Gina Lückenkemper: Vertrauen in den eigenen Weg

Shownotes

Deutschlands schnellste Frau zu Gast bei Beat Yesterday: Gina Lückenkemper spricht mit Kai Tutschke über die Schlüsselmomente ihrer außergewöhnlichen Karriere – von den ersten Wettkämpfen als junges Talent bis hin zum emotionalen EM-Gold 2022 in München.
Im Podcast erzählt Gina, wie sie schon früh lernte, ohne Angst und Erwartungsdruck an große Rennen heranzugehen, warum ihr positives Mindset zu einer ihrer größten Stärken geworden ist und welche Rolle ihr Umfeld auf dem Weg zur Weltklasse spielte. Besonders bewegend: die Geschichte hinter ihrem legendären Europameisterschafts-Finale, bei dem sie trotz körperlicher Beschwerden Gold gewann – dank Vertrauen, Technik und eines Coaches, der genau die richtigen Worte fand.
Außerdem spricht sie über Olympische Spiele, Rückschläge, den Teamspirit in ihrer Trainingsgruppe in Florida, die Zusammenarbeit mit den besten Sprinterinnen und Sprintern der Welt und darüber, warum „schnell rennen nur wehtut, wenn man es falsch macht“.
Eine Folge über Leidenschaft, mentale Stärke, Mut, Teamgeist und die Kunst, auch in den entscheidenden Sekunden die Kontrolle zu behalten.

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00:00:01: Also bei mir hat Sprinten einfach unfassbar viel mit Gefühl zu tun, mit dem richtigen Gefühl vor allem.

00:00:09: Wenn man immer davon geträumt und gesagt habe ich fahr zu meinen ersten Olympischen Spielen und ich komme direkt mit einer Medaille nach Hause so läuft das Ganze Und dann passiert es nicht.

00:00:17: Dann ist die Enttäuschung natürlich da.

00:00:22: Das war schon was Wahnsinnig besonderes und so ein kleiner Aha-Effekt.

00:00:27: Da stand dann das erste Mal in dem Schreiben auch was von der Jugendnationalmannschaft mit drin, da war ich ganz, ganz aufgeregt und ganz stolz als dieses Schreiben damals ankam.

00:00:35: Das weiß ich heute noch!

00:00:39: In der Trainingsgruppe in Florida darf ich trainieren mit Olympiasiegern, Weltmeistern, Weltrekordhaltern.

00:00:44: also dass wirklich alles miteinander starten und ich bin mittendrin und es ist vom Mindset wahnsinnig cool, wahnsinnisch spannend super, super lehrreich.

00:00:55: Machst du dir da manchmal Gedanken darüber, wie du diese halbe Sekunde oder ein bisschen mehr rausrühren kannst um dann vielleicht auch mal Weltmeisterin zu werden?

00:01:09: Jede Folge – Ein Gast.

00:01:11: Jede Geschichte eine Inspiration aus der Welt des Sports.

00:01:15: Willkommen zu Beat Yesterday dem Podcast von Garmin.

00:01:20: Mein heutiger Gast ist Gina Lückenkämper.

00:01:25: Mit mehreren Europameistertiteln, einer olympischen Bronzemedaille und zahlreichen gewonnenen deutsche Meisterschaften ist Gina aktuell eine der erfolgreichsten deutschen Sprinterinnen.

00:01:35: Wir sprechen über die Schlüsselmomente auf ihrem Karriereweg – Die Zuversicht und ihr positives Mindset Das Herzschlagfinale bei der Europameisterschaft Und warum schnell Rennen nur wehtut wenn man es falsch macht.

00:01:52: Gina Lückenkemper, herzlich willkommen zum Beat Yesterday Podcast.

00:01:55: Gina du bist derzeit Deutschlands schnellste Frau bzw.

00:01:59: Deutschlands Schnellste Sprinterin auf einhundert Meter mit einer Bestseite von zehn Komma neun drei Sekunden.

00:02:05: diese Bestseit hast Du zwanzig vierzwanzig nach sechsunddreißig Jahren aufgestellt.

00:02:11: Außerdem wurdest du Zwei-Zwanzig Europameisterin mit einem beeindruckenden Rennen und bist olympische Bronzemedaille Gewinnerin in der vier mal einhundert Meter Staffel.

00:02:22: Gina, schön dass du hier bist!

00:02:23: Danke ich freue mich!

00:02:25: Gina warum machst Du leicht Athletik?

00:02:28: Das ist eigentlich ganz... Simpel erklärt.

00:02:32: Ich war als Kind schon immer gerne und viel draußen, bin gerne draußen rumgerannt und war echt einfach für Dinge zu begeistern.

00:02:39: Und meine Eltern haben mich damals gefragt, Mensch, Gina willst du nicht mal zur Leichsathletik?

00:02:43: Und ich hab das ausprobiert.

00:02:45: Ich bin zu einem Kindertraining hingegangen mit dreißig anderen Kindern, konnte da eine Stunde lang rumrennen, habe ein bisschen Hochsprung gemacht oder halt mal ein bisschen Weitsprung gemacht je nachdem was halt so anstand und was man machen konnte.

00:02:55: Wir sind häufig und sehr sehr viel tatsächlich acht hundert Meter gelaufen längere Strecken gelaufen, weil mit dreißig Kindern hat man halt innerhalb von einer Stunde nicht so viel die Möglichkeiten.

00:03:06: Aber es hat mir einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht, weil ich bin meine Energie los geworden und war draußen an der frischen Luft also zumindest den Sommer über oder so bald wie das Wetter gut war.

00:03:14: Und ja dadurch dass sich leicht für den Gezubegeister war habe ich gesagt alles klar!

00:03:18: Das mache jetzt und jetzt sitze ich hier und mach das immer noch.

00:03:23: Du machst das immer noch und du machst es vor allen Dingen auch sehr gut.

00:03:26: Und auf Weltniveau, warum bist du denn bei dem Leichtathletik geblieben?

00:03:31: Einfach weil ich über die Jahre hinweg für diese Sportart eine wahnsinnige Leidenschaft entwickelt habe.

00:03:38: also mir hat's wie gesagt von der ersten Sekunde an einfach Spaß gemacht draußen zu sein, mich bewegen zu können, laufen zu können.

00:03:46: Das ist schon immer so das gewesen was ich eigentlich gemacht habe bei Wind und Wetter.

00:03:49: tatsächlich.

00:03:50: also meine Mama scherzt immer noch darüber dass du sagst, dass ich regelmäßig da schon gesagt hab Mama ich bin draußen!

00:03:55: Ja bei Jean das regnet kein Problem ich habe eine Regenjacke und dann war ich halt draußen und bin halt draußen rumgerannt.

00:03:59: also ich bin schon immer... gerne und viele Bewegungen gewesen.

00:04:03: Und gerade mit der Leichtathletik, die ist so vielseitig!

00:04:07: Ich habe so viele Möglichkeiten gehabt.

00:04:09: ich bin auch echt dankbar dafür.

00:04:10: Ich hab mich jetzt nicht irgendwie in super jungen Jahren schon spezialisiert auf den Sprint sondern ich habe echt... In der Leichheitätik sind ziemlich jede Disziplin mittlerweile ausprobiert.

00:04:19: Ich habe sogar mal einen Crashkurs im Stabhochsprung gemacht.

00:04:22: wir dachten eine ganze Weile ich würde hoch springeren werden.

00:04:25: leider hatte ich halt nur Kraft in den Beinen und keine besonders schöne Technik.

00:04:29: aber meine erste Teilnahme an Westfalen Meisterschaften war nicht im Sprinn, sondern im Hochsprung.

00:04:33: Also ich weiß nicht... Ich fand das schon immer schön dass sich so viele Möglichkeiten hat mit der Leichtathletik mein Körper und Bewegungsgefühl halt auch so gut kennenlernen zu können durch diese ganzen unterschiedlichen Disziplinen.

00:04:43: Das einzige was mir nie wirklich getaukt hat und wenn mich nie wirklich warm geworden bin sind sämtliche Wurfdiszipline finde ich echt ziemlich talentfrei, wenn man das so sagen kann.

00:04:54: Spannend finde ich es trotzdem und ausprobiert habe ich sie trotzdem bis aufs Hammerwerfen alle.

00:05:00: Ich hab mal Discos ausprobieren, Discus werfen, Kugel stoßen, habe für einen Siebenkampf gebraucht genauso wie Speer werfen.

00:05:07: auch ein Sieben Kampf habe ich tatsächlich auch schon einmal gemacht.

00:05:10: Hürden laufen habe ich probiert aber es war bei mir eher Hürde hochsprungen als dass es Hürd laufen war.

00:05:14: Ich war immer super hoch über den Hürdin.

00:05:17: Über all die Jahre hat sich da einfach so eine Leidenschaft rausentwickelt und am Ende durch diese Leidenschaft tatsächlich nicht eine Sportkarriere, die ich so selbst für mich nie geplant hatte.

00:05:27: Sondern die ist tatsächlich einfach passiert!

00:05:30: Und wie bist du dann zu der Disziplin des Sprints gekommen?

00:05:34: War das eher andere, die auf dich aufmerksam geworden sind.

00:05:37: Trainer oder Außenstehende, die gesagt haben Gina also deine Zukunft liegt im Sprint oder bist du morgens aufgewacht und hast dir gesagt ich muss für mein Leben lang jetzt sprinten?

00:05:48: Also schnell gerannt bin ich tatsächlich schon immer.

00:05:51: Selbst im Kindergarten habe ich mich schon regelmäßig mit den Jungs auf der Wiese hinter dem Kindergaten hingestellt und hab Wettrennen mit denen gemacht, und ich bin immer außen gelaufen wenn wir da um die Wiese gerannt sind.

00:06:00: also schnell war ich schon immer irgendwie und über die Jahre hat sich halt immer so ein bisschen gezeigt ja die Geschwindigkeit ist da aber man hätte sich niemals irgendwie zu träumen erwagt dass das ganze mal dahin gehen kann.

00:06:11: und ja ich weiß auch nicht.

00:06:14: irgendwann wurden dann, ich weiß gar nicht wie alt man ist.

00:06:17: Ich glaub' man ist mit drei oder mit vierzehn wenn man von den seventy-fünf Metern bei dem Leichterdequett kämpfen auf die hundert Meter Strecke geht und ab da wo wir auf diese Hundert Meter Strecke gegangen sind hat sich tatsächlich gezeigt boah das könnte tatsächlich was geben.

00:06:31: die Gina ist ganz schön schnell Ich glaube so richtig, realisiert wie schnell ich eigentlich bin und dass sich da in Deutschland auch mit zu den besten Gehörer.

00:06:40: schon in jungen Jahren hat sich für mich gezeigt als wir einen Vereinswettkampf in Soße meiner Heimat statt hatten.

00:06:45: Und eine Trainingskollegin versucht hat für die deutsche Jugendmeisterschaft, die Qualifikationsnorm über zweieinhalb Meter zu rennen.

00:06:53: Ich war noch zu jung um zweihundert Meter offiziell laufen zu dürfen im Wettkampf Aber sie ist, Mensch, Gina willst du nicht mit der Sophia die zwei Hundert Meter laufen?

00:07:02: Dann kannst du sie die ersten hundert Meter ziehen und dann geht die nach hundert Metern an dir vorbei.

00:07:05: Und damit sie halt die Norm schaffen kann.

00:07:08: Und ich dachte okay!

00:07:09: Ich bin sowas vorher noch nie gelaufen.

00:07:11: Ich bin vorher noch in einer Kurve gestartet.

00:07:12: Ich hatte überhaupt keine Ahnung von dem was ich da mache.

00:07:15: Der Startschuss fiel das Rennen ging los.

00:07:17: Ja, dann war ich die hundert-Meter-Marke... ...und die Sophia kamen nicht.

00:07:22: nie war, aber zwei Jahre älter.

00:07:23: Dann waren wir bei hundertfünfzig Meter und die Sophia kam immer noch nicht.

00:07:26: und irgendwann bin ich dann über die Zinni gelaufen und bin dann die Normen gelaufen für deutsche U-Zwanzigmeisterschaften obwohl ich noch viel zu jung dafür war und gar nicht startberechtigt war.

00:07:36: Und da hat sich für mich so richtig gezeigt okay das könnte tatsächlich was werden, aber ich hätte mir nie zu erträumengewagt damals wo die Reise da tatsächlich hingehen kann und was sich aus dem Ganzen dann tatsächlich am Ende entwickelt.

00:07:50: Aber es scheint so ein Schüsselmoment gewesen zu sein für dich?

00:07:53: Ja definitiv also das war schon etwas... Wahnsinnig besonderes und so ein kleiner AHA-Effekt.

00:08:01: Über die hundert Meter hat sich dann auch echt gut weiterentwickelt, spätestens ab da wo das Schreiben damals von uns zu Hause ankam vom Deutschen Leichtathletikverband dass ich in den damals nannte man das ganze den DC Kader.

