig, bis halt alt.

00:56:33: So und jetzt bin ich mit vierunddreißig so einer der Jüngsten, die als Experte unterwegs ist und das finde ich schön, da wieder ein Talent zu sein zumindest.

00:56:40: Diese Lernkurve, die man dann auch dann durchlebt, die bringt einem ja auch so viel.

00:56:44: Also gerade, wenn man dann auch klein anfängt.

00:56:45: Aber das ist halt auch wieder so eine Ego-Frage, zu sagen, ja, also ich bin Felix Groß, aber ich bin der Lernende.

00:56:51: Und ich fange jetzt mal klein an und schau mal, wie weit das geht.

00:56:55: Aber es macht mir Spaß und ich will dabei bleiben.

00:56:57: Das ist eine wunderbare Charakterheinschaft.

00:57:00: Ja, und es ist ja auch ein Örglaube zu sagen, ich war Profi, ich weiß alles.

00:57:03: Ich war Profi und kann jetzt alles da genauso als Experte.

00:57:06: Da geht es ja auch spartig, was rüber zu bringen, um eine gewisse Ausstrahlung vor.

00:57:09: Kamera zu haben, das sind alles Sachen, die du auch lernen musst.

00:57:12: Und da musst du bereit für sein, nicht zu sagen, ich kann das alles, ich brauche jetzt keinen, der mir irgendwelche Tipps gibt.

00:57:16: Ich mach einfach und das wissen glaube ich auch, mein Basti war ja auch schon mal hier, Basti ist ja auch Experte, der musste das auch erst mal lernen und der musste dafür auch sich Hilfe holen.

00:57:29: Und das ist völlig in Ordnung.

00:57:31: Das ist keine Späche.

00:57:32: Ja, absolut.

00:57:33: Ich habe mich auch mit Zemeke Dira und der andere Mal darüber unterhalten, der ist ja auch bei der Soundexperte.

00:57:36: Und ja, das ist schon so.

00:57:39: Du wirst sie auch auf die Spiele vorbereiten müssen.

00:57:40: Du wirst es analysieren.

00:57:42: Also du hast ja auch Arbeit damit.

00:57:43: Das ist ja nicht nur so, dass du dich dahin stellst und dann einfach drauf losredest, sondern du hast es vorbereitet einfach.

00:57:49: Definitiv.

00:57:49: Und da kommen wir auch wieder da zurück.

00:57:51: Die Spiele haben sie auch vorbereitet auf dieses Highlight am Wochenende von Achtzigtausend.

00:57:55: Aber was sie in der Vorbereitung machen, sieht man nicht.

00:57:58: als Experte im Endeffekt genauso.

00:58:00: Und das sieht auch mal dann schön und leicht aus.

00:58:01: Und ich habe auch riesen Respekt für Moderatoren entwickelt.

00:58:05: Wenn du da auf dem Sofa sitzt und da siehst du einen was weg moderieren, denkst du ja, ist ja easy.

00:58:09: Aber was dir alles beachten müsst und vom Timing her und da quatscht die ganze Zeit jemand aufs Ohr und du musst eine Sendung leiten und führen, ist für mich dann fast schon wieder einfach als Experte, wie sie da nur Sachen hingelegt bekommen und sagen, du musst jetzt darauf antworten.

00:58:21: Das habe ich auch einen riesigen Respekt dafür entwickelt, muss ich sagen.

00:58:25: Und das ist alles kein leichter Job.

00:58:26: Es sieht dann leicht aus.

00:58:28: Das ist dann auch die Stärke, es leicht aussehen zu lassen, aber da gehört schon viel dazu.

00:58:31: Also kann man sagen, wichtig ist, den Mut zu haben, neue Dinge anzunehmen.

00:58:35: bereit zu sein, dazu zu lernen, auf andere zu achten, sich auch den Rat einzuholen, dem Team, mit dem man das gemeinsam macht, egal ob es jetzt moderierend ist oder im Fußball, dem Team, die nicht zu sein, andere Menschen mitzunehmen, darauf achten, dass es halt auch allen in dem Team gut geht und so kann man sich halt auch weiterentwickeln und so wird man halt auch von den anderen getragen.

00:58:54: Ja

00:58:54: und freudig über Widerstände und die zu überwinden und daraus zu lernen.

00:58:58: und freudig über Fehler, freudig über sich über Nierlagen und Fehler zu freuen ist schwer.

00:59:03: Aber sie können am Endeffekt extrem helfen.

00:59:07: Probier alles aus, was du kannst.

00:59:09: Stell fest, was du nicht kannst.

