Michi Wohlleben: Zwischen Risiko und Leidenschaft

Shownotes

Michi Wohlleben bewegt sich dort, wo für viele die Grenze des Vorstellbaren beginnt: Michi ist Profi-Alpinist, Bergführer und Extremsportler. Erstbegehungen, anspruchsvolle Kletterprojekte und lange Touren gehören zu seinem Alltag. Doch hinter den sportlichen Erfolgen stehen auch Erfahrungen mit Angst, Risiko und der eigenen Grenze.
Im Podcast mit Kai Tutschke spricht er offen darüber, was solche Erfahrungen mit ihm gemacht haben, warum ihn Erstbegehungen bis heute besonders reizen und weshalb für ihn nicht jeder Rekord den gleichen Wert hat. Es geht um die Winter-Trilogie der Drei Zinnen, 70 Kilometer und 7.000 Höhenmeter am Wettersteingrat – aber vor allem um die Frage, wie man entscheidet, welches Risiko man eingeht und wann es Zeit ist, ein Projekt abzubrechen.
Ein persönliches Gespräch über Bergsteigen, mentale Stärke, Limits und die Faszination, immer wieder etwas Neues zu wagen.

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00:00:01: Es geht schon um diese Extremerfahrung, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:00:05: Also das ist der Salz in der Suppe letztendlich was es so reizvoll macht.

00:00:13: Aber die Todesangst ist für mich das, was mich am Leben gehalten hat immer.

00:00:17: Das ist das wo ich immer rumgedreht habe und bin mega dankbar.

00:00:24: Das eine spannende Frage muss ich sagen.

00:00:26: wahrscheinlich war das der erste Moment wo ich so richtig Todes angst hatte.

00:00:36: da ist man schon so Vier, sechs Wochen schwebt man ein bisschen auf einer Wolke und ist einfach verdammt glücklich oder so gepusht.

00:00:49: Ich bin froh, mein Sohn klettert nicht!

00:00:59: Jede Folge Ein Gast.

00:01:01: Jede Geschichte eine Inspiration aus der Welt des Sports.

00:01:05: Willkommen zu Beat Yesterday dem Podcast von Garmin.

00:01:10: Mein heutiger Gast ist Michi Wohleben Profialpinist Bergführer und Extremsportler.

00:01:17: Es geht um die besonderen Momente am Gipfel die Schönheit der Berge und den Reiz Neuland zu betreten.

00:01:24: Wir sprechen über den Umgang mit Risiko, warum Scheitern auf der wichtigste Schritt auf dem Weg zur außergewöhnlichen Leistung ist.

00:01:31: Michi erzählt welche Rolle Angst fühlen spielt und was es braucht ihr in extremen Situationen zu begegnen.

00:01:42: Michibohleben herzlich willkommen zum Beat Yesterday Podcast!

00:01:45: Miche du bist Profi Alpinist und Bergführer.

00:01:48: Du bewegst dich im Bergsport in allen Disziplinen, in den höchsten Schwierigkeitsstufen.

00:01:53: Hast extrem schwierige Erstbegehung geschafft und neue Rekorde aufgestellt!

00:01:58: Als Ausnahmeathlet hast du bereits mit vierzehn Jahren den Mont Blanc bestiegen und mit siebzehn Jahre die Eiger Nordwand ein Symbol des extremen Bergsteigs.

00:02:09: Seitdem hast du viele anspruchsvolle Projekte in den Bergen umgesetzt und bist oft ans Limit gegangen – ich freue mich sehr!

00:02:15: Michi, dass du heute hier bist und dass wir über dich und deine Welt in den Bergen sprechen können.

00:02:20: Schön, dass Du hier bist!

00:02:21: Hi Kai, danke für die Einladung und das Intro.

00:02:24: Michi meine erste Frage... Warum gehst Du in die Berge?

00:02:28: Ja warum ist so die klassische Frage?

00:02:32: früher war es immer schwieriger zu beantworten weil man natürlich jetzt bin ich doch schon bald fünfzehn-zwanzig Jahre in der Profikarriere tätig Da gab's Phasen, wo es schon viel um Erfolge und um das die Karriere besser wird.

00:02:49: Dass man irgendwo vorne mitspielt ... Und dann merkt man irgendwann ja, dass ist eigentlich nett.

00:02:55: Das reicht nicht!

00:02:57: Oder?

00:02:57: Und da hab ich manchmal tatsächlich gezweifelt in den Jahren zwanzig, fünfundzwanzig.

00:03:02: Was is' es denn eigentlich?

00:03:04: Ja, heute bin ich einfach mit meiner Karrierei oder meinen Erfolgen wenn wir so sagen will mega zufrieden.

00:03:13: Deswegen weiß ich jetzt, dass ich nur noch Sachen mache auf die ich einfach mega lust habe.

00:03:19: Die mich wahnsinnig reizen und die mir dann dieses Gefühl da irgendwo einen Projekt mitten in der Nacht auf dem Gipfel zu stehen.

00:03:27: Das ist schon so ein ... ja, sage ich fast ein Drogencocktail, der wahnsinnisch spannend ist wo man viel erlebt, der mir einfach extrem viel gibt.

00:03:39: Vielleicht erklärt das ein bisschen die Frage des Warums?

00:03:42: Kannst du heute die Berge ganz anders genießen als damals, als du gegebenenfalls ein bisschen getriebener gewesen bist?

00:03:49: Weil du besser werden wolltest und weil du auch zu den besten vielleicht sogar der Welt gehören wolltest.

00:03:54: Ja würde ich schon sagen es ist ein anderes.

00:03:56: Genießen also eine andere Ebene in einem Stück weit ein mehr.

00:04:02: ja wirklich das Erleben da draußen diese.

00:04:05: Es geht nicht drum wenn man Projekt schafft dass irgendwo dass man sagen kann, man ist jetzt der Beste.

00:04:10: Darum braucht man irgendwo hinzukommen glaube ich.

00:04:15: Aber wenn wir da zum Beispiel diese Salbitrelogie, wo der EFT-Film entstanden ist nach zwei Tagen frieren Lawine hoch und tief mitten in der Nacht auf einem Gipfel zu stehen... Ja verrückt, wir hatten Trennen in den Augen der Kollege und ich.

00:04:39: Wir sind gestandene Männer oder?

00:04:40: Und dürfen uns ins Gipfelbuch eintragen, das sind die Erlebnisse, die wahnsinnig sind oder die, die ich früher wahrscheinlich anders erlebt hätte glaube ja.

00:04:52: Aber machst du das für diese magischen Momente, für diesen Hormon-Cocktail auch?

00:04:58: Das ist ja viel Arbeit da hochzukommen!

00:05:00: Machst ja auch viele Projekte, die sind geschwindigkeitsbezogen jetzt nicht mehr so sehr wie noch vor einigen Jahren.

00:05:07: Aber würdest du sagen es geht in diese Richtung?

00:05:09: Es geht schon um die Momente.

00:05:10: ganz ehrlich also sich da zurück erinnern zu dürfen Da mit dem Kollege nach Jahre danach drüber zu sprechen Das gibt viel und auch das Gefühl nach einem Erfolg Zuhause.

00:05:29: vier, sechs Wochen schwebt man ein bisschen auf einer Wolke und ist einfach ... ja verdammt glücklich oder so gepusht quasi.

00:05:37: Und das ist was, was ich eben ... Ich hab gesagt, ich bin happy mit meiner Karriere.

00:05:44: Dann kommt die Audi-Frage, hört mal da irgendwann auf?

00:05:48: Das kann ich noch nicht missen!

00:05:50: Das mag ich so gern.

00:05:51: Ich brauche es jetzt nicht alle zwei Monate.

00:05:54: Ist auch ein verdammtes Risiko dabei.

00:05:57: Aber so ... Ein, zwei Mal im Jahr wäre es schon schön so was erleben zu dürfen.

00:06:03: Aber wahrscheinlich brauchst du auch diese Anstrengung und diesen Adrenalinkick vor dem Moment des auf dem Gipfelstehens und diesen Moment genießen zu können.

00:06:15: oder wenn du jetzt sagst naja wie lange machst du das noch?

00:06:19: Ein bis zwei mal im Jahr wirst du's immer brauchen.

00:06:21: aber könntest du ja vorstellen dass du langsamer auf einem Gipfel-Ges vielleicht wandern als Klettern, um dort das genießen zu können?

00:06:29: oder geht das eine nur mit dem anderen?

00:06:31: Ja ich glaube man muss unterscheiden.

00:06:33: Also so ... Wandern ist nicht zu arg mein Ding ehrlich gesagt!

00:06:39: Nein es geht schon um diese Extremerfahrung muss ich ganz ehrlich sagen also Das Salz in der Suppe letztendlich was es so reizvoll macht.