00:08:13: Dass ich vom D Kader diesen Anschluss in den Nachwuchskader geschafft habe gerade immer der offizielle Nachwuchskader war damals der C Kader Übergangsabschnitt, da hatte man mich einsortiert.

00:08:24: Und ab da stand dann das erste Mal im Schreiben auch was von der Jugendnationalmannschaft mit drin und da war ich ganz aufgeregt und ganz stolz, dass dieses Schreiben damals ankam.

00:08:33: Das weiß ich heute noch!

00:08:37: Ab da ging es richtig ab, das war Ende of the year.

00:08:41: Und im Januar, ich bin dann tatsächlich auch das erste Mal mit dem Bundesartler auf der Brust bei einem Länderkampf an den Start gegangen und daher habe ich dann so richtig Blut geleckt.

00:08:50: also Das war für die Uhr zwanzig und ich weiß Ich bin von diesem länderkampf aus Frankreich nach Hause gekommen und ich hab meine Eltern eingeguckt und gesagt und im Sommer fahre ich mit zu WM Und meine Eltern hatten echt ein bisschen Schiss, weil es gab für meine Altersklasse in der U-Achzehn in dem Jahr keine internationale Meisterschaft.

00:09:06: Ja ich war zu dem Zeitpunkt tatsächlich noch fünfzehn.

00:09:08: also ich bin zwar in dem jahr sechszehn geworden Ich bin ja bei Ende des Jahres geboren also erst im November das heißt ich war gerade fünfzehnt und ähm... ...ja für meiner Altersklasse gab's keine WM in diesem Jahr für die u-Aachzehn oder EM und für die Uhr zwanzig allerdings eine u-zwanzig wm in Barcelona.

00:09:28: Und ich hab gesagt, ich fahr da mal hin.

00:09:29: Meine Eltern hatten so Angst davor, dass ... Ich das nicht schaffe und dann halt super enttäuscht bin.

00:09:36: Aber ich habe einen sehr tollen Bundestrainer in der Jugend gehabt mit Alexander Seger, der mich damals trotzdem mitgenommen hat für die zweieinhalb Meter.

00:09:44: Für die Staffel kam ich noch nicht infrage, weil ich einfach viel zu unerfahren war.

00:09:49: Ja, für die Staffe auch keine Bereicherung gewesen wäre.

00:09:52: Keine Ahnung hatte, was ich da auf der Bahn tour für die Wechsel.

00:09:54: Damit kannte ich mich noch gar nicht aus.

00:09:57: Aber ich wurde für die zweieinhalb Meter mitgenommen, durfte zweieinander meinen ersten Einzelstaat laufen und bin tatsächlich bis ins Halbfinale gekommen, womit keiner gerechnet hat gegen die achtzehn- neunzehnjährigen.

00:10:07: Das war schon etwas ganz, ganz Besonderes Und spielte es seit diesem Moment gibt's keinen zurück mehr unter.

00:10:12: Ganz kein halten mehr, ja?

00:10:13: Schüsselmoment

00:10:14: Ja!

00:10:15: Aber wie bist du denn dahin gefahren?

00:10:16: Mit welchem Gefühl hattest Du damals schon so dieses Selbstvertrauen dass du dir gesagt hast, ja gut ich bin halt drei Jahre oder vier Jahre jünger aber es ist jetzt egal.

00:10:27: Ich gehe an den Staat und glaube an mich.

00:10:28: war das damals schon so sehr ausgeprägt?

00:10:30: Oder bist du da schon sehr...ich würde nicht sagen eingeschichtert hingefahren, aber hat das schon vielleicht auch großen Respekt, oder?

00:10:39: Ich glaube, das ist tatsächlich auch dahingehend für meine mentale Stärke mit dem Schlüsselmoment gewesen weil in meinem Kopf konnte ich nur gewinnen, weil ich eben so viel jünger war als der Rest.

00:10:49: Also mein Papa hat es nachgeschaut gehabt damals in den ganzen Startlisten.

00:10:53: Ich bin tatsächlich auch auf dem Papier die jüngste Teilnehmerin von dieser U-twanzig Weltmeisterschaft gewesen Und von daher konnte ich nur gewinnen.

00:11:00: Die anderen waren alle Eltern, die haben schon ganz anders trainieren können teilweise als ich und das ist ein Mindset was mir wahnsinnig geholfen hat bei dieser Meisterschaft.

00:11:09: aber auch die Tatsache dass man mich so jung mitgenommen hat, mich so Jung an so einen Großereignis ran geführt hat und ich mir das Ganze in Ruhe und wirklich ohne Stress, ohne Druck anschauen konnte.

00:11:21: Das hat mir so eine Ruhe mitgegeben für den Rest meiner... Bei keiner Wartungseitung?

00:11:25: Genau!

00:11:26: Keinerlei Erwartungshaltung.

00:11:27: Es hat mir so eine Ruhe mitgegeben für den Rest meiner Karriere und dass ich da einfach ganz anders gelernt habe, an große Meisterschaften heranzugehen.

00:11:35: also es war für mein Selbstvertrauen und selbstbewusstsein war das ein richtig krasser Confidence Boost und das hab' ich mir tatsächlich mitbehalten können.

00:11:45: Ja, das ist stark.

00:11:46: Weil mittlerweile ist es ja anders.

00:11:47: Also mittlerweile hast du ja den Druck oder die Erwartungshaltung von außen.

00:11:52: gegebenenfalls machst du dir auch selber den Druck.

00:11:54: darüber reden wir gleich noch wie es jetzt um deine mentale Stärke bestellt ist.

00:11:58: Wir reden über deine Titel und was du alles erreicht hast.

00:12:02: Aber das ist schon interessant dass du sagst, dass du das so behalten konntest.

00:12:06: Also da bin ich wirklich einfach nach wie vor dankbar für das Umfeld, was sich zu dem Zeitpunkt hat.

00:12:12: Vor allem meine Eltern, die da ja extremen Einfluss auch drauf haben.

00:12:15: wenn ich zu Hause war und zuhause halt immer nur hören konnte, Georgina ... Du kannst dann nur gewinnen!

00:12:20: Also meine Eltern haben das Ganze auch so wahrgenommen und haben es mir gegenüber aber auch immer so kommuniziert.

00:12:25: Du kannst dann nur gewinnen, die anderen sind alle älter.

00:12:27: also du hast jetzt schon gewonnen weil du's überhaupt geschafft hast dich für diese Meisterschaft zu qualifizieren Und das hat mir wahnsinnig mit meinem persönlichen Mindset da halt einfach echt extrem geholfen

00:12:39: Stark!

00:12:40: Wie ging es dann weiter?

00:12:40: Du hast dann einige deutsche Titel eingefahren, du wurdest international sehr schnell auch bekannt.

00:12:47: Man hat dich schnell schätzen gelernt als harte Konkurrentin in dem Feld.

00:12:51: Wie ging das dann danach weiter?

00:12:52: Wann kam so der Punkt, als du denn auch für dich entschieden hast ja das wird mein Beruf.

00:12:59: Ich habe mein Abitur im Jahr zwei Tausendzehnte gemacht.

00:13:02: Das heißt, ich war noch in der Schule und bin an ein normales Gymnasium gegangen um da meinen Abschluss zu machen.

00:13:10: Und ich hab mich in der Saison, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn tatsächlich relativ überraschend.

00:13:14: Weil es war nicht geplant ... Ich war noch in der U-Zwanzig offiziell.

00:13:18: Das war mein letztes U-zwanziger, mein letztstes Jugendjahr.

00:13:20: Wir hatten eine U-zwanzi Europa-Meisterschaft in dem Jahr und ich habe mich für die WM der Aktiven qualifiziert, womit keiner gerechnet hat.

00:13:29: Wir schon gar nicht vor allem nicht damit, dass ich mich über einhundert Meter qualifiziere.

00:13:33: zu dem Zeitpunkt.

00:13:34: damals waren die zweihundert Meter nach wie vor so meine Paradedisziplin um meine Paradestrecke.

00:13:41: Wir haben uns damals auch dafür entschieden, dass wir gesagt haben, wenn man mich mitnimmt und der DLV mich nominiert für die WM in Peking damals.

00:13:53: dann nehme ich das auf jeden Fall mit, weil wir gesagt haben, wer kann mir denn garantieren, dass ich das noch mal wieder schaffe.

00:13:58: Wer kann mir garantieren?

00:13:59: Dass ich es noch jemals in meinem Leben schaffen werde, mich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

00:14:03: Ich hatte ja nirgendwo diese Garantie.

00:14:05: Es war auch alles andere als einfach der Weg dahin, weil die Abreise für die WM nach Peking war an dem Tag, als in NRW die Sommerferien vorbei waren und ich hab dadurch ganz viel Schule verpasst von meinem letzten Schuljahr, weil ich halt ... bei den Weltmeisterschaften in Peking war.

00:14:24: Und das war wahnsinnig, wahnsinnigt cool auch wenn es super stressig zugleich war weil ich ja alles an Schulstoff parallel irgendwie selbstständig mir erarbeiten musste was mir in manchen Fächern nicht ganz so einfach gefallen ist.

00:14:37: also gerade im Mathe habe ich immer jemanden gebraucht der es mir wirklich anständig und leicht verständlich erklären kann.

00:14:42: mit einer guten Erklärung war das alles nie ein Thema aber ich brauchte jemanden der es gut erklären könnte.

00:14:50: Kein einfaches Unterfangen damals bei diesen Weltmeisterschaften.

00:14:53: Ich hab auch echt eine Quittung im Nachgang bekommen von meinem Körper, muss man auch dazu sagen weil wir diese Saison dadurch länger gezogen haben als wir es ursprünglich geplant hatten.

00:15:04: also haben ja eigentlich nur diese Saison bis zu dieser U-twanzig-Europameisterschaft geplant gehabt.

00:15:09: Und auf einmal ging die Saison, ich glaube anderthalb fast zwei Monate länger als wir das eigentlich vor hatten.

00:15:14: Ich habe die ganzen Sommerferien überdurchtrainiert der Körper ist nie so richtig zur Ruhe gekommen und nach der WM bin ich sofort Zuhause in die Klausurenphase eingestiegen.

00:15:25: also ich stand unter Dauerstrom und hab sofort in der ersten Woche Klausur geschrieben und wir hatten dann an dem Samstag in der Erstenwoche wo ich zurück war einen Tag der offenen Tür in der Schule, und ich bin damals noch zu Hause.

00:15:37: Bevor ich losgefahren bin, hab ich zu meiner Mama gesagt ... Wenn ich Montag die Englisch-LK-Klausel geschrieben habe, dann muss ich zum Arzt gehen.

00:15:43: Weil irgendwie fühle ich mich nicht so hundertprozentig.

00:15:45: Irgendwas stimmt mit meinem Körper nicht?

00:15:47: Ja, und zwar bin ich zur Schule gekommen, aber ich bin nicht lange in der Schule gewesen.

00:15:52: Ich bin im Hauptengang von der Schule bewusstlos geworden.

00:15:55: Mein Körper hat gesagt, es reicht!

00:15:58: Wir waren beim Arzt, wir haben das alles abklären lassen.

00:16:00: Es war wirklich einfach dass ... Ich war zu viel.

00:16:05: Es war zuviel, ich war einfach totes gestresst und meine Hausärztin hat den Riegel vorgeschoben und gesagt, Regina wir machen jetzt mal einen Cut.

00:16:13: Du musst einmal runterfahren und einmal deinem Körper die Möglichkeit geben wirklich anständig zur Ruhe zu kommen.

00:16:20: also da bin ich auch echt froh dass vom Umfeld her bei mir ... eigentlich so ziemlich immer alles gepasst hat und ich immer von richtigen Menschen umgeben war, die halt auch mal den Riegel davor geschoben haben gesagt haben.

00:16:32: Halt stopp!

00:16:33: Auch meine Eltern, die da sofort mitgezogen haben ... Ich mein das es meinem Körper so geht oder wie's da halt im Jahr aussieht?

00:16:39: Das konnte halt von außen stehend auch schwer jemand anderes beurteilen.

00:16:42: Also klar mit diesem Output von dem Ohnmächtigwerden im Haupteingang der Schule ist auch ein bisschen sehr dramatisch.

00:16:51: Trock auf the town dann wahrscheinlich.

00:16:53: Gott sei Dank nicht aber Ja, also war trotzdem einfach ein bisschen extrem für alle Beteiligten.

00:16:59: Ich glaube deswegen ist da auch sofort jeder so vorsichtig gewesen.

00:17:02: aber ja das war trotz aller Demen... ich bereue rückblickend nichts!

00:17:08: Ich bereue nicht dass ich mit zu dieser WM gefahren bin weil das ist so für mich der Moment gewesen wo ich gemerkt habe wo ich eigentlich hin möchte und wo die Reise hingehen kann, was sich eigentlich mit dieser ja leichter Detikariere, die damals noch so in den Anfängen stand für mich ... Was ich da noch machen möchte.

00:17:24: Wo ich hin möchte, was ich machen will.

00:17:26: Im Jahr drauf, im Jahr zum Jahrzooi.