00:59:11: Und natürlich ist es auch wichtig, Unterstützung zu haben.

00:59:15: In dem Fall sehe ich den Sender RTL als mein Trainer.

00:59:19: Entweder ein Trainer setzt auf dich oder nicht.

00:59:21: Und wenn er nicht auf dich setzt, dann musst du dich trotzdem selbst in der Frage, was kann ich dafür tun?

00:59:27: dass er vielleicht irgendwann auf mich setzt.

00:59:28: Und trotzdem ist diese Unterstützung sehr wichtig und diese Chance, die man bekommt, sich zu entwickeln.

00:59:33: Weil wenn man jetzt meinen ersten Experteneinsatz mit dem heute vergleicht, das sind auch Welten.

00:59:39: Oder ich vergleicht es auch mal im Podcast.

00:59:40: Wir sind jetzt fünf und ein halb Jahre mit dem Podcast dabei und man sieht hier, ich hoffe, es hört sich keiner mehr die erste Vollgarn.

00:59:47: Also es ist ein Drama.

00:59:48: Aber man hat uns die Chance gegeben, aber man hat irgendwas erkannt, dass wir da einen Potenzial haben und wir haben uns halt entwickelt.

00:59:53: Und ich mich entwickelt als Experte und ich sehe mich auch noch nicht am Ende und deswegen probiere alles aus, was du kannst und mach Fehler.

01:00:01: Sei bereit, Hilfe anzunehmen und lernen draus.

01:00:03: Ja, ich profitiere davon auch persönlich sehr.

01:00:05: Also ich führe ja Garmin in Deutschland, Österreich, Schweiz schon seit zehn Jahren und bin auch schon deutlich darüber hinaus bei Garmin in verschiedenen Rollen.

01:00:12: Und ich mache ja diesen Podcast jetzt seit anderthalb Jahren, einmal im Monat hoff ich es nicht, aber ich freue mich jedes Mal darauf.

01:00:18: Ich habe so tolle Gespräche und ich interessiere mich halt für die Karrieren von Sportland und Sportland und wie es ihnen damit gegangen ist oder was sie gelernt haben, woran sie gewachsen sind und so weiter.

01:00:30: Aus dem Grund lerne ich da auch so viel dazu und es war auch ganz neu für mich, aber ich kann das nur bestätigen.

01:00:34: Also den Mut haben, neue Sachen auszuprobieren und da dann auch dran zu bleiben.

01:00:38: und wenn man dann auch Sachen reflektiert, dann halt auch das Ego zurückzustellen zu sagen, okay, da hätte ich ein bisschen besser sein können oder ich höre auf den Rat anderer und das hilft mir halt auch daran zu wachsen.

01:00:50: Und du bist auch bereit dann zu lernen, weil du unterbewusst merkst, okay, das macht mir Spaß.

01:00:54: Das fühlt sich eigentlich gar nicht wie Arbeit an und dann bist du auch bereit, Sachen anzunehmen, Sachen zu lernen.

01:00:59: Am Endeffekt, die Grundlage ist für mich immer, dass ich Spaß dabei habe.

01:01:02: Weil ich glaube, das ist auch für mich entscheidend.

01:01:04: Nur wenn du daran Spaß und Begeisterung hast, dann kannst du es auch gut machen.

01:01:07: Das ist bei allen Sachen, die ich mache.

01:01:10: Das ist ein wunderschönes Schlusswort.

01:01:12: Felix Groß, herzlichen Dank.

01:01:14: Es war ein tolles Gespräch.

01:01:15: Schön, dass du hier gewesen bist.

01:01:17: Ich wünsch dir alles Gute für den anstehenden Umzug nach Bremen.

01:01:21: Wir werden dich verfolgen bei der nächsten Marathon in Berlin.

01:01:24: Auch in Bremen.

01:01:25: Halt mal es mal so fest.

01:01:26: In Bremen

01:01:27: musst du ja zum ... Wenn du umziehst und da ... Das

01:01:29: ist ja eine Woche später, da mach ich halt zwei.

01:01:31: Ja, easy.

01:01:33: Und alles Gute für die Eigenliege auch, für all das, was du jetzt gerade machst.

01:01:37: Und freue mich auf unsere nächste Begegnung.

01:01:45: Das war der Beat Yesterday Podcast mit Felix Groß.

01:01:49: In der nächsten Folge ist Anton Paltzer zu Gast.

01:01:52: Anton war früher professioneller Skibergsteiger und ist heute Rennradprofi.

01:01:56: Ich freue mich auf das Gespräch und wenn ihr wieder rein hört.

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