00:06:50: Ich kann das langsam gerade mit ... mit Gästen als Bergführer sehr genießen, weil es halt dann eine sehr menschliche Ebene geht.

00:06:57: Wo's um Gespräche gibt, wie wir uns jetzt unterhalten was mega spannend ist.

00:07:01: Aber in der Teil von Profisport vom Extremalpinismus ist das extrem und das muss auch so sein.

00:07:08: Und

00:07:08: das ist das, was du brauchst?

00:07:10: Was ich genieße!

00:07:12: Was du genießt.

00:07:13: Gehen wir mal ein bisschen zurück zu den Anfängen... Du hast gerade von Extremerfahrung gesprochen,... sehr früh ein sehr guter Alpinist geworden, bis denke damals der jüngste Profibergsteiger Deutschlands gewesen.

00:07:30: Wahrscheinlich bist bereits mit sechzehn in das Expeditionsprogramm des DFV aufgenommen worden.

00:07:36: da kommen nur die sechs besten Nachwuchskletterer rein also einen ganz wichtiger Kader um halt auch die Zukunft dann vorbereiten zu können als Profi.

00:07:47: Wann hat es denn begonnen dass du für dich entdeckt hast, dass Bergsteigen und der Alpinismus dein Ding ist.

00:07:57: Und das es nicht mehr ohne geht?

00:08:00: Gab's so einen Schlüsselmoment schon ganz in den jungen Jahren vielleicht auch geprägt durch eine Extremerfahrung die du gerade geschildert hast?

00:08:09: Naja also ich wollte immer klettern mein ganzes Leben meine Eltern waren im Südtirol wandern mit uns und der Vater war auf Hochtouren usw.

00:08:18: Und dort waren immer Kletterer, und ich wollte immer klettern.

00:08:21: Ich bin dann mit sieben in so eine Kletterjugengruppe gekommen... ...und war da fanatisch von Anfang an!

00:08:29: Und habe dann eigentlich immer so mir gewünscht mal Profikletterer sowie andere Profifußballer vielleicht werden wollen, weil sie zwölfjährige Kinder sind, die Aussichten sind ziemlich schlecht wahrscheinlich aber wie sie auch beim Klettern eher schlecht sind wahrscheinlich?

00:08:48: Und ich war da auf der einen Seite naiv und auf der anderen total getrieben.

00:08:52: Also wirklich, ich bin als dreizehnjähriger weil ich keine Kletterkollegen hatte, vierzehnjährige mit dem Zug immer in die fränkische Schweiz fand um mit Tschechen dort zu klettern, weil ich keinen Kletter-Kollegen habe.

00:09:05: Dort hatte ich den ersten Sponsor.

00:09:06: dann lustigerweise eine tschechische Kletterschuhfirma gibt es immer noch heute.

00:09:12: Da hab' ich schon gemerkt, ah interessant!

00:09:15: Die haben dann sogar manchmal so ein Anreise bezahlt oder so Klettertrips bezahlt und dann bin ich da so reinkrutscht.

00:09:20: Und dann habe ich festgestellt, da gibt es ja Sponsoren und da funktioniert.

00:09:24: Und parallel ist dieses Bergsteigen entstanden.

00:09:28: Da hat mich einen Bergführer damals mit Vierzehn auf Mont Blanc mitgenommen.

00:09:33: Der hat gesagt das lief voll gut.

00:09:35: also ich hab mich da gut bewegt wohl.

00:09:37: und der sagt du musst dich unbedingt beim Expeditionskader bewerben.

00:09:40: Das war so'n Moment da auch so auf Mont-Blanc mega früh... der perfekte Mont Blanc-Gipfel oder wie man sich's vorstellt.

00:09:48: Wo ich sage, das ist schon voll cool irgendwie, ne?

00:09:52: Genau.

00:09:54: und dann war so klar okay, dann Exklusionskarte, dann geht sie in eine professionelle Richtung da beworben angenommen worden habe ich vielleicht auch gar nicht damit gerechnet dass ich überhaupt auf Wie nennt sich das?

00:10:08: Sichtungscamp kommen und dann ausgewählt worden.

00:10:11: Und ab dem Zeitpunkt, wo Klauertas ich in dem Expeditionskader war, war für mich so vollklauke nur noch die Richtung oder ... Also mir war die Schule dann ziemlich egal.

00:10:23: Ich wollte einfach alles da rein quorfen, klettern, trainieren, bergsteigen.

00:10:29: Genau, und dann hat sich das halt so entwickelt.

00:10:31: Wie läuft denn so ein Sichtungskamp ab?

00:10:34: Du bist kletterngegangen mit anderen, oder gab's da auch ... für die Theorie und war das recht umfangreich.

00:10:40: oder wie habt ihr das gemacht?

00:10:42: Ja, der Theorie gibt es wenig.

00:10:44: Da sind wahrscheinlich damals so fünfzehn bis zwanzig Jugendliche eingeladen worden zwischen sechzehn-und vierundzwanzig ungefähr alle nach Chamonix gekommen in einen Hotel gemeinsam.

00:10:57: Also ein Hotel ist vorallst die ENSA.

00:10:59: Die ENSA ist also den Bergführerausbilden der Verband von Frankreich.

00:11:05: Und dann ist man da glaube ich, zehn Tage gemeinsam klettern und bergsteigen.

00:11:11: Verschiedene Sachen machen alles in den Disziplinen.

00:11:17: Und am Ende ist man ausgeweilt worden.

00:11:18: Theoretisch war da wirklich nicht viel.

00:11:20: Man muss dazusagen es ist nicht ausschließlich dass die Sexbesten da reinkommen sondern eigentlich Die Sex, die am homogenischsten irgendwo in das Team passen.

00:11:32: Mhm.

00:11:33: Und aber gleichzeitig natürlich wer hat wie viel Potenzial?

00:11:36: Ich war da sicher von dem bergsteigerischen Niveau damals noch nicht dort wo die vierundzwanzigjährigen waren.

00:11:42: Aber man hat halt dann einen Jungen reinkommen weil man gesehen hat okay der hat megapotenzial oder und ist motiviert und sowas.

00:11:50: Genau so lief es ... die Sichtung ab.

00:11:54: Dieses Mega-Potenzial, worin liegt das begründet?

00:11:58: Ist es so deine Willenstärke gewesen?

00:12:00: Hast du einen gewissen Drang, vielleicht auch Aggressivität gehabt unbedingt hochzugehen.

00:12:07: Du hast jetzt gerade über Fußball gesprochen und dass viele Kids davon träumen Fußballprofi zu werden.

00:12:13: in der Regel verläuft eine solche Karriere ja... mit wenig Blessuren ab in den Bergen, kann es ja auch tödlich werden.

00:12:21: Und ich frag mich ... Bei so einem Sichtungskader gibt's sicher viele die Potenzial haben, die verstehen wie sie klettern müssen diesen Driver haben.

00:12:31: Aber ist das nicht genauso wichtig?

00:12:34: Besonders zu bleiben und die Jugendlichen auszuwählen, die die Fähigkeit haben, in Momenten ruhig zu bleiben, die vielleicht gefährlich sind, die sich nicht überschätzen auch?

00:12:45: Also ich ... Ich kann einfach von mir versuchen, mich selber einzuschätzen.

00:12:54: Zum einen hat man vermutlich... Also ich habe dort unter den allen eingeladenen Ambesten geklettert also im Fels was natürlich ein Mega-Pluspunkt war und hab so eine vermutlich eine Art zwischen irgendwie Ich hab einen großen Respekt, ich bin immer noch heute eine Ehrfuhr für den großen Bergen.

00:13:19: Obwohl ich eigenartig und oft geklettert habe, gehe ich dorthin und hab Respekt und gewisse Ängste oder sozusagen auch.

00:13:27: Und das war damals sicher aus und gleichzeitig aber halt ne wahnsinnige Motivation und ne Zielstrebigkeit, ein Ehrgeiz der zum Teil wahrscheinlich sogar für manche meiner Kollegen nervig ... sein konnte damals, oder?

00:13:42: Aber das braucht es eben.

00:13:43: Ich sage auch... ich sehe jungen Leuten heute an ob sie Potenzial haben wirklich wohin zu kommen oder ob Sie halt irgendwo mitmischen und dafür braucht diese speziellen Charaktere Und einer derjenigen war ich Das würden wahrscheinlich alle meine Ausbilder damals bestätigen So eine Mischung aus den verschiedenen extremen Charakterzügen letztendlich Aber gleichzeitig eben diese Ehrfurcht und diesen Respekt.

00:14:13: Das ist, glaube ich eine wichtige Mischung gewesen, die geholfen hat da einfach einzukommen in das Team.

00:14:21: Und diese Mischungen hat dich sehr weit gebracht?