00:17:29: Und ab da hab' ich halt wirklich alles dafür getan, dass ich irgendwie mit zu diesen olympischen Spielen komme.

00:17:35: Ich war gerade neunzehn, als ich mein Abi gemacht habe und sofort im gleichen Jahr mit zu den olympischen Spielen ... zu meinen ersten Olympischen Spielen durfte.

00:17:44: Das war was super Besonderes, einfach völlig völliger Wahnsinn!

00:17:49: Die Schule hat Gott sei Dank mitgezogen dass sie meine mündliche Abi-Klausur vorverlegt haben damit ich halt überhaupt noch eine Möglichkeit hatte in den Trainingslager zu fliegen weil ich ja schon im Vorfeld durch diese WM so viel Schule verpasst hatte.

00:18:03: von daher... Ja, bin ich da echt dankbar für den Weg, den ich da gehen konnte.

00:18:07: Aber so das ... ... im Jahr zweitausendfünfzehn mit dieser WNP-King war für mich ein richtiger Schlüsselmoment, wo ich gesagt habe okay... Das ist es!

00:18:15: Das will ich machen und da will ich hin.

00:18:17: Das ist die Bühne auf der ich mich präsentieren möchte.

00:18:19: Das sind die Büner, auf denen ich Wettkämpfe bestreiten

00:18:21: möchte.".

00:18:23: Okay, also der nächste Schlüsselmoment und dann bist du ja von der Schule gegangen.

00:18:27: Und nicht so wie andere die dann halt gefeiert haben oder erst mal gereist sind ... Ich

00:18:32: bin auch gereist!

00:18:33: Du bist auch gereistert aber das ist denn ja schon ganz anders gewesen.

00:18:37: Du wirst sicherlich wie viele Top-Sportlerinnen und Sportler jetzt auch in der vergangenen Zeit hier im Podcast viel verzichtet haben auf Zeit mit deinen Freunden bei deiner Familie um dich dann auf deine Karriere zu konzentrieren.

00:18:52: Du sagst, das waren die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

00:18:56: Ja!

00:18:57: Du hast dich dann sofort auf die Vorbereitung gestürzt nämlich an

00:19:00: und

00:19:00: erzähl mal wie war denn so deine ersten Olympischen Spieler?

00:19:04: Super aufregend also.

00:19:06: Thema Verzicht ich war nicht bei meinem Abi Ball.

00:19:08: Ich hab die Abschlusszeugnisvergabe noch so gerade eben mitbekommen.

00:19:13: Und bin dann von da aus sofort in Trainingslage gefahren, einfach um mich perfekt vorzubereiten.

00:19:17: Wir hatten im Vorfeld ... vor den Olympischen Spielen-ZwT noch Europameisterschaften in Amsterdam.

00:19:24: War für mich ein wichtiger Zwischenstopp.

00:19:26: Ich bin von diesen Europameisterchaften aus Amsterdam mit zwei Bronzemedallien damals heimgekehrt.

00:19:30: Eine über zweieinhalb Meter und eine mit der Firma Einwaltmeterstaffel.

00:19:34: Ja, Rio war ... Wahnsinn!

00:19:37: Also... mit den Olympischen Spielen, muss es echt ... Es ist für mich ziemlich witzig.

00:19:43: Weil alle drei Spiele, bei denen ich jetzt gewesen bin, waren alles so extrem anders voneinander und haben sich wahnsinnig unterschieden.

00:19:52: Als wir nach Rio gekommen sind, waren die Athleten, die schon mal beim Olympischen Spiel dabei waren, ein bisschen enttäuscht.

00:19:58: vor Ort?

00:20:00: Ich hab diese Enttäuschung nicht verstanden!

00:20:02: Einfach, weil ich noch nichts anderes kannte und das Ganze unter Fangen für mich super aufregend war.

00:20:10: Die Situation vor Ort war allerdings ein bisschen wild.

00:20:13: Wir haben mit sechs Sprinterinnen in einem kleinen Apartment gewohnt.

00:20:17: Das Zimmer was ich mir mit meiner besten Freundin Rebecca Hase geteilt habe War so klein dass unsere beiden Betten da gerade eben drin gestanden haben Und unsere Koffer unter den Betten waren die Tür vom Zimmer noch so gerade eben aufbekommen.

00:20:29: Also luxuriös ist anders, wir haben zwei Wochen lang vor Ort nur kalt duschen können weil wir in unserem Paar mit tatsächlich kein warmes Wasser hatten und das war meine Olympiarfahrung.

00:20:43: also komplett anders als man sich das vorstellt.

00:20:46: ich habe eigentlich gedacht olympische Spiele da ist bestimmt alles irgendwie Glamourös und dann kaltes Wasser.

00:20:54: Und ich konnte nur kalt duschen, und ich muss ganz ehrlich sagen... Ich sage mal so mein zweiter Vorname ist Seniorita Frostboiler.

00:21:00: Also Kälte ist halt so gar nicht meins!

00:21:02: Ich hasse auch Eisbäder.

00:21:04: Das hat einen Grund.

00:21:05: also ich finde alles was irgendwie kalt und nass ist es überhaupt nicht meint.

00:21:09: Ich bin der absolute Wärme-Fan.

00:21:13: Das war dann schon hart, also zwei Wochen lang nur kalt duschen zu können und das im brasilianischen Winter.

00:21:18: Das ist wirklich kein Hit!

00:21:23: Es hat viel Regen gegeben wir haben viele große Fützen gehabt es waren weite Wege was ich auch völlig unterschätzt habe wie groß so ein olympisches Dorf doch tatsächlich am Ende ist Und wir mussten ja für die Mahlzeiten immer in die Mensa laufen.

00:21:38: Ich glaube ich hab irgendwo noch einen Zeitraffervideo auf dem Handy oder so.

00:21:42: Ich glaube, der Weg von unserem Gebäude bis in die Mensa hat von Anfang bis Ende von Tür bis Tür, glaub ich, knapp twenty-fünf Minuten gedauert.

00:21:52: Und das bin ich dreimal am Tag gelaufen einfach für jede Mahlzeit und da hatte ich im Vorfeld überhaupt keine Ahnung von.

00:21:59: also dass das Teil der Olympia Erfahrung ist.

00:22:03: Dass das zu olympischen Spielen mit dazugehört, dass das wirklich ... Das ist Olympia!

00:22:08: Und äh...das war schon Das war schon wild, das war krass.

00:22:11: Aber was auch ein Highlight vor Ort war für mich persönlich und ich glaube viele Deutsche werden das verstehen.

00:22:19: Wir haben uns im deutschen Wohnhaus ... hat man sich darum gekümmert dass im deutschen Haus was der DOSW immer macht da wurde Brot für uns gebacken Und wir hatten tatsächlich die Möglichkeit morgens mit unserer eigenen Brotdose Die wir bekommen haben immer runter zu gehen und haben morgens frisches Brot bei uns im haus gehabt Und das war so ein absolutes Highlight.

00:22:41: Wirklich gutes frisches Brot vor Ort.

00:22:44: Ja, ein Stück Heimat zu haben und das, obwohl man soweit weg ist!

00:22:47: Ich kann mir das schon vorstellen, dass du da natürlich mit einer gewissen Erwartungshaltung hingereist bist und dann sah das ganz anders aus.

00:22:54: Und es berichten ja einige die bei den olympischen Spielen gewesen sind jetzt auch im Jahr in Paris.

00:22:59: Das ist dann doch anders gewesen als wir sie vorgestellt haben.

00:23:01: aber es ist natürlich auch ein Riesenhappening!

00:23:03: Es ist ja... Die ganze Welt kommt zusammen und nur wenige Menschen dürfen das erleben.

00:23:08: Das wird wahrscheinlich auch in deiner Karriere so mit der Größe gewesen sein nämlich mal an den Olympischen Spiele insgesamt teilgenommen zu haben oder?

00:23:15: voll definitiv.

00:23:15: Also ich meine, ich hab durch den Sport so viele tolle Dinge erleben dürfen die sich glaube ich mit manch anderer Mensch gar nicht wirklich erträumen kann.

00:23:23: deswegen ist es für mich immer relativ einfach darüber zu reden wenn Leute sagen boah du musst das bestimmt auf so viele Dinge verzichten.

00:23:29: aber wo ich sag ja war also vor allem ist immer die Frage nach ob ich nicht das Gefühl habe ich hätte was verpasst oder vermissen würde gerade aus der Schulzeit wo ich sage Ja ich war vielleicht nicht auf dem ganzen Abi feiern Aber dafür war ich bei olympischen Spielen dabei und ... mein Warm-up gemacht neben dem Usain Bolt.

00:23:47: Wer kann das von sich behaupten?

00:23:48: Da gibt es nicht viele Menschen, also vor allem in Deutschland gibt's nicht viele... ... Menschen die das von sie behaupte können.

00:23:54: Ich hab auf der gleichen Bahn gestanden wie der und habe mich da erwärmt für meinen eigenen Wettkampf,... ... der am selben Tag nur ein paar Stunden vor seinem Stadt gefunden hat oder vielleicht auch nur ein Paar Minuten vor seinem.

00:24:03: Das weiß ich jetzt nicht mehr so genau!

00:24:05: Also ich habe so... Unfassbare Erlebnisse durch den Sport, die olympischen Spiele gehören dazu.

00:24:11: Aber auch die Weltmeisterschaften und vor allem aber auch ... Die Europameisterschafte, die ich in Deutschland erleben durfte.

00:24:16: Ich hab im Jahr zwei Tausend achtzehn und zweitausendszweiundzwanzig das Glück gehabt, Europa-Meisterschaft mit zu erleben und so ein Groß-Event eine Meisterschaft im eigenen Land zu haben.

00:24:28: Das ist schon noch mal was ganz anderes.

00:24:31: Und etwas ganz Besonderes Und das sind ja nur ein paar der Highlights, die ich so in meiner Karriere hatte.

00:24:40: Die Europamasachschaft-Zweitausendzwanzig in München hier direkt vor der Haustür.

00:24:45: sehr erfolgreich für dich.

00:24:46: Ja?

00:24:46: Da steigen wir gleich nochmal ein.

00:24:48: jetzt mal ganz kurz zurück zur Rio.

00:24:50: Wie lief Rio sportlich für dich?

00:24:51: hast du da auch schon Erwartungen an dich gehabt bezüglich gegebenenfalls schon einer Medaille was schon sehr früh in deiner Karrierei gewesen wäre.

00:25:01: Erwartung mit der Staffel.

00:25:03: Dadurch, dass ich Kutschbrunterin bin haben wir bei uns immer noch eine zusätzliche Chance.

00:25:07: Eine zusätzlichen Möglichkeit mit der Staffel und wir sind in den Vorbereitungen auf diese Olympischen Spiele eine unfassbar starke Zeit mit der Viermalhundertmeter-Staffel gelaufen.

00:25:21: Eine Zeit, mit der man in den Jahren davor immer eine Medaille gemacht hätte immer und auch tendenziell mit um Gold mitgerannt ist.

00:25:29: Von daher war bei uns der Traum von einer olympischen Medaille im Team sehr, sehr groß und definitiv da und damit natürlich auch die eigenen Erwartungshaltung anders.

00:25:40: Und das Einzel... Da bin ich bis ins Halbfinale gekommen.

00:25:45: Ich bin leider nicht so schnell gerannt wie ich mir das vorgestellt habe damals und war da schon ein bisschen geknickt.

00:25:49: aber ich wusste halt, ich hab noch die Staffel und wir können mit der Staffel nochmal neu angreifen.

00:25:53: Aber hinter dieser Staffel anderer Stress.

00:25:57: Weil da geht's ... Da ist generell immer anderer Stress, weil da geht es nie um meine eigene Leistung nur.

00:26:03: Sondern wenn ich da einen Fehler mache, dann ist das nicht ein Fehler der für mich persönlich doof ist und dann ist es halt nicht mein persönliches Pech, sondern wenn ich einen Fehler mach, versaue ich das für mein komplettes Team.

00:26:15: Hat es Druck gemacht?

00:26:16: Es ist ein anderer Druck!

00:26:17: Also es ist ein anderes Stress, der einfach dadurch vorherrscht... Ich empfinde nie so den krassen Druck.

00:26:25: Das habe ich einfach wirklich dem zu verdanken, dass sich an meine ersten Meisterschaften wirklich so extrem jung schon rangeführt wurde.

00:26:31: Das hat mir da ja wirklich extrem geholfen.

00:26:34: aber in der Staffel ist es einfach... Es sind andere Erwartungshaltungen die haben mich ran treten und gerade die Erwartungshaltung von meinen Staffelkolleginnen, die will ich natürlich nicht enttäuschen und wollte halt auch noch nie enttäuschen.

00:26:44: und das war ein Rio.

00:26:45: was ganz besonderes.

00:26:47: wir sind am Ende vierter geworden Wir sind mit dem undankbaren Filtenplatz wieder nach Hause gefahren.

00:26:52: Wenn man immer davon geträumt hat, ich fahr zu meinen ersten olympischen Spielen ... Ich komm direkt mit einer Medaille nach Hause.