00:14:25: Steigen wir mal so ein bisschen ein als du zu siebzen gewesen bist also auch noch sehr jung warst du in Pakistan im Karakurmgebirge und wolltest den Berg Spantik besteigen mit einem Seilpartner richtig.

00:14:37: Und dort, knapp unter dem Gipfel ist so eine Lawine gekommen die euch aber nicht getroffen hat sondern eine andere Seilschaft und ihr habt dieser Seilschaftern geholfen die Verschüttelten zu bergen.

00:14:51: Hab dann mehrere Tage glaub ich auf den Helikopter gewartet der von dem pakistanischen Militär kam.

00:14:58: Ich glaube die haben damals den höchsten Einsatz ever geflogen und haben dann die Gruppe auch mitgenommen.

00:15:07: Und einer muss aber zurückbleiben und das war's du.

00:15:11: Das ist ja so ein Gänsehautmoment, wenn man sich vorstellt, dass ein siebzehnjähriger auf sechsundhalb Tausend Meter alleine im Gebirge verharren muss und nicht ganz genau weiß ob der Hubschrauber jetzt zurückkommt oder ob er überhaupt noch mal fliegen kann.

00:15:24: Und das finde ich so beeindruckend und würde gerne mit dir mal darüber besprechen, das ist schon lange her, aber gerade auch in diesen jungen Jahren bin mich mal interessierend was es mit dir gemacht hat Und ob das auch der Punkt gewesen ist, an dem du gesagt hast?

00:15:39: Ich bin jetzt mal fertig mit den Achttausenden oder mit den sehr hohen Bergen und konzentriere mich auf andere Dinge.

00:15:46: Ja ... Die Geschichte am Spannteck.

00:15:50: Du hast ein perfekter Zelt letztendlich.

00:15:52: Eine verrückte Geschichte!

00:15:55: Ich hab mir das nicht ausgesucht.

00:15:57: Wir sind im Zelt gewesen, dann hat man's rumpeln hören, da ist eine Lawine abgegangen.

00:16:02: Und wir haben intuitiv uns... da begeben die Leute zu Bergen auszugraben.

00:16:09: Das war weit weg von dem Zelt, das in einen ganz anderen Hang den Berg runtergegangen.

00:16:15: Haben die halt dann da krettet und es waren sicher noch heute, ich erinnere mich an jeden Moment wie der Helikopter, wie der Pilot sagt wohnpörsen auf.

00:16:25: Ich habe mich ja nicht ausgesucht an der Tür zu sitzen, bin da halt raus also ... Ja!

00:16:33: Kein net schönen irgendwie, gar nicht lustig.

00:16:36: Es war aber nett in der Hinsicht auf das Himalaya Bergsteigen die einschneidende Moment aufzuhören.

00:16:44: und ich war danach noch mal in Pakistan's nächste Jahr am Hunza Peak & Ladyfinger und war dann im Jahr zwei Tausend Dreizehn nochmal in Nepal am Daulagiri.

00:16:57: Am Daulargiris wieder ein Scheiß passiert Und da war meine Frau gerade schwanger, als ich dort war.

00:17:05: Da war eigentlich dann am Daulagiri so der Moment, wo ich gesagt habe ... sechs Wochen Nepal ein toter bekannter Frau zu Hause Schwanger.

00:17:18: muss das denn sein?

00:17:21: Da hab' ich dann so gesagt hey ... Dann ist unser Sohn auf die Welt gekommen und hat es mich einfach niemals in die hohen Berge gezogen.

00:17:30: Ganz ehrlich muss ich sagen, dann habe ich während unser Sohn klein war in den Alpen Projekte gesucht und auch echt super coole Sachen geklettert mit einer Erstbegehung von Optimist hier gerade am Wetterwand an der Zugspitze wo wir auf die Big List vom Pio Leodor gekommen sind was du mit einer Begehung im Himaler erst mal schaffen musst.

00:17:57: Wo wirklich top war, wo ich dann so festgestellt habe.

00:18:00: Ich meine ... Du kannst auch in den Alpen so gut bergsteigen, dass du international Anerkennungen bekommst, ob man das vielleicht effizienter ist quasi so Familie, Sohn aufwachsen sehen und viel klettern gehen, mehr als in dem Basislager sitzen, viel bergstein gehen und ob es nicht besser passt.

00:18:22: Seitdem bin ich nie mehr im Pakistan-Nepal gewesen.

00:18:27: Patagonen bin ich noch ein paar Mal gewesen, das ist halt auch einfach ein bisschen effizienter weil man da immer was machen kann.

00:18:32: Man kann da vier Wochen in Schalten sitzen und jedes mal sind wir mit Gipfel nach Hause gekommen.

00:18:38: Ist dann nicht immer das allergrößte aber man kann sich bewegen, man kann Klettern, Erlebnisse machen... Aber so dieses Höhenbergsteigen habe ich damals echt abgeschlossen.

00:18:49: wobei ich sagen muss jetzt wo ich ein bisschen älter werde, gibt es schon so die Momente, wo ich sage vielleicht zieht's mich nicht irgendwann wieder zurück jetzt.

00:18:58: Wo unser Sohn älfter ist und mal vielleicht auch ein bisschen gelassener ist, gelassener in dem Basislager sitzen kann, so'n unbestiegner sieben Tausender oder vielleicht sogar der Winter an den Achttausendern da sind glaube ich schon auch das Potenzial für eben diese Extreme Erfahrungen, dass vielleicht irgendwann wieder kommt.

00:19:20: Man muss es beobachten.

00:19:23: Okay, man hört da schon eine gewisse Tendenz raus?

00:19:26: Ja, schauen wir mal!

00:19:27: Ist nicht ausgesprochen, muss man klar sagen... Aber ich habe immer bei den Projekten so gespürt, dass es einen kleinen Reiz gibt und dann muss man halt schauen ob die Flamme größer wird oder nette.

00:19:39: Das spüre ich so ein bisschen.

00:19:41: Ich hab in David Göttler getroffen vor zwei Tagen und hab ja auch so gesagt vielleicht schon mal wieder in die Höhe gehen.

00:19:48: Es hat natürlich, gerade wenn man dieses Extrem sucht ... Die Höhe hat ihren Reiz.

00:19:53: Das fand ich auch im Daulagiri verdammt spannend auf siebeneinhalb Tausend Meter so ausgeliefert zu sein, so exponiert zu sein.

00:19:59: Das sind ja die Emotionen, die wir suchen.

00:20:03: Dass es eben nicht einfach ist.

00:20:04: Dass das schon ein bisschen riski und spannend ist.

00:20:07: Und das bietet das natürlich schon auch.

00:20:10: Lassen Sie mal ganz kurz zurückgehen zu diesem Erlebnis ... am Spantik.

00:20:16: Wie bist du denn mit dieser Situation umgegangen?

00:20:18: Also nochmal, mit siebzehn Jahren da alleine zurückgelassen auf dem Berg... ... hast du damals schon diese außergewöhnlich hohe mentale Stärke gehabt?

00:20:27: oder kam auch Panik auf?

00:20:29: und bist du da vielleicht auch an einem Moment gewesen wo du nicht wusstest wie es jetzt weitergeht ob's überhaupt weiter geht?

00:20:37: das ist ja nur ein Beispiel von mehreren Beispielen aus deiner Karriere wo es auch wirklich mal brenzlig wurde.

00:20:43: War das so mit dem ersten Moment, der dich geprägt hat?

00:20:47: Der damals schon eine gewisse mentale Stärke vorgemacht hat?

00:20:51: Das ist eine spannende Frage.

00:20:53: Wahrscheinlich war das der erste Moment, in dem ich richtig Todesangst hatte.

00:20:59: Es ist ja so skurril, dass man da auf sechseinhalb Tausend Meter sitzt ohne Ausrüstung ... Es ist eigentlich nicht gefährlich, weil man sitzt ja darum.

00:21:10: Direkte Gefahr.

00:21:13: Aber gleichzeitig weiß man, wusste ich nicht, ob der Helikopter zurückkommt und hatte da schon brutale Angst oder brutale Verlorenheit.

00:21:24: wie geht es jetzt weiter?

00:21:25: Aber so hundert Prozent von dem man weiß nicht, wie das jetzt weitergeht.

00:21:31: Und wahrscheinlich war's der erste Moment in der Richtung.

00:21:33: so vielleicht kommst du an den Berg einfach nie mehr runter.

00:21:37: Ich hatte lustigerweise keine Panik, einfach die wirklich grenzenlose Verzweiflung war es einfach.

00:21:50: Und ich würde auch sagen das war nicht ein Moment wo ich mentale Stärke einsetzen konnte weil ich war da also fast instinktiv ausgeliefert der Situation.

00:22:05: Also wirklich der Kopf und der Geist hat gemacht was er wollte.

00:22:10: zuerst ist der Helikopter weg hab ich voll kalt, weiß ich noch.