00:26:58: So läuft das Ganze!

00:27:01: Und dann passiert's nicht?

00:27:02: Dann ist die Enttäuschung natürlich da.

00:27:04: Und dann ist die eine Enttöschung groß

00:27:06: v.a.,

00:27:07: wenn es so läuft wie vor Ort gelaufen ist.

00:27:09: Da sind Dinge passiert, auf die wir als Team keinen Einfluss hatten.

00:27:14: Und zwar ist im Vorlauf bei der US-Staffel der Stab hingefallen.

00:27:20: Und damit ist man normalerweise raus, beschafft es nicht weiter und nach dem Vorlauf war eigentlich der erste Stand die USA sind raus.

00:27:30: Die USA haben aber Protest eingelegt weil angeblich eine Staffel auf der Bahn daneben sie behindert hat und der Hintern einer ablaufenden Läuferin soll zu weit in der Bahn bei den US-Amerikanerin in der Bahn gewesen sein und deswegen soll dieser Wechsel nicht zustande gekommen sein.

00:27:50: Wenn man sich die Aufnahmen anschaut, sieht man dass der Wechsel so oder so nicht stattgefunden hätte.

00:27:53: das hatte gar nichts mit dem Hintern der anderen Läuferin zu tun sondern das wird halt als Ausrede genutzt Und es ist zu einer Situation gekommen die es in der Geschichte der olympischen Spiele noch nie gegeben hat.

00:28:05: Die USA haben einen rerun bekommen und haben damit nochmal eine Chance bekommen alleine In den Stadion zu laufen und sich für dieses finale über vier mal einhundert Meter zu qualifizieren.

00:28:13: Sie haben's geschafft haben Bahn Eins bekommen und haben auf Bahn Eins in diesem Finale ein unfassbar krasses Staffelrenn abgeliefert.

00:28:23: Also, wenn man sich die Aufnahmen anschaut das ist wirklich krass gewesen was sie da abgefackelt haben.

00:28:30: wir haben das Ding am Ende gewonnen.

00:28:33: ich glaube Sie sind sogar damals... Ich glaube es war neuer olympischer Rekord der aufgestellt wurde.

00:28:38: ich weiß gar nicht ob es sogar Weltrekord war.

00:28:39: also es war Wahnsinn, was die auf Bahn Eins in dem Finale abgefackelt haben.

00:28:44: Die Frage ist halt nur ... durften sie wirklich in den Finale stehen?

00:28:48: Sportlich

00:28:48: berechtigt, technisch

00:28:51: nicht wirklich.

00:28:51: Voll!

00:28:52: Also das war's...die Leistung, die es da in diesem Finale gegeben hat von den Amerikanerinnen war der absolute Wahnsinn.

00:28:58: also völlig zurecht das Ding gewonnen.

00:29:02: aber trotz alledem ist das wenn man halt dann den undankbaren vierten Platz macht schon hart Und es war schon nicht einfach.

00:29:09: Die Staffelübergabe ist ja so wichtig in der Technik und das ist ja das, was ihr auch immer trainiert, um da halt keine Geschwindigkeit zu verlieren

00:29:16: usw.,

00:29:16: und wenn ... Der Stab dann runterfällt?

00:29:18: Ja!

00:29:19: Es sind halt.

00:29:19: dann Fragen die man sich stellt, boah Mensch... Wenn wir in der Situation gewesen wären hätte's das bei uns auch so gegeben weil es hat nie eine Berührung stattgefunden da halt.

00:29:27: Wenn ne Berührungsstadt findet steht das völlig außer Debatte.

00:29:30: Wir haben so ein Fall, im Jahr zw.

00:29:31: und zwanzig selber mal bei Weltmeisterschaften gehabt.

00:29:33: Da hat unsere Startläuferin von Australierin, die auf der Bahn innen war.

00:29:40: Die hat ihren Armschwung so zur Seite gehabt.

00:29:43: Das hat sie auch nicht bewusst gemacht aber die hat der Luise Wielandt hier auf der Eins gelaufen ist bei uns Häftig auf den Arm draufgeprügelt, dass die komplett in Straucheln geraten ist.

00:29:53: Fast in die Nachbarbahn reingelaufen ist.

00:29:55: Unser Wechsel hat dann gerade eben noch stattgefunden und wir hatten es eigentlich nicht ins Finale geschafft haben halt Protest eingelegt weil wir tatsächlich behindert worden sind um man das auch dem Video Aufnahme auch überall gesehen hat.

00:30:08: Luises Arme hat's auch davon getragen.

00:30:11: Das war alles angeschwollen und komplett rot.

00:30:13: also die hat echt heftig einkassiert in dem Rennen Und da haben wir dann tatsächlich keinen Rerun gekriegt, sondern mittlerweile baut man die Stadien auch größer.

00:30:22: Sodass man quasi nur Bahn zwei bis neun besetzt und die acht Bahnen quasi vollzumachen um Bahn eins ist frei eben wenn es so eine Ausnahmesituation gibt wie man das daran halt hatte damit man halt darauf reagieren kann und dadurch jetzt nicht eine Staffel die sich eigentlich laut den Regularien offiziell für ein Finale qualifiziert hat dass die dann halt nicht raus sind, sondern dass die alle trotzdem im Rennen bleiben können.

00:30:46: Ja, das macht sicherlich Sinn.

00:30:47: Und rückblickend scheint es auch okay damit zu sein ... dass ihr den vierten Platz gemacht habt.

00:30:53: Schade natürlich!

00:30:54: Aber es gab ja noch weitere Wettbewerbe bei denen du sehr erfolgreich gewesen bist.

00:31:01: Machen wir so einen kleinen Sprung jetzt mal in das Jahr zwanzig-zweiundzwanzig.

00:31:05: Europamasserschaft hier in München.

00:31:08: Du hast einen Wahnsinnslauf hingelegt im Finale.

00:31:13: Einhundert Meter Sprint War es glaube ich aber angeschlagen körperlich, wenn ich das richtig erinnere nicht richtig fit?

00:31:24: Hast du trotzdem diesen Lauf so gefinischt dass du auf den letzten Metern noch Europameisterin geworden bist.

00:31:32: Ja

00:31:33: und ich würde gerne mit dir über diesen Laufen sprechen weil das interessiert mich wirklich!

00:31:36: Ich habe mir den Lauf nochmal angesehen.

00:31:38: Du hast ja damals auch ganz Deutschland erreicht.

00:31:42: Du bist dann über Nacht auch bekannt geworden mit diesem Lauf, weil man halt gesehen hat wie das passiert ist auf den letzten Metern und wie du dich nun mal voll reingeschmissen hast.

00:31:50: Dann bist, glaube ich, auch gefallen kurz nach und hast dich halt so authentisch gefreut!

00:31:56: Und es war so schön zu sehen immer noch.

00:31:59: Nimm uns mal mit zum Lauf.

00:32:01: Was ist vorher passiert?

00:32:02: Warum warst du nicht so richtig fit?

00:32:03: Und warum bist du dann Europamaesterin geworden?

00:32:07: Also diese Europameisterschaften in München, zwanzig, zweiundzwanzig waren was das Einzelrennen betrifft oder generell diese komplette Europameister- schafte einfach Vogelbild.

00:32:18: Ich bin das Halbfinale gelaufen.

00:32:20: Bei Europa-Meisterschaften ist es so, dass die Top zehn aus dem Jahr nicht in die Vorläufe müssen.

00:32:24: Das heißt mein erstes Rennen bei dieser Europameisterschaft hat nicht im Vorlauf stattgefunden sondern direkt im Halbfinale und ich bin das halbfinal gelaufen, ich hatte Daryl Nita auch mit bei mir in den Lauf, die am Ende dritte glaube ich geworden ist ganz knapp bei diesem wirklich Herzschlagfinale was es dann an dem Tag gegeben hat.

00:32:43: und Deryl hat mich in dem Falloff komplett zersägt.

00:32:46: Die hat mich völlig auseinander genommen Und das vor halbischem Publikum, das ist schon echt fies gewesen.

00:32:52: Ich hab mich zwar mit einem großen Kuh qualifiziert für das Finale direkt ein paar Stunden später aber ich habe bei meinem linken Hamstring die ganze Zeit was gefühlt und das ist bei einem Sprinter saugefährlich wenn man an einer Stelle muskulär etwas fühlt.

00:33:04: also an sich bin ich fit zu dieser Meisterschaft angereist aber im Rennen selber in diesem Halbfinale hab ich was gespürt, was ich da nicht spüren sollte.

00:33:13: Ich bin auf den Warm-up-Track zurückgegangen und hab sofort zu Lance gesagt, du, ich spüre dahinten ... Also mein Trainer aus den USA war auch da, Lance Brauman.

00:33:24: Und ich habe zu Lance direkt gesagt, ich spröre dahintend was in meinem Hamstring aber halt nur links.

00:33:29: Das ist dann immer so.

00:33:31: das wo bei uns alle Alarmglocken gehen wenn man etwas nur auf einer Seite spürt ist, dann ist eigentlich okay.

00:33:37: Aber eine Seite und vor allem oberchenkel rückseite ist schon einfach ein gefährliches Thema für Sprinter.

00:33:43: Nadlans gesagt ok alles klar geht zu deinen physios hier zu dein medizinischen team die sollen sich das anschauen und dann schauen wir weiter.

00:33:49: und ich bin dann damals mit unseren Physiotherapeuten auf den ja auf den Rückplatz gegangen.

00:33:56: zu den auf den tennisplätzen waren die medizinische zelte für die teams aufgebaut.

00:33:59: wir sind in unser zelt reingegangen und Dann waren da zwei physiotherapeuten mich eigentlich meine komplette Karriere schon begleiten.

00:34:07: Und ich glaub, das war auch mittlerweile schwieriger an der Situation, weil ich kann diese beiden Menschen lesen wie ein Buch und die haben was gespürt in meinem Hamstring.

00:34:15: Die haben gespürt dass da tatsächlich auch was man konnte zertasten, dass da etwas festgegangen ist.

00:34:21: Und ... die Situation war total schwierig im Zelt, weil alle waren sich einig und alle waren im Klaren darüber Da is definitiv was!

00:34:30: Das Risiko einer Verletzung ist sehr hoch Wenn ich dann noch mal rausgehe und renne.

00:34:36: Und keiner wollte Verantwortung übernehmen in dem Moment, so richtig!

00:34:39: Kann man ja auch irgendwo verstehen weil niemand will dafür verantwortlich sein wenn sich ein Athlet dann halt verletzt.

00:34:43: also da will niemand dann so recht sagen jawohl du kannst auf jeden Fall laufen.

00:34:47: Du warst unsicher dann in dem moment oder?

00:34:48: Mich hat das ganze total verunsichert weil ich einfach diese Menschen so gut kenne und halt gemerkt habe, wie niemand so recht, so hundertprozentig Verantwortung übernehmen wollte.

00:34:58: Und ich hab angefangen mich immer mehr in mein eigenes persönliche Schneckenhaus zurückzuziehen wegen dieser Situation.

00:35:05: Mein Trainer, der ja kein Wort Deutsch spricht, der nichts von dieser Situation verstanden hat, was da so passiert ... Ich hab gar nicht mitbekommen, dass er auch auf den Platz nach hinten gegangen ist und im Zelt-Eingang stand und das Ganze einfach nur beobachtet hat.

00:35:17: Der hatte die Schnauze voll irgendwann.

00:35:19: Er hatte die schnauzer voll gehabt Und hat mir verbal so dermaßen krass die Leviten gelesen, dass heute noch alle, die in diesem Zelt zu dem Zeitpunkt waren und das mitbekommen haben, zutiefst beeindruckt sind davon.

00:35:36: Weil es hätte sich niemand aus dem deutschen Team getraut, in dem Moment so mit mir zu reden.

00:35:42: Weil das war so scharf aber ... Es war in dem Moment wirklich zu einhundert Prozent das, was ich brauchte.

00:35:49: Und das hat mein Trainer an der Stelle einfach ausgezeichnet.

00:35:52: Lance kennt mich unfassbar gut und hat ein wahnsinniges Gespür dafür, was seine Athleten im Was für Situation brauchen.

00:35:58: Wann braucht man vielleicht mal die Schulter zum Ausholen?

00:36:00: Wann brauche man vielleicht auch den liebevollen Tritt in den Hintern?

00:36:03: Das war so einen Moment dadurch, dass ich angefangen habe, mich in dieses Schneckenhaus zurückzuziehen, wo ich jemandem brauchte, der mich aus dieser ... Ich sag mal, auch leichten Schockstarre vielleicht so ein bisschen halt wieder rausholt.

00:36:13: Der mich wach rüttelt und in diesen Moment zurückholt.

00:36:15: weil am Ende waren wir immer noch bei einer Europameisterschaft und es ging immer noch um dieses Finale.

00:36:20: Und Lance hat zu mir gesagt er kam damals dann zu mir hin und hat gesagt alles klar Mir reicht's jetzt hier Gina pass auf Wir haben diese Unterhaltung einmal und wir haben sie jetzt hier und heute Und ich lag auf der Füße.

00:36:33: fang ich mal auf Okay Ist dir das hier heute wichtig?

00:36:40: Ja Schon?

00:36:44: Dann haben wir jetzt zwei Möglichkeiten.

00:36:46: Entweder du reist dich zusammen, gehst daraus und wir machen noch mal Techniktraining und du läufst einfach anständig.

00:36:55: Bei Lückencamper ein sage ich dir, ich habe auf der Gegengrande gerade gestanden, habe dieses Rennen gesehen, habe gesehen wie technisch unsauber du gelaufen bist und ganz ehrlich da würde mir mein Hemstring auch wehtun wenn ich das machen würde.

00:37:05: Da versucht mir das vorzumachen was ich da veranstaltet hab hat dabei selber einen Krampf gekriegt.

00:37:10: Da hat er mich angeguckt und gesagt, ah!

00:37:12: Siehst du wie scheiße das ist was du da gerade anstaltet hast?

00:37:14: Das ist müh.

00:37:15: Da kriege ich sogar einen Krampf wenn ich es dir nur vormachen möchte.

00:37:18: Das war einfach schlecht.

00:37:19: Es ist kein Wunder dass ihr das dahinten wehtut.

00:37:21: Ähm... Das war Vorschlag Nummer eins.

00:37:24: Er sagt Vorschlag Nr.

00:37:25: zwei will lassen sein.

00:37:28: Will lassen sein.

00:37:29: wir gehen zum TIC hin und sagen Bescheid, dass du das Finale nicht rennst und lass ihn damit halt wenigstens jemand anderen nachrücken und geben ihm anders die Chance halt zumindest in die AM Finale zu laufen.

00:37:38: dann bleibt die Bahn nicht frei.

00:37:40: also Was willst du machen?

00:37:43: Und ich sag, also... Er sagt, mein Vorschlag wäre wir gehen da jetzt raus und machen mal einmal Technik-Training.

00:37:52: Wenn es nicht geht, dann geht's nicht!

00:37:54: Aber ich garantiere dir, wir gehen daraus, laufen mal einmal wieder anständig und du wirst feststellen, du spürst nix.

00:37:59: Ich sage okay, dann machen wir das

00:38:01: jetzt.".

00:38:02: Und er hat es allen Ernstes geschafft mit mir auf diesen Warm-up-Check rauszugehen und er hat mit mir zwanzig Minuten lang nur Techniktraining gemacht.

00:38:10: Ich habe vor diesem Finale nicht einmal im Startblock gesessen, sondern wir haben noch mal an der Technik gearbeitet und sind nur nochmal die Technik durchgegangen wie man anständlich läuft und auf einmal konnte ich schlagartig beschwerde Freilaufen.

00:38:23: kaum macht man es richtig dann geht's und ... Hat sich

00:38:26: die Verhärtung dran gelöst oder?

00:38:29: Nee sie hat sich nicht gelöst.

00:38:30: aber Schnellrennen tut nur dann weh, wenn man es falsch macht.

00:38:33: Und also das ist so ein Leitsatz den mein Coach immer wieder verwendet ob im Training oder im Wettkampf egal in welcher Situation.

00:38:39: Laut Lens tut schnell schnell rennen nur dann Wehe, wenn mans falsch macht.

00:38:42: und über all die Jahre muss ich tatsächlich feststellen der Mann hat wirklich recht mit diesem Spruch wenn er das sagt durch die anständige Technik habe überreizt, überbelastet so wie ich das halt davor gemacht habe.

00:38:55: Ich hab einfach mit der Art und Weise wie ich dass halbfinale gelaufen bin war ich so unsauber unterwegs, dass sich den Hemstring hinten so wahnsinnig krass gestresst habe, dass er halt darauf reagiert hat.

00:39:05: Und

00:39:05: dann einseitig?

00:39:06: Genau!

00:39:06: Und dann halt auch nur einseidig weil da halt eine Seitendifferenz da war und wenn man einfach sauber läuft merkt man das dahinten nicht.

00:39:16: Ich bin dann mit einem guten Gefühl reingegangen und Lance hat mir damals noch, bevor er mich in den Quorum verabschiedet hat.

00:39:20: Hat er mir noch eine Sache damit auf dem Weg gegeben und hat es mir gesagt, Gina ich hab mir sämtliche Läufe hier angeschaut.

00:39:27: In meinen Augen am heutigen Tag Dina Esha Smith schlagbar Mujinga Kanbunji schlag bar.

00:39:35: Die einzige bei der ich mir nicht sicher bin ist Darinita Sagt aber alle anderen die sind heute schlagba die kannst du allen im Griff haben.

00:39:45: Das waren die letzten Worte mit dir in den Corum geschickt hat.

00:39:49: Und dann sind wir ins Stadion rein, ich hab meinen Block eingestellt und dann hat man uns noch mal hinter so eine Wand geführt weil dann ging so ne Lichtshow los im Stadionen mit Musik und war ganz hier.

00:40:00: blaues und grünes Licht das weiß ich heute noch.

00:40:03: Das hat sich bei mir so krass eingeprägt.

00:40:05: dieser Moment Hinter der Aufstellwand vor der Athletenvorstellung das hat mich so wahnsinnig aufgehypt.

00:40:15: dann nochmal dazu Weil ich aber auch einfach gespürt habe, dann bei der Vorstellung als es ... Als ich dran war, dass ich rausgekommen bin.

00:40:24: Das ganze Stadion ist ausgeflippt!

00:40:25: Ich hab gemerkt, ey die sind... Die wollen alle sehen das ich hier jetzt richtig was lief.

00:40:31: Dass ich hier richtig was zeige und ähm ... Ich bin noch nie in meinem Leben so extrem in einem Tunneln und in nem Fokus gewesen wie vor diesem Start.

00:40:40: Also ich hab mir die Aufnahmen von dem Rennen ja auch mehrfach angeguckt Und ich sehe aus Wie der Halk, wie ich da über den Stabblock gestiegen bin.

00:40:48: Weil ich halt so in einem Fokus war.

00:40:50: Das war ein Zustand, den habe ich seitdem noch nie wieder so krass erlebt.

00:40:54: Also es war echt Wahnsinn!

00:40:55: Und dann ging das an dem Block und der Startschuss fiel... ...und ich habe ab dem ersten Schritt für mich... Ich hatte Daryl Nita direkt links neben mir.

00:41:07: Daryl unter Kontrolle.

00:41:10: Das war das, was für mich wichtig war.

00:41:12: Weil Deryl war die einzige von der Mein-Trainer überzeugbar, dass ich die an dem Tag eigentlich eher nicht schlagen kann.

00:41:17: aber alle anderen und Ich war mir sicher wenn ich Deryr Unterkontrolle hab muss es gut sein.

00:41:23: Und das was mir am Ende auch dieses Rennen mit gewonnen hat War Dass Lance mit mir Techniktraining im Vorfeld gemacht habe.

00:41:30: weil wenn man sich das Rennen anschaut bin ich Diejenige in diesem Feld die am längsten die technik anständig hält.

00:41:36: Aber dieses rennen dauert weniger als elf Sekunden.

00:41:39: Wie kannst du in dieser kurzen Zeit und in diesem Zustand auch voll mit Adrenalin, das Stahlion-Tob?

00:41:46: Du bist ... In diesem Tunnel.

00:41:48: wie kannst du noch die richtige Technik abrufen, was ihr gerade zuvor noch trainiert habt?

00:41:54: Da musste ich gar nicht mehr drüber nachdenken!

00:41:56: Das war ganz automatisch dann?

00:41:57: Automatismen.

00:41:58: Das sind die Automatismen gewesen, die wir einfach im Warmup auf dem Warmup Track halt nochmal befeuert haben.

00:42:04: Und dadurch musste ich über die Technik in dem Moment wirklich gar nicht mehr drüber nachdenken, sondern ich bin einfach um mein Leben gerannt und habe einfach versucht für mich die Kontrolle zu bewahren.

00:42:15: Das Mojinga Kanbunji in diesen Rennen!

00:42:18: ja so weggeschnipst ist und soweit weg war.

00:42:20: Das hab ich gar nicht sehen können, das Einzige was ich sehen konnte, was ich wahrgenommen habe, war was auf den Bahn direkt links- und rechtsneben mir passiert ist.

00:42:28: Links neben mir war Darenita auf der Bahn, rechts neben mir Eva Swaboda.

00:42:31: Eva Swoboda die Pullin is ne unfassbare Startgranate Und die schnippste eigentlich sofort weg.

00:42:37: Die war direkt eigentlich so ziemlich nach dem start weg aber nicht vor mir sondern hinter mir und Ich hatte Darryl unter Kontrolle.

00:42:43: und dass es alles wo ich war für mich in meinem Rennen, in meiner Welt.

00:42:47: Ich hab Dairy unter Kontrolle!

00:42:48: Ich habe dann ein paar Schritte, ein paar Meter vor der Ziellinie gemerkt.

00:42:54: Oh Scheiße, meine Kräfte verlassen mich wirklich komplett.

00:42:58: Ähm ... ich hab die Tendenz auf die Nase zu fallen.

00:43:00: Ich habe das gespürt vor der Ziellinie, dass es sein kann und ich hatte zu dem Zeitpunkt noch so eine Fifty-Fifty Chance, dass ich hinfalle?

00:43:08: Da hab ich kurz gedacht, boah wie peinlich... Und dann hab ich mir gedacht Ich habe Dairy unter Kontrolle, ich werde einfach mal riskieren und werde mich richtig nach vorne lehnen in der Hoffnung dass es für eine Medaille reicht.

00:43:21: Hab das ja auch getan, ich hab mich dann wirklich echt brutal auf die Nase gelegt.

00:43:25: Ich muss am Ende mit acht Stichen genäht werden.

00:43:27: Über dreißig kmh?

00:43:29: Das

00:43:29: ist wie ein Autounfall-Hart gesprochen.

00:43:31: Ein Autounfallen der Dreißigerzone.

00:43:32: Es sind so um die sechsten drei, sieben, dreißige kmh, die wir da drauf haben, mit denen ich mich da ungebremst auf die Taternbahn geschmissen habe und ich hab mir halt meinen Spikesbrett von meinem einen Schuh ... Mit den Spikes, mit den Nägeln, hab' ich mir ins Knie reingehauen Und bin da einmal drüber geschlittert und dadurch hab', ich mir das halt aufgerissen.

00:43:51: Aber ich hatte wirklich in dem Moment keine Ahnung, wo ich in den Rennen gelegen habe.

00:43:54: Ich hatte keine Ahnung für was es gereicht hat.

00:43:56: Es war für alle offensichtlich die im Stadion damals vor Ort waren dass das definitiv eine Medaille war.

00:44:01: Die Frage war nur welche und ich hatte noch nicht mal die Ahnung dass es überhaupt für eine medaille gereicht Hat.

00:44:06: aber wie konntest du auf den letzten Metern dann auch anziehen wenn Du sagst deine kräfte haben dich verlassen?

00:44:11: Ich hab meine technik gehalten Die anderen haben, also wenn man sich das mal ganz genau anschaut.

00:44:16: In den Sprintwettbewerben geht es generell nie darum wer kann da hinten raus noch mal beschleunigen?

00:44:20: Das ist physikalisch in einem hundert oder zweieinhalb Meter, dann ist das gar nicht möglich dahinten zu beschleünigen!

00:44:25: In den Kurzsprintwetbewerb geht es wirklich darum in den zweihundert Metern nochmal viel extremer als in den Hundert Mettern.

00:44:30: Wer kann am längsten seine Technik halten?

00:44:33: Wer kann im längsten sauber laufen?

00:44:36: weil wer sauber läuft läuft effizient und kann halt durch diese Effizienz einfach die Geschwindigkeit halten.

00:44:42: Und das ist das, was mir da gelungen ist.

00:44:43: Ich hab lange beschleunigt und habe durch diese saubere Sprintechnik an der Stelle das Rennen am Ende gewonnen weil ich meine Geschwindigkeit besser halten konnte als der Rest vom Feld.

00:44:54: Das ist das was mir zu Gute gekommen ist.

00:44:56: wenn man sich das anschaut dann sind bei den anderen Bericht halt die Technik so ein bisschen zusammen und das war mein Gewinn an der stelle.

00:45:04: Ist das für dich dein ganz persönliches Highlight bisher?

00:45:11: Schwierig also.

00:45:12: Ich hänge mit dem Herzen halt auch wirklich sehr an unsere Viermalhundert Meter-Staffel der Frauen, einfach weil ich da schon so lange dabei bin.

00:45:19: Ich mein, wenn wir jetzt im Jahr ... und ich renne in dieser Nationalstaffel halt auch seit ... und bin jedes Jahr beim Saisonhöhepunkt mit dabei gewesen.

00:45:27: seitdem, ähm, bin mit dieser Staffel vor allem auf Welt- und Olympianiveau häufig, sehr häufig immer nah dran gewesen aber knapp daneben ist halt leider auch vorbei.