00:22:17: Es gibt ja das YouTube-Video, wo man's angucken kann ... Ich hab die Kamera in der Brustasche gehabt und mit der Kamera da gesprochen oder?

00:22:24: Und es hat dann irgendwann aufgehört des Weinen, oder?

00:22:26: Dann bin ich da so rumgesessen und hab halt die Berge angeguckt und natürlich gehört, ob der Helikopter wieder kommt aber... Das wurde dann alles ruhig,

00:22:34: oder?!

00:22:35: Und ich weiß bis heute nicht!

00:22:38: Oder ich kann jetzt Ich hab nicht die Zeit wahrgenommen, das waren dann am Ende so drei Stunden bis der kam.

00:22:44: Aber ich würde sagen heute ... Das war wie ein Schnipser aber verrückt irgendwie deswegen.

00:22:52: War das netten Moment wie in anderen Situationen wo ich wirklich mental stark sein musste und auch konnte oder?

00:22:59: Ich glaube wenn mir es heute noch passieren wird, ich könnte auch nicht sagen ja mich hier alles gut die kommen sicher wieder und wenn nicht dann wird's schon gut oder so.

00:23:06: Die Situation gibt sie auch kommt alles gut wo wir wirklich aktiv stark sein müssen, quasi mental.

00:23:15: Und es war damals einfach so, hey ausgediefert mal schauen was passiert.

00:23:19: Dann kam der Hubschrauber und Michi war glücklich!

00:23:22: Ja verdammt also krass hat sich dann das... man muss ja dazusagen dass wir dort eben diese zwei Nächte, drei Tage da oben rum saßen und ein Satellitentelefon hatten.

00:23:35: Und mit der pakistanischen Army da per SMS am Satelliten-Telefon kommuniziert haben – die haben uns einfach klar gesagt sie kommen einmal mit zwei Helikoptern und nicht öfters!

00:23:46: Ich weiß bis heute nicht warum die uns das eigentlich so geschrieben haben.

00:23:50: Ist ja mega unlogisch, warum können die nicht dreimal kommen oder viermal?

00:23:55: Aber das stand halt in der SMS und du bist dann auch dort oben sechseinhalb Tausend Meter, wir waren jetzt nicht top acclimatisiert.

00:24:02: Du rattest da so auf letzter Rille oder?

00:24:04: Also wenn deine SMS kommt, du nimmst die für Bare Münze und dann ist es so, oder?

00:24:10: Deswegen sind lauter Einflüsse, die da reinspielen wo man so ausgeliefert ist und irgendwie so funktioniert.

00:24:19: Und kann gut kommen oder kann auch schlecht kommen oder so.

00:24:24: Ja schwierig!

00:24:25: Aber vor dem Einbruch der Nacht wurde dann ja

00:24:29: doch wieder alles... Ja, genau.

00:24:30: Dann kam der Helikopter, da habe ich das Helicopter-Geräusch gehört und war einfach brutal froh.

00:24:39: Dann sind die der Kufen angelandet, dich eingestiegen ... Und dann hatten dich bis heute so Mini-Tetra-Packs mit Vitamin, wie nennen diese Trink sich da was?

00:24:51: So, Vitaminshots.

00:24:52: Nicht Vitaminen sondern früher gab es doch diese Multivitamin, genau multivitamine Tetraparks oder so ein Hatten die da getrunken und einfach ja verrückt.

00:25:03: Und dann kaum unten wolltest du natürlich schon wieder dann beinah oben, oder?

00:25:06: Dann sind wir unten gelandet im Basislager.

00:25:13: Wir konnten dann gar nichts mehr machen, weil die Ausrüstung überall am Berg verteilt wurde.

00:25:17: Einmal war ein Depot an der Erstbegehung, das wir machen wollten und das andere Material in der Klatscherspalte.

00:25:23: Und dann habe ich meine Eltern angerufen und erzählt was passiert ist?

00:25:28: Dort hat man sich ja nie ... Hat mir nicht kommuniziert, hab bis nach Pakistan gefahren, hatte schon Satellitentelefonen und wenn die nix hören, ist alles gut!

00:25:36: Dann habe ich aber echt mal zu Hause angerufen, hab so erzählt Wenn wir im Basislager-Expedition ist rum, wir müssen nach Hause kein Material mehr.

00:25:44: Aber übrigens waren wir jetzt da Helikopterbergungen ... ja dann ...

00:25:49: verrückt.

00:25:50: Also deine Eltern haben wahrscheinlich schon auch die eine oder andere schlaflose Nacht gehabt?

00:25:53: Gerade als du jung gewesen bist!

00:25:55: Ja, also ich weiß es noch, meine Mutter erzählt das heute noch.

00:25:57: Das erste Mal Eiger Nordwand mit Bivakt.

00:26:00: Dann war wohl verrückt aber ... Heute ist es glaub ich niemals so schlimm und heut kriegen sie's erst im Nachhinein immer alles mit wie damals in Pakistan.

00:26:09: Aber sie haben sich mittlerweile daran gewöhnt.

00:26:11: Ich hab gerade gesagt, kaum unten da wolltest du wahrscheinlich schon wieder hoch also lang als nicht gedauert und dann war schon die nächste Begehung angesagt.

00:26:19: aber lass uns ruhig mal so ein Zeitsprung machen auch jetzt in Richtung der Alpen weil dort hast Du ja unter anderem Dir einen Namen gemacht durch Erstbegehungen Die dir offensichtlich sehr liegen und durch Speedklettern.

00:26:33: Das Speed-Klettern hat, glaube ich, so ein bisschen abgenommen aber die Erstbegehung ist das so dein Ding?

00:26:39: Das was dich reizt ganz neue Linien zu schaffen in den Bergen?

00:26:43: Erst Begehungen zu machen ist sicher schon so mittelspannend, was es gibt würde ich sagen weil dort bewegt man sich in Terrain, dass halt noch keiner kennt.

00:26:55: Es ist diese große Ungewissheit dabei funktioniert's nicht Man kommt notgedrungen irgendwo so ans Limit.

00:27:03: Das ist nach wie vor das mitunterte Spannendste.

00:27:07: Das Thema Speed hat ja auch was Exploratives, es hatte auch quasi etwas in die Richtung Erstbegehung weil du halt auch das extrem suchst und das ist nicht so dass ich das niemals spannend finde.

00:27:22: Die Frage ist vielmehr wo ist da noch Potenzial?

00:27:26: Also das ist das, wo ich heute ein bisschen sage.

00:27:28: Deswegen mische ich da auch nicht mehr so mit...

00:27:31: Auch unter dem Sicherheitsaspekt oder?

00:27:34: Ja, auf physisch muss man ehrlich sagen.

00:27:37: Also sicherheitstechnisch ist natürlich die Speedkletterei gefährlich aber schon sehr reizvoll.

00:27:42: Ich meine was wie an den Zinnen damals mit dem Ueli und dann dem Simon Giertl gemacht haben.

00:27:49: Habt ihr die IP-Geschichte geschrieben?

00:27:51: Ja, also genau diese erste Wintertrilogie an den drei Zinnen.

00:27:58: Da habe ich vorher diverse Südtiroler gefragt in Simon Giertl und in Christoph Heinz, sie viele Winterherrschbegehungen gemacht haben ob Sie mitmachen würden.

00:28:06: und sie haben gesagt unmöglich geht nicht drei Wände in einem Tag zu machen.

00:28:10: und wir haben das dann gemacht in fünfzehn Stunden vierzig Minuten Eher im Bereich Speed, dass ich einfach sage das Limit ist ein Stück weit so auskreizt.

00:28:20: Dass man sich entscheiden muss.

00:28:24: geht man in die volle Konditionsrichtung oder aber dann wirst du zu einem Tony Palser der auch ganz gut bergsteigen kann oder geht mal in die Richtung schwieriges Bergsteigen und da muss ich sagen da ist das schwierige Bergsteiger für mich einfach einen Spureitz voller weil es viel weniger austauschbar ist.

00:28:45: Im Bereich Speed gibt's dann immer irgendeiner, der dann wieder schneller sein wird.

00:28:49: Und es ist auch voll okay!

00:28:50: Ich meine unsere Zeiten sind auch zum Teil überboten worden.

00:28:53: Voll fair enough, ist normal... Aber die Erstbegehung, das erste zu sein, das nimmt dir keiner mehr weg und das ist eigentlich das Reizvolle letztendlich.

00:29:02: Weil was bleibt?

00:29:04: Was du geschaffen hast?

00:29:05: Genau weil wirklich einfach was bleibt.

00:29:08: Die Zinnentrilogie ging uns nicht primär um die Zeit.

00:29:11: Sonst ging es darum, das überhaupt in vierundzwanzig Stunden zu schaffen.

00:29:14: Und wir waren einfach die Ersten, die das geschafft haben – genauso wie jetzt wir am Salbett!