00:45:39: also viele vierte und fünfte Plätze Und die Erfolge mit der Staffel allen voran, die Weltmeisterschaftsmedaillen und die Olympiamedallien sind schon auch was sehr besonderes.

00:45:51: Weil wir das in uns im Team einfach über viele Jahre erarbeitet haben.

00:45:58: aber München... ich glaube dass es einfach einen Moment da mit diesem Einzelrennen, mit diesem Sieg über hundert Meter, da werde ich mich für den Rest meines Lebens immer dran erinnern können.

00:46:11: Und das Witzige ist, dass Darren Neeter übrigens mittlerweile Trainingskollegin von mir ist ... In Florida?

00:46:16: -... in Florida seit knapp zwei Jahren und Darren und ich haben auch mal darüber gesprochen wie unterschiedlich wir diesen Wettkampf wahrgenommen haben, wie unterschiedliche unsere Situationen waren und wie unterschiedlicher die Wahrnehmung auch von dem Rennen ist.

00:46:30: Das fand ich auch super, super faszinierend!

00:46:33: Was auch ganz schön ist... Ich habe ja dadurch, dass ich mir das Knie da so skalpiert hab selbst mit meinen Spikes Erst mal bei den Sanitätern gesessen.

00:46:44: Und durfte ja nicht direkt auf meine Ehrenrunde gehen, weil ich hab in meinen Knie hineinschauen können und wurde da erst einmal festgehalten.

00:46:51: Ich war vor einem Jahr oder vor zwei Jahren ... In Bamberg bei einem Basketballspiel der Nationalmannschaft.

00:47:00: Und in der Halbzeitpause, als ich unten sitzen geblieben bin, kam ein Mann zu mir, grinst mich an und sagt, Regina kannst dich noch an mich erinnern?

00:47:08: Und das ist ein Gesicht, das werde ich in meinem Leben auch nicht vergessen.

00:47:11: Weil es war besagter Sanitäter der mich erst versorgt hat in München auf der Bahn und das war total schön ihn da wiederzusehen habe ich auch überhaupt nicht mitgerechnet.

00:47:21: Ah guck, da werde ich jetzt direkt schon wieder superinquenzial.

00:47:25: Das war einfach schön!

00:47:26: Ach schön?

00:47:26: Das war wirklich schön ja.

00:47:28: Oh, Mensch.

00:47:29: Ja Sport ist emotional.

00:47:31: Voll.

00:47:32: Das ist jetzt der beste Beweis und vor allen Dingen ist es ja auch so dass der Sport das was du alles erlebst Wozu dein Körper fähig ist, das ist ja großartig.

00:47:42: Aber was man dir jetzt auch ansieht ... Das sind die ganzen Begegnungen und Menschen, dass alles ausmacht.

00:47:47: Und du bist schon sehr ein Team-Typ oder?

00:47:51: Voll!

00:47:51: Braust auch andere mit denen ... Wir reden gleich noch mal über deinen Training in Florida, da bist du in einem Camp.

00:47:57: Du brauchst doch schon, auch mit anderen zusammen zu sein, zu trainieren und nicht alleine nur für dich, oder?

00:48:02: Also sowohl als auch ich ... Ich habe vorhin gesagt, an dieser Viermal-Hundertmeter-Staffel.

00:48:09: Und ich bin ein wahnsinniger Teamplayer, das ist ... Es ist echt witzig, weil die Leute denken immer, du bist doch Leichterdätin und Einzelkämpfer!

00:48:21: Ja, wenn ich in meinem Einzelrennen auf der Bahn stehe, dann geht's da zwar um mich oder meine Erfolge aber gerade dieses Setup was sich in Florida habe mit meiner Trainingsgruppe es so ein spannendes Umfeld, Ich noch nie einen so krassen Support erfahren habe, innerhalb der Sportart und vor allem von direkten Konkurrenten.

00:48:42: Also es ist echt Wahnsinn!

00:48:44: Die Leichterdetik ist eine Sportart wo man sich mit unfassbaren Respekt gegenseitig begegnet weil wir einfach alle wissen und verstehen und nachvollziehen können wie viel Arbeit hinter einem Erfolg steckt, wie viel Arbeit hinter gewissen Leistungen halt einfach steckt.

00:48:59: Und dadurch können wir uns da einfach anders ganz anders unterstützen und supporten.

00:49:04: In der Trainingsgruppe in Florida darf ich trainieren mit Olympiasiegern, Weltmeistern, Weltrekordhaltern also das wirklich alles mit an den Start die Creme de la Crème.

00:49:13: Ich bin mittendrin und es ist vom Mindset wahnsinnig cool Wahnsinnig spannend super super lehrreich.

00:49:20: vor allem ich glaube jeder Sportler hat so Ja, Trainingseinheiten vor denen er auch einfach so ein bisschen Respekt hat.

00:49:29: Vielleicht sogar auch ein bisschen Angst hat, weil man einfach weiß... Boah das wird unangenehm heute!

00:49:34: Das tut weh oder ne?

00:49:35: Also ich weiß, ich renne da übelst ins Laktat rein und es wird einfach richtig wehtun heute.

00:49:41: Und ähm Es tut so gut zu sehen wenn man einen Vierhundert Meter Weltrekordler mit Wade Van Niekerk in der Trainingsgruppe hat und der vor einer Trainingseinheit zu einem kommt und sagt Gina ich hab' richtig Angst heute.

00:49:57: Das tut so gut.

00:49:59: Auch wenn man selber in dem Moment selber Angst hat, weil man es auch weiß ... Mir wird das auch wehtun!

00:50:06: Also, Wade, wenn dir das wehtut was meinst du wie diese Einheit für mich wird?

00:50:11: Aber... Es tut so good diesen offenen ehrlichen Umgang zu haben mit den Athleten miteinander.

00:50:19: Wenn in dieser Trainingsgruppe jemand nach einem Lauf auf dem Boden sitzt Dann kannst du davon ausgehen dass definitiv sofort irgendjemand, der schon wieder auf den Füßen stehen kann, dastehen wird und dir seine Hand reichen wird um nicht wieder auf die Füße zu stellen.

00:50:32: Also ich habe selten einen so krassen Support- und Zusammenhalt erlebt wie bei uns in dieser Trainingsgruppe.

00:50:39: es wird immer lautstark angefeuert wenn man nicht gerade selber rennt und man hat noch irgendwie die Luft jemand anderen anzufeuern nun anzuschreien.

00:50:47: dann macht man das.

00:50:48: Also auf den ganzen Aufnahmen, die wir aus dem Training haben hört man eigentlich immer irgendjemanden über den Platz schreien und man hört immer irgend jemandem deinen Namen brüllen.

00:50:56: halt also... Das ist echt genial!

00:50:58: Und das andere was halt auch super geniales ist zusätzlich zu diesen ganzen mentalen drum und dran.

00:51:04: es ist so cool wenn man Probleme hat und irgendwo nicht weiter kommt was zum Beispiel auch Sprinttechnik betrifft.

00:51:11: ich sitze ja direkt an der Quelle Ich bin umgeben von den besten Leuten auf diesem Gebiet.

00:51:15: Ich kann halt für gewisse Aspekte auch einfach sagen, ich hol mir den Input und die Infos von dem, der es einfach mit Abstand global am besten macht.

00:51:26: Und das ist total cool!

00:51:27: Also ich hab zum Beispiel ein Problem gehabt, jetzt wird's einmal kurz spezifisch mit dem Nie-Hang... ...und habe das nicht so richtig verstanden weil es dafür auch ins Deutsche keine richtige anständige Übersetzung gibt, die das Ganze für mich verständlicher macht und das Ganze leichter macht.

00:51:42: Weil diese ganzen Technik, Formalien da halt immer noch ist es alles in Englisch.

00:51:47: Und ich muss mir die Übersetzung dazu irgendwie selbst zusammereimen und dann ist mein Verständnis vielleicht doch nicht genau das was man eigentlich mit diesem Begriff ausdrücken möchte.

00:51:56: Ich hab echt lange gebraucht bis ... ich sag mal so dass technische Verständnis da war.

00:52:01: Bin aber dann wenn ich auf der Bahn stehe ein Mensch der am besten damit lernen kann Wenn mir jemand Bewegungsgefühl vermitteln kann.

00:52:10: Ich brauche jemanden der mir erklären kann wie die Bewegung sich anfühlen soll im Idealfall.

00:52:16: Und das ist genauso, wie ich in der Schule jemanden brauchte, der Mathe anständig erklären kann.

00:52:21: Genauso brauche ich halt für die Sprinttechnik jemandem, der mir das Gefühl von der Bewegung vermitteln kann.

00:52:27: und es ist wahnsinnig cool gewesen weil wenn es jemanden gibt global der im Sprintbereich den Nie hängen am besten in der Perfektion beherrscht und vor allem abspulen kann wie ein Uhrwerk, dann ist das Noa Leils.

00:52:42: Noa-Leils ist Trainingspartner von mir und irgendwann hatte ich halt echt ... Ich sag mal für mich persönlich so'n bisschen die Schnauze gestrichen voll weil das technische Verständnis für den Niheng war da aber in der Umsetzung hat's halt komplett gescheitert und ich hab es einfach nicht hingekriegt Und ich kann halt dann einfach sagen Ey Noa!

00:52:58: Nihäng Wie fühlt sich das für dich an?

00:53:01: Und ich bekomme von Athleten auf diesem Level einfach eine so Unfassbar detaillierte Erklärung dazu, wie sich das anfühlt.

00:53:14: Wie er welchen Muskel in dem Moment halt spürt.

00:53:16: also es ist echt einfach krass weil wenn man sich auf dem Level bewegt Man ist umgeben von so krass sensiblen Menschen die halt so sehr in ihren Körper reinfüllen können, dass man die genialsten Erklärungen gibt.

00:53:31: Und das... Also da sind so viele Komponenten, die für dieses Training in den USA halt einfach sprechen.

00:53:36: A. Diese Unterstützung, dieser Support B aber auch diese Lernmöglichkeit einfach, diese Möglichkeit diesen Austausch zu haben.

00:53:45: Das kann mir zum Beispiel in dem Moment nur jemand anständig erklären der selber weiß wie es sich anfühlen muss und Und auch

00:53:55: bereit ist das zu teilen.

00:53:56: Total!

00:53:57: Das ist ja auch das Besondere bei euch, aber kurz nur an eines muss man sagen der schnellste Mann in der Welt?

00:54:02: Er ist derzeit der schnellsten Mann in die Welt und er ist der hundertmeter Olympiasieger.

00:54:05: Ja genau.

00:54:06: Und er ist noch nicht der schnelleste Mann auf All Times.

00:54:09: Aber er arbeitet dran.

00:54:12: Ich habe gerade als du das so erzählt hast daran gedacht dieses starke Gemeinschaftsgefühl.

00:54:18: Das ist das was man haben möchte in einer Gruppe Das DFB-Team gerade in den USA zur Weltmaschenschaft und das, was natürlich dort auch bestehen sollte ist ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

00:54:32: Dass die Leute, die miteinander Sport machen in deinem Team sich gegenseitig besser machen.

00:54:38: Dass sie Kultur stimmt, dass die Unterstützung da ist usw.

00:54:42: Bei euch im Camp in Florida ist es ja so ihr seid ja Konkurrentinnen!

00:54:46: Ihr lauft ja gegeneinander und ich finde das so stark, dass halt trotzdem dieses Gemeinschaftsgefühl da ist und dass ihr trotzdem füreinander da seid.

00:54:57: Das ist schon sehr besonders, und da würde man jetzt wenn man so von außen drauf schaut sagen aber dann entstehen doch auch nach Nachteile oder?

00:55:04: Dann wissen deine Konkurrenten ja wo deine Schwächen sind woran du arbeiten musst.

00:55:08: wenn du ganz offen darüber riehtest

00:55:10: Ja

00:55:10: Aber

00:55:11: ich weiß aber auch wo deren schwächende

00:55:13: genau.

00:55:13: also das ergänzt sich dann.

00:55:15: aber Jetzt sagt man, so ein Sprint ist in verschiedenen Phasen ja aufgeteilt.

00:55:20: Also du musst aus dem Startblock rauskommen, du hörst den Schuss dann springt das Nervensystem an und es geht aus dem Gehirn ins Rückmarkt, dann geht das Signal in die Muskeln.

00:55:30: jetzt lauf los.

00:55:31: es dauert Ein hundertste oder null Komma, ein zwei Sekunden.

00:55:37: Also weniger als eine Sekunde definitiv und die Reaktionsgeschwindigkeit ist ja bei euch auch unterschiedlich.

00:55:43: Die eine kommt ein bisschen schneller raus als die andere.

00:55:46: Du hebst sie an gerade?

00:55:47: Ja!

00:55:48: Du brauchst vielleicht einen Tick länger, ne Hundertsteel Sekunde länger.

00:55:51: Zerlegt ihr das Training dann so in die einzelnen Abschnitte dass jetzt Lance sagt So... Gina, schau mal.