00:29:18: Die ersten, die die Winter-Trilogie geschafft haben oder?

00:29:20: Wenn das jetzt einer macht im Stadtvierzigstunden, wie wir gebraucht haben, fünf und dreißig Jahre, okay?

00:29:26: Hast trotzdem die zwei im Rücken,

00:29:28: oder?!

00:29:29: Deswegen das erste irgendwo zu sein, das bleibt einfach.

00:29:33: Das ist reizvoll und unschön ja.

00:29:37: Welche Rolle spielen Rekorde?

00:29:39: Wenn du der bist, der den Rekord hat – das weiß ich aus eigener Erfahrung.

00:29:43: Ich habe ein paar wenige Speed-Rekorde gehabt oder noch immer.

00:29:48: Ist super!

00:29:50: Aber wenn du mich fragst, wo ist die Wertigkeit zwischen einer ersten Winter-Zinnentrilogie und der schnellste deutsche Seilschaft an der Eiger Nordwand?

00:30:01: Dann ist halt das was wirklich alpinistisch bleibt.

00:30:04: Geschichte hat viel mehr wert für mich.

00:30:07: Bei der Erstbegehung hast du, meine ich auch an der Felswand Dreifaltigkeit im Eibstein versucht eine neue Linie zu schaffen.

00:30:17: Sag mal ist dir das gelungen damals?

00:30:19: Wir sind in die Schweiz gezogen und habe da diesen wunderschönen Berg gesehen.

00:30:22: Die Dreifältigkeit heißt eben so wie ein Haifischflosse sieht es aus oder aus dem Grashangrakt.

00:30:29: Und dort gab's die rote Parzival net geklettert war.

00:30:35: Die wurde erst begangen, also ein Geburt aber noch nicht geklettered.

00:30:39: und dann habe ich die klettern können und hab bei der Begehung einfach gesehen dass in der Wand links daneben noch Potenzial hat für eine Erstbegehung.

00:30:48: Und dann kam Corona.

00:30:51: und während Corona waren wir ja alle angehalten so kein Extrem Sport machen und keine großen Reisen.

00:30:59: Dann hab ich mir halt so gedacht, okay, ist eine Erspegierung in den Hausbergen.

00:31:03: Das kann man grad so noch machen.

00:31:06: und dann bin ich da bohren gegangen und hab die Erspegierung gemacht.

00:31:11: Das hat schon eine Weile gedauert irgendwie so ... Eine Saison eigentlich?

00:31:15: Und dann...

00:31:16: Eine Saison immer wieder

00:31:18: hoch,

00:31:19: Cliffhanger versucht und runtergefallen beziehungsweise ein paar Meter.

00:31:24: Welches Durchhaltevermögen braucht man da?

00:31:26: Ich meine, du hast natürlich eine Progression und du kommst immer ein bisschen höher.

00:31:29: Aber du brauchst vielleicht dann für ein paar Meter Wochen zum Teil, oder?

00:31:33: Genau!

00:31:34: Das ist ein Riesenauf-und-Ab... Und es hat eben nicht immer eine Progression, das ist so fies.

00:31:40: Zwischenzeitlich du klettersche Unten rein und es sind nicht zweihundert Meter waren und du weißt net ob du hochkommst.

00:31:45: Also was kann er sein?

00:31:47: Du kletterst und dann kommt irgendwann ne fünfmeter Betonplatte wo einfach gar keine Griffe sind.

00:31:52: Dann ist es fertig!

00:31:53: Dann waren die zwanzig Tage investierte Zeit für wie wir sagen Schweizerdeutsch für die Katz.

00:32:01: Genau, das weiß ich nicht.

00:32:03: Aber ... ja, ich bin da halt immer wieder und immer wieder hoch.

00:32:06: Ich

00:32:07: freu mich an Zeitgefallen und dann wieder hoch?

00:32:09: Genau, immer wieder in den Seil, immer rausgeflogen.

00:32:14: Immer wieder die zweieinhalb Stunden hochglatscht und wieder runter.

00:32:18: Und genau, das hat eine Saison gedauert.

00:32:21: Dann haben wir wirklich die Erstbegehung geschafft.

00:32:23: Das war schon cool!

00:32:26: Aber nur das Einzubohren ist wie bei Parzival eigentlich nicht so viel wert weil Da spricht keiner über den Erstbegehr, sondern wer hat's freigeklettert?

00:32:34: Nicht der Michi.

00:32:36: Und genauso wär es auch bei der Route gewesen.

00:32:37: Deswegen musste ich noch versuchen frei zu klettern.

00:32:40: und Freiklettern für den Zuschauer bedeutet halt ... dass man ohne die Zulvernahme von den Haken quasi aus körperlicher Kraft mit den Griffen, die der Fels gibt da hochklettern kann.

00:32:52: Und da hat sich dann einfach rausgestellt, dass das verdammt schwierig ist als an meinem körperlichen Limit.

00:33:00: Und da habe ich nochmal eigentlich zwei Saisons gebraucht, um das dann frei zu klettern.

00:33:07: Das hat dann geklappt.

00:33:08: Noch mal zwei Saison.

00:33:09: Ich glaube in Summe war ich mindestens bin ich fünfzigmal da hochklaufen an die Treffaltigkeit und wieder runter aber hab das dann freiklettern können und ist sicher einer meiner größten... Erfolge, auch persönlichen Erfolgen, da so dran zu bleiben und das zu machen.

00:33:27: Und dann auch zu schaffen.

00:33:29: Die ganzen Kollegen sind eine Geschichte ... Das ist nicht nur meine Geschichte, sondern auch mit den Freunden zusammen, die da ja immer mitkranzen.

00:33:36: Sie haben mir mal hoch gegangen, sie haben nur gesichert oder?

00:33:39: Ist so ne schöne Geschichte.

00:33:42: Sprechen wir mal kurz über deine Freunde.

00:33:44: zum Teil haben dich ja auch Freunde begleitet bei deinem Wettersteingrad-Projekt.

00:33:50: also du bist Den Wettersteingrad zusammenhängend sind das siebzig Kilometer.

00:33:56: In deinem Fall war es eine Art Trade Run und Klettern, das sind die sieben tausenden Höhenmeter, die man da zurücklegen muss.

00:34:03: Das wolltest du an einem Stück gehen und hattest dann aber parziell auch Freunde dabei, die dich begleitet haben.

00:34:10: also eine bemerkenswerte Geschichte ein sehr herausforderndes Projekt.

00:34:17: sicherlich die meisten Leute Das machen brauchen fünf Tage, würde ich mir schätzen so.

00:34:22: Ich glaube es ist ehrlich sagt einfach jetzt davor erst einmal gemacht worden.

00:34:27: also ich weiß es ganz sicher sein und der Tom Huck hat das in fünf Tagen damals.

00:34:32: Also prinzipiell dieses ist ja so eine Art Hufeisen.

00:34:35: Genau.

00:34:36: Von oben.

00:34:36: Schau diesen Grad diese siebzig Kilometer gegangen mit Übernachtung.

00:34:41: aber das wurde noch nicht so oft gemacht?

00:34:43: Ne ne genau also das ist jetzt... ...das hat da Tom gemacht eben vor mir.

00:34:47: dann habe ich gemacht eben und dann ist es jetzt nochmal wiederholt worden.

00:34:52: Ich glaube, es gibt nur drei Begehungen von der ganzen Route.

00:34:57: Das macht ja auch keiner!

00:34:59: Da muss ich schon ein bisschen bescheuert sein.

00:35:03: Dann reden wir mal darüber warum du das gemacht hast und wie du dich darauf vorbereitet hast?

00:35:09: Weil du hast den Wettersteingrad zurückgelegt in... Wie viele Stunden warst

00:35:14: du?

00:35:16: sehr bemerkenswert, die sieben tausend Höhenmeter, siebzig Kilometer.

00:35:21: Warum hast du das gemacht und wie hast du dich darauf vorbereitet?

00:35:25: Ja ich war in meinen jüngeren Jahren Kratz als Bergführer-Anwärter generell viel im Wetterstein unterwegs, viel da geklettert, viel auch zum Teil als Bergführer gearbeitet, viel gesehen und diese Begehung vom Tom Huck war immer in meinem Kopf.

00:35:42: Da war ich so, ich war so neunzehn oder so, wo Tom das gemacht hat.

00:35:46: Und es war natürlich spannend ... da gab's ein Film damals, also schon einen guten Film.

00:35:52: Die Filmerei ist ja heute an einem Punkt, wo verrückt ist wie gut da die Qualität ist.

00:35:57: Damals war zu einer der Bergfilme aus unserer Region, der mich fasziniert hat und deswegen war das Projekt auch in meinem Kopf.

00:36:09: Der Gedanke des ... vollständig zu machen, ist einfach irgendwann spontan gekommen.

00:36:14: Weil ich mal Blassengrad gemacht habe und Jubiläumsgrad so am Stück und hab so festgestellt, das geht eigentlich ganz gut!

00:36:21: Und dann guckt man natürlich das Hufeisen weiter und sieht da halt die ganze Kette... Wenn Blassen grad in die Jubilänungsgrad irgendwie in, ich sag jetzt einfach mal acht Stunden geht oder sechs Stunden geht ja, kann schon rechnen, dann geht der Rest auch in dreißiger oder vierzig Stunden?

00:36:39: Ja und dann war Vor der Zeit viel mit Murli Steck unterwegs und war ganz viel im Bereich eben Konditionstraining, Ananandereihungen.

00:36:52: Wir haben da die Anananda-Reihung auch von Watzmann Ostwand und Jubiläumsgrad mit dem Rheinrad gemacht?

00:37:01: Das war davor genau!

00:37:03: Das habe ich gemacht mit Murli, diese viertausender Projekte aneinander Reihung.

00:37:09: Die zehnen immer solche Geschichten wo ich wusste hey du funktionierst mega gut auch noch über zwanzig Stunden am Stück oder?

00:37:16: Und dann hat das einfach so reingepasst.

00:37:20: Ich sagte ja das machen da kann man einen Rekord.

00:37:23: sozusagen könnte man den Rekorder claimen was ja auch für ein Athleten mega mega gutes.

00:37:30: gleichzeitig die Challenge.

00:37:31: ist es überhaupt möglich So voll mein Ding lang sich zu bewegen, konzentriert am Kratz.

00:37:37: Trotzdem noch klettern.

00:37:39: Passt da nicht wie die Faustaufsauge?

00:37:42: Aber es war technisch jetzt nicht so herausfordernd richtig.

00:37:44: Es war jetzt mehr konditionell herausfordern.

00:37:46: Technisch für mich natürlich... Für

00:37:49: dich ja!

00:37:49: ...genau net herausforderend Aber in Kombination mit der Kondition und der Ermüdung schon grenzwertig.

00:37:57: Und

00:37:57: auch nicht ganz ungefährlich?

00:37:59: Nee, verdammt gefährlicher!

00:38:00: Weil wenn man müde wird dann ist die Gefahr von Unfälle umso höher.

00:38:05: Ich

00:38:05: kann das alles easy klettern oder gar kein Problem aber die Kombination aus der Ermüdung ist schon grenzwertiger.

00:38:14: Also sollte man auch nicht nachmachen?

00:38:16: Ne, es gab ja dann ein Tor... Bei dem Versuch einer Wiederholung ist einer tödlich verundlicht.

00:38:24: Er zeigt schon was, er hat mich auch beschäftigt und ...

00:38:30: Uli Steg, den du uns gerade erwähnt hast und mit ihm ja viele Sachen gemacht hast.

00:38:33: Er ist leider auch tödlich verurteilt in den Bergen.

00:38:36: Man muss immer wieder daran appellieren, dass die Berge schon auch gefährlich sind.

00:38:40: So faszinierend das es auch ist!

00:38:41: Und wir reden ja über deine fasziniere Geschichte in den bergen aber man muss es immer wieder betonen wie gefährliche Berge sein können und wie wichtig es ist, dass man sich gut vorbereitet.

00:38:51: Wir reden auch gleich nochmal über deine YouTube-Serie Close Calls wo Beinahunfälle sprichst, was ich sehr gut finde.

00:38:58: Ich hab's mir mal angeschaut um halt das Bewusstsein noch einmal zu schärfen wie wichtig es ist gut vorbereitet zu sein aber auch die Mut zu haben umzudrehen und zu sagen jetzt gehe ich nicht mehr weiter der Gipfel kann der Gepfe seins mache ich andermal aber die Bedingungen sind nicht so gut.

00:39:12: ich drehe es wiederum Aber darüber reden wir gleich nochmal.

00:39:15: Ja Wie hast du dich auf diese Wetter?

00:39:18: Steingrad-Geschichte denn vorbereitet?

00:39:20: Weil konditionell ist das schon auch sehr Herausforderung gewesen, oder?

00:39:26: Ja.

00:39:26: Das war für mich physisch auf jeden Fall am Limit und es war klar, je physisch stärker ich bin, je weniger gefährlich wird es auch gerade durch das Thema Ballos am Grad noch glättern können.

00:39:40: konzentriert dafür war die wirklich die Kondition das wichtigste, oder deswegen habe Das Projekt eigentlich fast ein Jahr vorher entschieden, dass ich das dann im nächsten Sommer mache.

00:39:55: Und dann war auch klar, dass irgendwann der Switch kommen muss oder der Fokus aufs konditionelle Training und das war so der Moment eigentlich im Herbst angefangen war aber noch in Patagonien.

00:40:08: Patagonen auch ein bisschen geplant weil in Patagonen kann man es so gut Kondition mit Bergsteigen verbinden, weil du so kleine Wetterfenster hast.

00:40:20: Dass du super gut vom Tal aus Berge besteigen kannst.

00:40:25: Fitzreu am Stück haben wir zum Beispiel gemacht in thirty- zwei Stunden vom Tal und das schon eine super gute Vorbereitung war im Bereich Grundlage, im Bereich Aumental.

00:40:35: Wetter wird schlecht, so super Vorbereitungen für Patagonen gewesen dort noch nicht so voll in das Lauftraining reingegangen bin, sondern schon noch mehr Bergsteigen war.

00:40:47: Dann von Patagon nach Hause gekommen, extrem viel Höhenmeter auf den Ski gemacht und mir tut es gut immer so kleine Trainingsziele zu haben.

00:40:56: Und dann habe ich in der Silvretta eine mega coole Aneinander-Reihe gemacht von dem eigentlich die Silvrettadurchquerung.

00:41:05: was die Leute in sieben Tagen machen hab ich einfach am Stück gemacht in... Ich weiß es nicht!

00:41:10: vielleicht fünfzehn Stunden oder zwölf Stunden, ich weiß es echt leider nicht mehr.

00:41:14: Es waren auch so, glaube ich, achtzig Kilometer und alle wichtigen Gipfel dort.

00:41:19: Das habe ich gemerkt, egal wo ich mich darauf vorbereite dass Zwischenziele voll wertvoll sind weil man dann auf das Ego einen kleinen Erfolg hat und drauf hineinfahren kann, genau dann kam die Silvretta.

00:41:35: Dann kam noch am Hundstein Südwand.

00:41:40: Der Rekord von der rote Alpstein-Marathon war vorher bei zwei Stunden, fünfzig oder so.

00:41:45: Wir haben das dann gemacht in der Stunde.

00:41:47: Zweiundvierzig spielt nicht ganz auf die Ultradistance rein aber einfach die schiere Ausbelastung.

00:41:55: also eine Stunde und zwanzig Vollgas klettern konzentrieren.

00:41:58: So hilft auch wiederum beim Bergsteigen Und hab da Vorheben angefangen voll zu laufen nur noch zu laufen mit dem Coach, mit dem Alex Scherl der eigentlich dann zu die Trainingssteuerung übernommen hat, mich auch gut kennt.

00:42:12: Da da in das Silvretta schon dabei war und dann ging es halt so voll in die Trainungsplan, Trainings-Steuerungen, Konditionen laufen.

00:42:25: Wir haben immer trainiert im Sinne von Zuhause, Intervalle, Bergläufe und so einen sofort.

00:42:32: Und einmal die Woche bin ich echt ins Wetterstein gegangen Und habe dort versucht, diese typische lange Grundlageneinheit zu machen.

00:42:40: Quasi das zu machen am Grad um den gut auszuchecken und da war ein ziemlich gutes Erfolgsrezept eigentlich für die Begehung letztendlich.

00:42:53: Du

00:42:53: hast die Abschnitte mit verschiedenen Freunden dann gemeinsam gemacht.

00:42:58: Wie wichtig sind dir denn gute Freunde bei deinen?

00:43:01: Projekten.

00:43:02: Du bist ja nicht so sehr der Solotyp, sondern bist ja schon auch jemand, der guten Seilpartner braucht oder das schätzt.

00:43:10: Erzähl mal ist dir das wichtig weil du zu diesen emotionalen Support brauchst?

00:43:15: Oder es einfach mehr Spaß macht wenn man das zu zweit macht?

00:43:18: Es ist eine Mischung würde ich sagen.

00:43:20: Sehr eine Mische.

00:43:20: aus diesem sage ich mal dass man sich natürlich gegenseitig unterstützt, dass man nicht alleine ist aber auch einfach ne... unterhalte mich gerne mit meinen Freunden über Gott und die Welt.

00:43:33: Und nicht unbedingt nur übers Klettern, sondern eben über Gott and die Welt!

00:43:38: Und so ist es einfach eine gute gemeinsame Zeit.