00:55:58: Wir machen jetzt heute nur Startblock-Training.

00:56:01: oder sagt ihr um Neuronal auch noch ein bisschen anders zu trainieren nehme ich dich jetzt einmal in einen ganz anderen Bereich rein und ihr trainiert deine Reaktionsgeschwindigkeit im anderen Bereich.

00:56:15: Nimm uns mal mit so ein bisschen wie trainiert ihr?

00:56:18: So dass der Lens auf eure unterschiedlichen Stärken und Schwächen eingehen kann das ihr da ganz offen mit umgeht.

00:56:25: Das ist ja schon stark genug, aber sagt doch mal wie macht ihr das im Training?

00:56:29: Ich glaube du wirst jetzt richtig geschockt sein.

00:56:32: Weil ich bin jetzt Mitte Ende Mai und so am Pfingsten rum wieder nach Hause geflogen und bis dahin war das Training nicht individuell sondern bis dahinten trainieren wir alle komplett das gleiche.

00:56:44: Es ist interessant!

00:56:44: Es sei denn du hast jemand mit dabei der vielleicht verletzt ist und gerade Probleme hat.

00:56:49: Dann wird da das Training natürlich dementsprechend angepasst an den Körper, was der Körper überhaupt gerade leisten kann in dem Moment.

00:56:57: Aber bis dahin ist das Training für uns alle komplett gleich.

00:57:00: also der Aufbau ist bei uns immer dergleiche... ...für alle!

00:57:06: Also außer zwischen Kurzsprint und Langsprint, da gibt es schon nochmal Unterschiede.

00:57:10: unsere Langsprinter müssen schon ein bisschen mehr rennen als ich, da bin ich immer ganz froh, dass ich Kurzsprinterin geworden bin, weil das sind schon teils echt fiese Programme.

00:57:19: Und jetzt ... Zu diesem Zeitpunkt des Jahres, also jetzt im Juni, wo die Wettkämpfe losgehen.

00:57:25: Da fängt das Ganze an individueller zu werden.

00:57:27: A, weil wir auf unterschiedlichen Wettkämpfen unterwegs sind und unterschiedliche Rennen bestreiten Und B auch einfach, weil jeder dann doch nochmal in unterschiedlichen Sachen arbeiten muss Weil sie vielleicht einfach im Vorfeld noch nicht so viel Berücksichtigung bekommen haben.

00:57:41: Der eine hat halt andere Stärken als der nächste umgekehrt.

00:57:47: Bei mir ist es zum Beispiel dass freie Sprinten Das freie Laufen ist das, worin ich wahnsinnig gut bin.

00:57:53: Aber die Beschleunigungsphase ist halt die, wo ich intensiver dran arbeiten muss.

00:57:57: Deswegen hab' ich zum Beispiel andere Beschleundigungseinheiten draufstehen dann zum Teil als meine Trainingskollegin, als The Daryl dann

00:58:04: z.B.,

00:58:04: die in der Beschleumdigung schon ein bisschen stärker ist als ich.

00:58:07: Wobei wir uns da relativ ähnlich sind... Ich musste vorhin so schmunzeln, weil du meintest ... Nelly kennt ja dann auch meine Schwächen.

00:58:15: Genauso kenne ich aber ihre Schwächen und bei den letzten Weltmeisterschaften sind Daryl und ich beide für unsere Nationalstaffel die Schlussläuferin gewesen.

00:58:25: Und wir hatten im Vorlauf schon die Briten direkt auf der Bahn neben uns.

00:58:31: Die sind vor uns aus dem Wechselraum gekommen.

00:58:34: Aber Daryll ist nicht vor mir über die Zinin

00:58:36: hergekommen.".

00:58:37: Weil da stand ich da und war mir sowas von sicher, dass ich mir die noch krallen werde.

00:58:42: Weil ich einfach weiß, das ist es fliegende Mein-Spezialgebiet ist.

00:58:47: Und nicht ihrs!

00:58:48: Und weil ich da ganz genau weiß wie ich's zu laufen hab... ...und hab sie dahinten noch abfangen können.

00:58:52: Hab den ganzen Zeit den anderen gesagt Wenn die nicht zu weit weg sind, die hole ich mir, die kriege ich, weil ich weiß, dass sich die kriegen kann weil ich so häufig mit ihr trainiere.

00:59:03: Und deswegen, dass es ... Es hat immer alles sein für und wieder natürlich, weil Daryl auch meine Schwachstellen sind.

00:59:08: aber auf der anderen Seite bist du halt bei dem Rennen in deiner Bahn und kannst ja keinen Einfluss auf den Gegnern im Moment bei uns da nehmen, weil jetzt Gott sei Dank kein Kontakt-Sport ist.

00:59:22: Aber das ist schon immer wieder spannend.

00:59:24: Ich glaube, für Daryr ist es auch ein bisschen Stress, weil die weiß, dass ich komme.

00:59:30: Ich hab dann natürlich viel Spaß dran.

00:59:31: Ich spiel auch echt gerne Fangen, ich hab als Kind einfach echt gerne fangen gespielt.

00:59:35: Deswegen ist das für die Staffel halt so witzig.

00:59:37: Aber dass Training als solches gar nicht so individuell wie man sich das ... vorstellt hat mich auch sehr überrascht und vielleicht sogar ein Stück weit schockiert, weil ich das nicht wusste, als ich in diese Trainingsgruppe gegangen bin.

00:59:52: Das wirklich alle ... das gleiche Training machen und dass sich erst so spät in der Saison dann überhaupt irgendwie auf den individuellen Athleten konzentriert wird.

01:00:01: Und dass man dann erst auf individuelle Dinge eingeht, aber es scheint zu funktionieren.

01:00:09: Es scheint sehr gut zu funktioniern!

01:00:11: Sagst du da manchmal für dich oder machst du das dann so in einem Einzeltraining, dass du sagst so Regina?

01:00:15: Oder drückst irgendwie einen Kollegen, ein Trainingskollegende Pistole in die Hand und sagst jetzt will ich mal nur Starblock-Training machen.

01:00:22: Explosive Kraftübungen!

01:00:23: Ich will rauskommen bitte stoppen mal und wir machen das mal weil ich mich da selbst verbessern.

01:00:27: Nee also den Trainingsplan als solchen gibt mein Trainer vor und Lance ist derjenige... Dann

01:00:31: auch nicht abweichen.

01:00:31: Genau,

01:00:32: da weiche ich nicht von ab.

01:00:33: Also Lance ist ja derjenig, der dem Masterplan im Kopf hat und da halte ich mich auch dran.

01:00:37: da ändere ich selber so nichts dran.

01:00:39: Aber was ich super, super spannend finde für mich persönlich einer meiner ehemaligen Trainingskollegen.

01:00:46: also als ich in die Trainingsgruppe gekommen bin hatten wir ein Athleten der Gruppe der Kasten Bledmann hieß einen Sprinter aus Trinidad und Tobago hat mit der Viermalhundert Meter Staffel von Trinidade tatsächlich auch Olympisches Gold gewonnen und Kasten ist mittlerweile ... als Athlet, retired und rennt nicht mehr.

01:01:04: Aber er ist jetzt Assistenztrainer bei uns in der Gruppe!

01:01:07: Und da sind wir wieder dabei.

01:01:08: ich lerne extrem gut mit der Vermittlung von Bewegungsgefühl und Kästen weiß ganz genau wie sich Bewegungen anzufühlen haben.

01:01:17: Kästen war über zehn Jahre Athlet by Lance in der Trainingsgruppe.

01:01:21: das heißt er weiß auch ganz genau was Lance mit gewissen Aussagen erreichen möchte, welches Technikbildlands verfolgt was seine keywords unter anderem halt auch sind und kann ganz anders erklären.

01:01:33: Und wenn ich Probleme habe gewisse Sachen also gerade im Startbereich war Kästen eine absolute Granate und wenn ich da Probleme habe dann gehe ich manchmal wenn wir mit dem Startblock-Teil an sich fertig sind oder zwischen den Starts zu kästen hin und frag ihn, ob er mir das noch mal vormachen kann.

01:01:51: Oder ob der mir da nochmal eine andere Erklärung für geben kann?

01:01:54: Und ... Das ist echt... Das ist so beeindruckend!

01:01:57: Weil der Typ rennt jetzt auch schon seit ein paar Jahren nicht mehr aber der kann sich in diesen Startblock mal eben rein knien und kann dann mal eben zwei Schritte rausrennen.

01:02:06: Das ist der absolute Wahnsinn.

01:02:08: also technisch so gut, so sauber.

01:02:12: Das hilft mir enorm, wenn ich mit dem da an der Stelle auch noch mal einen anderen Input einfach kriege.

01:02:18: Zusätzlich zu meinen Trainingskollegen halt auch einfach von unserem Assistenztrainer, der auch nochmal ein gewisses anderes Auge auf die Dinge hat weil er zwar klar jetzt auch in dieser Coachingrolle ist aber er versteht die Athletenseite und die Atletenbrille im Training nochmal ganz anders als Lenz das zum Beispiel halt auch kann!

01:02:35: Kästen einfach Athlet unter ihm gewesen ist, der weiß wie sich diese Trainingseinheiten anfühlen.

01:02:38: Der weiß ganz genau, wie platt das Nervensystem ist, er weiß, wie gewisse Dinge an manchen Tagen auch einzuschätzen sind nach gewissen Trainingseinheiten die vielleicht am Vortag oder am Tag davor passiert sind und dass es auch immer für mich persönlich einen absoluter Benefit eine wahnsinnig spannende Zusammenarbeit.

01:02:55: individuell ist das Training für mich jetzt weil jetzt bin ich in Deutschland bin, wo ich mich den kompletten Sommer über eigentlich aufhalte.

01:03:03: Weil sämtliche Wettkämpfe finden in Europa statt und ich bin jetzt nur noch hier irgendwo unterwegs.

01:03:09: Da bin ich alleine auf dem Track.

01:03:11: Ich bin aktuell eigentlich nur allein auf der Bahn die ganze Zeit!

01:03:15: keinen Trainer, der mit dabei steht.

01:03:17: Ich sehe meinen Trainer bei manchen Wettkämpfen.

01:03:19: also zu dem nächsten Wettkampf wo ich jetzt hinfliege da ist der Großteil meiner Trainingsgruppe tatsächlich vor Ort weil fast alle von uns darinnen und dann ist es auch da, da freue ich mich schon drauf alle wiederzusehen weil die habe ich dann jetzt auch knapp einem Monat fast schon nicht mehr gesehen.

01:03:31: Also das wird richtig cool.

01:03:32: Wie

01:03:32: viele Monate tust du in USA im Jahr?

01:03:35: Ungefähr fünf Genau.

01:03:38: und den Sommer über bin ich dann eh Zuhause in Deutschland, weil die ganzen großen Wettkämpfe und Rennen finden alle Neurostadt.

01:03:44: Und dann macht das für mich schon Sinn... Ja, ich will halt auch einfach gerne mal zu Hause sein.

01:03:48: Es ist schon nicht immer einfach drüben in den USA alleine zu sein wenn der Rest der Familie und das ganze Leben sich eigentlich zuhause in Deutschland abspielt.

01:03:56: Ich lebe da wie in einem Dauertrainingslager quasi also das ist zwar mal für eine gewisse Zeit ist das okay aber fünf Monate sind es zwar mit kurzen Unterbrechungen mit dazwischen wo ich dann halt mal für die Weihnachtsfeiertage oder so nach Hause komme.

01:04:08: aber es ist schon tough.

01:04:12: Deine Bestzeit auf einhundert Meter sind zehn Kommand.

01:04:15: neun drei Sekunden.

01:04:17: Die Bestzeit, und somit auch die Zeit der Weltmeisterin Melissa Jefferson wurden liegt bei ... Ja.

01:04:25: Dazwischen sind ... Denkst du manchmal darüber nach?

01:04:30: Wo holst du diese ... Wie kann ich mein Training optimieren?

01:04:36: Wir haben gerade gesagt, Startblock-Training ist positive Kraft schnell rausschießen.

01:04:40: Da hast du die Hand gehoben!

01:04:42: Da kannst du vielleicht noch ein bisschen besser werden.

01:04:44: Du hast mir erklärt... nach hinten raus im Rennen kann man gar nicht anziehen, das geht gar nicht.

01:04:49: Man muss die Technik haben dass man halt die hundert Meter komplett durchläuft und den Tunnel quasi so in einem Fight of Flight Modus nur durchschießen.

01:04:58: Machst du dir da manchmal Gedanken darüber wie du diese halbe Sekunde oder ein bisschen mehr rausholen kannst oben dann vielleicht auch mal Wertmeisterin zu werden?

01:05:07: Ich mach mir da tatsächlich keine Gedanken drüber, weil ich mir gar keine Zeiten so fix als Ziel setzen möchte.

01:05:15: Weil ich mich aber auch nicht limitieren möchte.