00:43:42: Und gleichzeitig beim Wettersteinkrat muss ich sagen das ist ja ein Projekt wo ich ehrgeizig und zielorientiert bin.

00:43:51: da war's schon so dass ich wusste Das es mir gut tut, wenn ich da jemand habe.

00:43:58: Weil über die dreißig Stunden mal eine gewisse mentale Downs hat.

00:44:03: und dann ist auch hilft dass man sich ein bisschen über Gott um die Welt unterhalten kann weil dann die Zeit einfach vergeht und nicht der Fokus so arg ist auf ja kann ich jetzt noch oder wie müde bin ich eigentlich?

00:44:14: sondern einfach die Zeit so ein bissel dahin plätschert und die Meter unter sich weglaufen.

00:44:19: oder die Kletterlaufmeter an dem schönen langen Grad

00:44:24: Wenn du in den Bergen bist, du gehst ja auch sehr gerne Eisklettern.

00:44:29: Da hängst du dann an großen Eis-Zapfen... Also wenn man sich die Bilder mal anschaut ist das extrem beeindruckend.

00:44:35: also du hängest an einem Eiszapfen und unter dir geht es ein paar Hundert Meter runter.

00:44:39: Wann hat sich diese Leidenschaft herausgestellt für dieses Eisklettern?

00:44:43: Weil ich habe einen Eindruck dass deine Projekte sich mehr verlagern in Richtung Winter.

00:44:49: reizt sich der Winter besonders

00:44:51: Die Projekten verlagert sich Hauptsächlich deswegen, weil im Winter aus meiner Sicht mehr Potenzial ist noch.

00:44:59: Oder wir haben jetzt – ich meine schon mal – jetzt dieses Anfang Juli und das Wallis sieht aus wie schlimmer als letztes Jahr Ende August.

00:45:09: Und deswegen ist es immer schwieriger im Sommer Sachen zu machen die quasi das darstellen was sich sucht.

00:45:18: diese Reize oder?

00:45:20: Außer du gehst natürlich ins Himalaya da Musch im Sommer gehen nach Pakistan.

00:45:24: Aber deswegen bietet der Winter mega viel, weil ... Im Winter wird es auch wärmer aber winter Erschtbegehungen, Winter-Begehungen neue Eislinien wachsen gerade aufgrund von der Klimaerwärmung, weil früher ist nicht hoch geregnet hat heute regnet so hoch dadurch Eislinen wachsen die wir erst begehen können hat einfach der Winter noch unendlich Potenzial im Vergleich zum Sommer.

00:45:51: Im Sommer kann man jetzt super aus meiner Sicht felsklettern und an nicht permafroscht Bergen klettern oder bergsteigen, unter Rest ist es ein Stück weit schwierig und objektiv gefährlich.

00:46:04: Welches war denn jetzt so rückblickend?

00:46:07: Dein Projekt welches den größten Eindruck hinterlassen hat?

00:46:13: emotional woran erinnerst du dich Am liebsten?

00:46:16: von all deinen Projekten.

00:46:17: Gibt es also ein Projekt, welches heraussticht?

00:46:20: Wahrscheinlich sticht die Zinnentrilogie raus mit Ueli.

00:46:25: erstens weil ich da noch jung war und mir.

00:46:30: heute bin ich erfahren suche mir die Projekte und weiß ich schaffe sie eigentlich.

00:46:37: damals an den zinnen war so eine totale totale blau Pause.

00:46:42: funktioniert das oder funktioniert es nicht.

00:46:44: Alle haben gesagt, dass geht nicht.

00:46:46: Dann kam da der Ueli mit ins Spiel und dann ging das wirklich.

00:46:50: Das war so verrückt, dass das dann funktioniert hat auch viel schneller als gedacht und so.

00:46:56: Deswegen sind dort die Eindrücke so speziell gewesen.

00:47:01: Jedes weitere Projekt war wahnsinnig spannend Emotional aufgeladen wie die Salbetrilogie.

00:47:10: Aber mir war an der Salbetrilogie klar, dass wir das schaffen.

00:47:14: Es war ... War nicht klar, wie lange wir brauchen oder so, aber mir war hundertprozentig klar, weil ich auch mittlerweile weiß, welche Stellschraube muss man drehen und die muss man sich vorbereiten

00:47:26: usw.,

00:47:27: oder?

00:47:27: Damals war ich schon noch mehr Greenhorn.

00:47:31: Und noch jünger.

00:47:31: Und es war vielmehr mit Glück.

00:47:33: klappt das irgendwie?

00:47:34: keine Ahnung.

00:47:35: Ich weiß nicht ob's klappt!

00:47:37: Und dann ist natürlich auch das Erlebnis krasser, wenn du weniger weisch.

00:47:43: Immer so ja?

00:47:44: Wenn du uns ungewisse gehst und nicht weißt ob du das schaffen wirst oder nicht... Also bei den anderen Projekten, wir haben über den Wettersteingrad gesprochen und auch über andere Projekte war dir das immer klar ich schaff das.

00:47:58: Ich hab darüber nachgedacht.

00:48:00: Lustigerweise war ich immer überzeugt, dass ich es schaff.

00:48:04: Also jetzt auch bei den kommenden Projekten bin ich ganz fest der Überzeugung, dass sich das kann und scharf ... Und da bin ich auch der Typ dazu.

00:48:14: Das Mindset braucht man glaub ich auch.

00:48:17: Sonst wird's schwierig.

00:48:18: Da ist ja das Thema so ein bisschen scheitern oder?

00:48:20: Ich hab überlegt, wo bist du eigentlich gescheitert?

00:48:23: Gescheitart ist meistens nett an der ... Füßes oder an ... Ja, ich kann's gar nicht beschreiben.

00:48:31: Das waren meistens eher gescheitert aufgrund von wirklich Risiko?

00:48:37: Oder aufgrund vom Seilschaftsproblemen oder quasi Team-Problemen unterschiedliche Risikoeinschätzungen und dann eigentlich daran ein Projekt zerbrochen sozusagen.

00:48:50: Wo ich aber auch klar sagen muss... Also wo häufig auch ich der war, du würdest gesagt halt hey!

00:48:55: da gehe ich nicht mit, oder?

00:48:57: Da bin ich raus.

00:48:59: Was dann wirklich ein Scheitern ist, was fies ist und sich nicht gut anfühlt.

00:49:03: Aber häufig die Leute, wo das den Bruch gab auch jetzt nie mehr leben, aber zurückzukommen zu dem Thema.

00:49:11: Ich bin überzeugt von den Sachen dass ich die scharf und such mir aber auch die Projekte so Dass es schon so sind, dass ich vielleicht heute noch nicht das könnte.

00:49:21: Aber weiß ich kann mich so darauf vorbereiten, dass sie's dann scharf Das ist so ein bisschen spannend.

00:49:27: Es wäre ja langweilig, wenn ich jetzt einen Projekt suche ... Kann ich eh schon oder?

00:49:30: Das Netzziel.

00:49:32: Aber eine Projekte wo ich weiß mit der richtigen Arbeit und Ehrgeiz und Energie reinstecken dass es dann geht.

00:49:40: Und die richtige Risikoeinschätzung und die Vorbereitung das kann man nicht oft genug sagen ist das A&O.

00:49:47: Wenn wir mal über deine Close Calls sprechen Ich habe das gerade schon erwähnt setz dich da vor die Kamera und sprichst ganz offen darüber.

00:49:57: Ich find das stark, ich finde es auch wirklich sehr wichtig.

00:50:00: was hat dich dazu gebracht das zu machen?

00:50:02: Und erzähl mal so ein bisschen von den Close Calls, die du hattest, die so am prägensten gewesen sind.

00:50:09: also was mich dazu gebracht habe ist... ich sollte einen Vortrag halten im Arwersteil einer kleinen Eiskletter Community und hab mir überlegt ja Hinstellen und so, ich bin der tolle Michi.

00:50:20: Und das habe ich geklettert, hatte ich kein großes Interesse ... Dann hab ich mir gedacht was ... dann versuche ich denen etwas mitzugeben.

00:50:28: oder ist viel cooler eigentlich?

00:50:30: Da hab ich überlegt okay, wie hab ich am besten gelernt, es war durch Fehler oder durch beinahe Unfälle hab ich selber am meisten gelernt.

00:50:40: Und da hab ich halt meinen ... Dann wurde mich ziemlich schnell klar, ich hab da footage von verschiedenen Sachen.

00:50:44: durch Zufälle oder heutzutage macht man ja ein Bild Geht eine Lawine ab, dann hast du halt drauf oder Zufall.

00:50:50: Da konnte ich das auch noch bebildern und dann habe ich einfach gedacht okay für den Vortrag funktioniert es warum nicht das in YouTube bringen?

00:51:00: Wir sehen ja wo überall Unfälle passieren.