01:05:17: also es hat gar nicht unbedingt den den Hintergrund dass sie sage oh Gott das halte ich für mich persönlich als unerreichbar sondern ist viel mehr dass sich das Gefühl habe wenn ich mir fixe Zeitsätze, dann setze ich mir die auch gefühlt für mich so ein bisschen als Grenze halt in den Kopf.

01:05:31: Und das will ich gar nicht.

01:05:32: deswegen denke ich gar nie in Zeiten sondern versuche wirklich einfach an meinen Ja Schwachstellen auch einfach zu arbeiten und da halt einfach besser zu werden, halt zu schauen.

01:05:41: okay was kann ich gut?

01:05:42: Was kann nicht so gut.

01:05:43: Ich versuch zum einen meine Stärken zu stärken aber auf der anderen Seite natürlich auch meine Schwächen zu stärkern und an den unterschiedlichen Aspekten halt einfach zu Arbeiten.

01:05:50: Ich habe in den letzten Jahren mich ordentlich im Krafttraining verbessert, meine Kraftwerte verbessert.

01:05:56: also es gibt am Ende so viele Dinge die in so eine Leistung auf der Bahn mit reinspielen und die man berücksichtigen muss.

01:06:05: Das Gesamtpaket?

01:06:06: Genau,

01:06:06: dass das Gesamtaket einfach stimmig wird.

01:06:08: Und an all diesen unterschiedlichen Schraubstellen versuche ich halt ein bisschen dran mal zu drehen und mal zu gucken und was tut mir gut und womit kann ich mich weiterentwickeln?

01:06:18: wo habe ich vielleicht noch Potenzial?

01:06:20: also gerade das Thema Krafttraining war bei mir wirklich ein ganz großes weil ich tatsächlich bevor ich in diese Trainingsgruppe gegangen bin Ende noch so ziemlich gar kein richtiges Krafttraining gemacht habe.

01:06:30: Also eigentlich fast ausschließlich mit Körpergewichtheit, also mit Eigengewichtheit gearbeitet hab im Training und auf einmal sollte ich olympische Liftzeit in meinem Training mit drin haben, sowas wie umsetzen oder die Kniebeugen in unterschiedlichsten Varianten und Formen.

01:06:46: Und ich hab tierisch Schiss gehabt vor allem was der Langhandel zu tun hatte weil ich Angst davor hatte, mich zu verletzen.

01:06:53: Gerade das Umsetzen ist ja schon ein bisschen technisch komplexer und anspruchsvoller.

01:07:00: Und ich hab mich da ganz lange von dem Gewicht, was sich bewegen konnte nicht gesteigert oder weiterentwickelt, weil ich wirklich einfach eine Heidenangst für diese Handelstange hatte.

01:07:07: Ich hatte so Schiss, dass ich blöd unter die Handel stangekomme und mich dabei irgendwie verletze.

01:07:12: Es liegt nicht daran, dass wir bei uns im Training vielleicht einen Vorfall hatten, wo das passiert ist?

01:07:16: Nein!

01:07:17: Das war einfach eine Angst, die bei mir in meinem Kopf da gewesen ist.

01:07:21: Ja, ich bin mir dieser Angst dann irgendwann bewusst geworden.

01:07:24: Dann habe ich mich hingestellt und hab gesagt okay gut was kannst du dagegen tun?

01:07:26: Und ich habe mich dann hingestellt... ...und habe mit einem Coach aus dem Adidas Drillman Herzungen auch tatsächlich dann intensiv einfach nur an der Technik gearbeitet.

01:07:36: Wir haben uns hingestellt und haben halt einfach das umsetzen in kleine Schritte auseinandergebrochen.. ..und haben immer nur an Teilschritten gearbeitet die dann einfach angefangen zusammen zu puzzeln.

01:07:47: Auf einmal habe ich sich hingestallt und habe im Winter drauf meine Bestleistung im Umsetzen um fast zwanzig Kilo nach oben geschraubt.

01:07:55: Also auch wieder Technik?

01:07:56: Ja, ganz viel Technik!

01:07:57: Und die schrittweise Annäherung an die Herausforderungen und dann funktioniert das auch.

01:08:03: in diesem Jahr stehen jetzt noch zwei wichtige Events für dich an einmal die deutsche Meisterschaft in Bochum richtig genau am fünfundzwanzigsten und sechsenzwanzigstens Juli also schon bald Und dann ja auch die Europameisterschaft im August in Birmingham.

01:08:21: Wie fühlst du dich gerade?

01:08:22: Gut!

01:08:23: Kannst du richtig angreifend?

01:08:25: bist du die Gina, die du sein willst um durchzuziehen?

01:08:29: noch

01:08:30: nicht ist aber gar nicht so schlimm dass ich es noch nicht bin denn es ist tatsächlich immer noch ein bisschen Zeit dahin.

01:08:37: und Ja, ich glaube schon dass wir voll im Soll sind von der Entwicklung momentan auf der Bahn.

01:08:43: Mich hat das jetzt leider gerade so ein bisschen gesundheitstechnisch einfach mit so einer blöden Sommergrippe erwischt gehabt und dadurch so ein bischen ausgebremst Also zumindest was das Training betrifft.

01:08:53: Auf der Bahn lief's dafür schon bedeutend besser, als ich mir das überhaupt mit so einer Sommergrippe hätte vorstellen können weil ich hatte echt die Nasen nebenhöhlen ordentlich dicht sitzen.

01:09:01: aber ich musste dann doch feststellen lieber mal zweiter Tage Pause Ruhe machen und einfach mal den Körper runter kommen lassen um halt eben so eine Erkältung auch nicht zu verschleppen weil dann wird es halt erst recht doof und dann hat man doch länger Probleme damit.

01:09:14: also lieber mal drei Tage Ruhe als am Ende drei Wochen.

01:09:17: Richtig, geht aufs Herz.

01:09:18: Und das hat mir jetzt ganz gut getan!

01:09:21: Ich bin seit dieser Woche tatsächlich wieder voll im Training und richtig am Angreifen, hab ganz viel Spaß auf der Bahn... ...und fange seit dieser Woche endlich wieder an den Speed zu fühlen.

01:09:30: Also bei mir hat Sprinten einfach unfassbar viel mit Gefühl zu tun, mit dem richtigen Gefühl vor allem zu tun.. ..und ich finde es ganz schrecklich wenn ich den Speed nicht richtig fühlen kann.

01:09:40: Es gibt manchmal so Tage wo Und mein Trainer sagt, das war richtig schnell.

01:09:46: Ich steh da und sage ich habe es überhaupt nicht gefühlt.

01:09:48: Das ist für mich ganz schlimm weil ich muss in der Lage dazu sein den Speed auch anständig zu fühlen.

01:09:53: Weil dann weiß ich okay, dann hab' ich die Kontrolle, dann mache ich alles richtig und dann wird's halt auch richtig richtig schnell!

01:09:58: In dieser Woche habe ich so die ersten Male wieder den Speed einfach für mich fühlen können wo ich einfach weiß wir sind definitiv auf dem richtigen Weg und was jetzt gerade noch fehlt, das wird in den nächsten Tagen Und vielleicht auch in den nächsten ein, zwei Wochen wird das definitiv kommen.

01:10:15: Da bin ich sehr zuversichtlich.

01:10:17: Deine Zuversicht spricht für dich aber die erkennt man halt auch sehr schnell wenn man mit dir spricht wie jetzt die letzte Stunde und so dann positives Mindset finde ich sehr beeindruckend.

01:10:30: Wenn ich dich jetzt frage Gina Die eine Superpower die du hast welche ist es?

01:10:35: Ich glaube meine eine super Power die ich habe ist mich auf positiven Aspekte primär zu konzentrieren.

01:10:41: Ich meine, die negativen Aspekte oder negative Dinge erkenne ich an aber konzentrierend tue mich nie auf die negativen Dinge sondern immer auf die guten.

01:10:50: und ich glaube dass mir das sehr hilft in meinem Sport dass mir das in meiner Entwicklung im Sport sehr geholfen hat, da halt auch einfach mehr optimistisch dran zu gehen.

01:11:00: Und was mir auch sehr gehilfen hat sind Mindset-Dinge die meinen Coach mir mit auf den Weg gegeben hat und die Lenz zum Beispiel gesagt hat, wenn es so um meine persönliche Leistung geht... Das was ich am Ende in einem Wettkampf auf die Bahn bringe, es gibt eigentlich nur... neben meiner eigenen Meinung, eine andere Meinung die da wirklich zu hundert Prozent zu zählt.

01:11:19: Vielleicht noch ne zweite mit dazu das eine ist Lance als mein Trainer der halt einfach wirklich weiß wie ich trainiert habe und wie ich trainiere konnte und vielleicht dann halt noch meinen Partner weil der am nächsten dran ist und halt auch weiß was mich ansonsten vielleicht noch irgendwie belastet was mich ansonsten doch vielleicht irgendwie mitnimmt und beeinflusst.

01:11:36: und dass sind eigentlich die einzigen Meinungen auf die Ich persönlich für meine Wettkämpfe etwas gebe.

01:11:40: Das hat bei mir ganz viel Ruhe mit reingebracht.

01:11:44: Lance spricht bei uns immer liebevoll im Sport von dem ZIP Code.

01:11:47: In Deutschland ist noch so ganz krass, dass es Mindset verbreitet, dass Athleten nur anhand ihrer PB definiert werden.

01:11:54: und es ist auch häufig so, dass ganz viele Athleten ihre Sportidentität quasi an ihrer eigenen persönlichen Bestzeit festmachen.

01:12:03: In meinem Fall war das zum Beispiel, ich bin in den jungen Jahren ... ... im Jahr zwei tausendseinzehnt schon eine zehnfümmerneunzig gelaufen.

01:12:07: Und überall war auf einmal alles was sich nicht mehr unter elf gelaufen mit war sofort schlecht und wird so fort auch in der Öffentlichkeit.

01:12:14: von allen Seiten wird sofort schlecht geredet.

01:12:17: dabei War das halt meine PB?

01:12:19: Eine PB ist nichts anderes als dein eigenes Potenzial!

01:12:25: Das definiert dich nicht als Athleten.

01:12:27: Was dich als Athletendefiniert ist ein Zehnerschnitt.

01:12:30: Mein Zehnerschnitt war Ganz, ganz lange immer noch über elf Sekunden.

01:12:33: Ich bin erst seit diesem Rennen im Berlin beim Easter, seitdem ich die Zehn-Drehen-Ninzig gelaufen bin.

01:12:39: Seitdem ist mein Zehnerschnitt offiziell unter elf Sekunden und ich bin erst since zwanzig vierundzwanzig offiziell eines Subeleven.

01:12:45: Sprinterinnen davor... war ich's einfach nicht.

01:12:48: Aber dieses Mindset, um mich mehr mit meinem persönlichen SIP Code mit diesem Zehnerschnitt zu beschäftigen hat mir so den Stress und den Druck rausgenommen wenn ich zu einem Wettkampf gehe weil solange wie ich mich in diesen Bereich befinde und relativ nah an diesem Zehnerschnitt dran bin oder neue Zeiten für den Zehnschnitt renne und alte Zeiten rauskicke, bin ich voll im Soll!

01:13:10: Und das hat so viel Stress bei mir in meiner Sportkarriere rausgenommen.

01:13:14: Da habe ich wirklich ganz, ganz viel meinem aktuellen Coach Lance Brauman zu verdanken.

01:13:19: Und die EBP ist ja auch nur eine Momentaufnahme?

01:13:21: Also eine wichtige natürlich weil sie ein Orientierungspunkt ist.

01:13:26: aber sie sagt ja nicht alles aus und ist ja sehr variabel.

01:13:29: auch total.

01:13:30: es gibt die Trainingsläufe Es gibt dann die Wettkämpfe und das verschiebt sich natürlich dann auch.

01:13:35: Aber ist jetzt ja jetzt nicht so der terministisch festgelegt dass man sich darüber definieren muss

01:13:41: Total

01:13:41: Tina Ich wünsche dir für deine Zukunft und insbesondere jetzt für die anstehenden Meisterschaften alles Gute.

01:13:51: Danke!

01:13:51: Ich fand das Gespräch mit dir ganz toll, du bist wirklich eine sehr beeindruckende Sportlerin.

01:13:55: Du hast so dieses positive Mindset und es ist ja auch so wichtig das nach außen zu tragen.

01:14:01: Du bist hier auch sehr visibel in den sozialen Medien und man kennt dich als Spitzenatletin in Deutschland.

01:14:09: Aber das, was du so mitgibst, wovon andere etwas lernen können finde ich schon sehr besonders und behalte deine positive Art.

01:14:17: Dein Mindset und dann schauen wir mal wie es für dich läuft?

01:14:20: Im wahrsten Sinne des

01:14:22: Wortes!

01:14:23: Gina herzlichen Dank dass Du hier warst.

01:14:25: Danke schön

01:14:28: Das war der Beat Yese de Podcast mit Gina Lückenkämper.

01:14:33: In der nächsten Folge ist der Alpinist Michael Wohleben mein Gast.

01:14:37: Ich freue mich wenn ihr wieder rein hört.

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