00:51:03: Ich beobachte dass ich sie mit Bestürzen häufig wie junge Bergsteiger aufverunfallen und das ist mega traurig oder?

00:51:12: Und ich dachte ja gut Dann erzähle ich da halt in Youtube drüber mal ausprobieren, genau.

00:51:20: Und dann ... Dann haben wir das gemacht und man kann sich vorstellen dass vor jeder Veröffentlichung von dieser Close Call Sendung hatte ich mega weiche Knie oder weil es kann dir ja auch um die Ohren fliegen.

00:51:36: Das heißt da mich hier ist ein Dilettant oder so.

00:51:40: Weil du

00:51:40: offen damit umgehst?

00:51:42: Ja, klar!

00:51:43: Und das was so schön ist, dass es so gut ankommt, dass sie's die Leute wertschätzen Das ist auch mein Ziel ein Stück weit gewesen, die Fehler Kultur oder das Fehler narrativ zu ändern.

00:51:55: Weil nur so kann sich was verbessern, nur so passieren vielleicht weniger Unfälle.

00:52:00: und da bin ich so happy dass es so gut ankommt.

00:52:07: und aus Stolz wirklich war jetzt dabei Leke einen Bergführer kennengelernt und die nehmen die Close Calls in der Bergwacht Jugendgruppe um aufzuklären um auszubilden.

00:52:18: Ich mein, besser geht's ja eigentlich nicht oder?

00:52:20: Das ist sehr genial!

00:52:21: Gerade die Bergwacht ist ein Fall dafür sicherlich für mehr Bewusstsein und...

00:52:26: Und da bin ich echt voll happy dass das so läuft habe ich nie gedacht oder mir nie ausgemalt.

00:52:31: und genau und meine meine close calls muss ich einfach sagen hey was logisch.

00:52:39: wir erzählen von Erfolgen aber eben war sich auch einfach an Glück hatte.

00:52:44: Es ist verrückt.

00:52:55: Die Anzahl an beinahe Geschichten, wo wir gerade eben beim Urli an die Zinnen denken.

00:53:01: Wir haben da diese viertausender Projekte gehabt und laufen mitten in der Nacht zu Jungfrau Vorherz, dann die ganze Zeit geschnaut und es geht ein Schneebrett nach einem anderen ab oder?

00:53:14: Und ich sag so zum Urlaub, hey das ist einfach sinnlos.

00:53:16: oder was wir hier machen.

00:53:18: Wir treten hier in Schneesau steil und mitten in der Nacht schneiden wie verrückt und Schnee breit an Schneebreit oder?

00:53:23: Das ist kein Close Call sondern es ist einfach dumm!

00:53:26: Oder?

00:53:28: Also es ist und Close Call... Was sind die YouTube Geschichten?

00:53:36: Ja, Lawinen-Situationen Stein in Kopf, Stein in den Nacken oder Stein in die Nacke.

00:53:45: Aber auch in Pakistan damals laufen eine riesengroße tausend Meter Schneerinnen hoch mitten in der Nacht.

00:53:53: Das zuführt oder so?

00:53:55: es rumpelt... Es rumpelte wie sauber hat das Gefühl, es gibt den Erdbeben und alle springen auf die Seite und es geht ein Riesennass schneller wie ne Aparthie.

00:54:03: Wir waren vier Leute weg gewesen.

00:54:08: Ich hatte noch einen verrückten Glowscall.

00:54:13: Ich habe einen Gast, mit dem ich ganz oft Kletter und mittlerweile ein guter Freund ist.

00:54:19: Wir gehen Eisklettern im Winter und er ist schon siebzig.

00:54:24: Und wir stellen uns auch an Einstieg vom Wasserfall.

00:54:29: Wie immer – wie machen das öfters?

00:54:31: – wir gehen halt auf Klettern zusammen und ich kletter da hoch und auf einmal merke ich dass sich ein Ruck in Seil bekommen Also einen richtig, richtig schweren Ruck und ich weiß gar nicht was passiert.

00:54:43: Und hängen mit den Eispickeln zum Glück in den Eispickeln.

00:54:47: aber merkst du wieder siebzig Kilometer an mir dranhängen.

00:54:50: Es steht zehn Meter über der letzten Eisschraube und guckst so über die Schulter runter.

00:54:54: schrei oder?

00:54:55: Und seh so wie der Gast quasi wie ein Maikäfer auf dem Rücken da von dem Podest wo wir standen runtergefallen ist.

00:55:05: Quasi die Balance verloren oder?

00:55:08: eine der klaren Situationen, wo es heißt hey wenn man wo ausrutschen kann dann macht den Kunde oder macht ein Seilpartner wo fest.

00:55:19: ich hätte dem da auch einen Stand machen können aber ich habe nie in meinem Masphäre war nie dass man darunter fallen kann von dem Böderli.

00:55:28: jetzt ist er darunter gefahren.

00:55:29: Ich meine wenn's mich rauskissen hättet.

00:55:31: er wird zwanzig Meter runtergeflogen alles gebrochen.

00:55:34: wahrscheinlich sind so kleine Situationen.

00:55:39: Was ist so schwierig dran?

00:55:40: Oder warum machst du ihn nicht fest am Eis, dass das nicht passieren kann.

00:55:45: Das wird dir bei nie wieder passieren weil es einfach lebt ist und

00:55:47: wenn

00:55:48: du es teilst da denken dann vielleicht auch andere daran.

00:55:50: Ja genau, es würde mich nie mehr passieren.

00:55:52: und es ist so simpel und einfach.

00:55:54: und eine Alltagssituation Wir gehen von zu Hause weg, gehen ein bisschen Eisklettern oder Und dann passiert sowas anstelle vor Du gehst da zwanzig fünfundzwanzig Meter ab im Eis mit den Steigen Krass, ja und so simpel.

00:56:10: Und das sind die Situationen.

00:56:12: wenn nur einer was mitnimmt oder aus den Erlebnissen uns passiert weniger dann ist es schon voll viel geholfen.

00:56:18: Ja

00:56:19: absolut!

00:56:20: Du hast gerade den Gast erwähnt du bist auch Bergführer schon seit vielen Jahren.

00:56:24: Was gibt dir das Führen?

00:56:27: Das Führen gibt mir einen stückweit einen Gefühl auch eine normalen Arbeit nachzugehen was ich gut finde gleichzeitig aber auch eine, sag ich mal einen nicht leistungsorientierte Art in die Berge zu kommen.

00:56:44: Und das ist mega cool!

00:56:45: Ich war jetzt zum Beispiel letzte Woche am Salbi-Chin wo wir auch die Trilogie geklettert haben mit zwei Gästen... Mit zwei ...fünfundvierzig fünfzigjährigen Gäste, die ganz normal im Leben stehen und da unterhält man sich den ganzen Tag über eben Gott und die Welt megaspannende Themen Atmosphäre, wir waren ganz alleine am Salbit oder wohl hoch, sehr so ist.

00:57:06: Kann sich da unterhalten den Sonnenaufgang genießen.

00:57:10: und das hätte ich wenn nicht nur Profi wäre wahrscheinlich nicht weil dann wird es sich nur darum drehen zu trainieren und Projekte zu klettern und Erfolge einzusammeln und Vorträge zu halten und soweit sofort.

00:57:22: aber ich hätte dieses ruhige und entspannte in die Berge kommen wahrscheinlich weniger Mega wertvoll.

00:57:32: Und anderen was mitzugeben, dass sie von dir lernen können direkt in den Bergen?

00:57:38: Das ist ein Teil der mir mega Spaß macht natürlich die Leute zu entwickeln.

00:57:44: Ich sage eben fast das ich tue gerne führen aber ich tu noch lieber eigentlich Coaching quasi oder noch lieber ausbilden, dass die besser werden selber gehen können und dann zu sehen hey Der war irgendwo hier vor zwei Jahren und klettert ihr selber da die Route X, Y und ist mega happy.

00:58:05: Und wir klettern dann zusammen noch was schwieriger und ich kann ihn noch weiter ausbilden oder?

00:58:09: Das ist etwas wo ich wirklich ... Wo ich noch mehr sehe, wo noch spannender es ist genau.

00:58:16: Ja man merkt dir an das dir das sehr gefreht und sicherlich auch wenn man danach noch Kontakt hält die dann halt so mitteilt, was man dann alles so gemacht hat und was man aus dem gelernten dann herumsetzen konnte.

00:58:28: Ja

00:58:28: da krieg ich dann WhatsApp Nachrichten von Gipfel YY und ist das mega geil!

00:58:33: Das

00:58:33: ist schön.

00:58:34: Michi, was steht denn als nächstes an?

00:58:38: Du hast ja schon ganz kurz am Anfang eine kleine Idee mal mitgeteilt.

00:58:43: aber gibt es etwas ganz Konkretes?

00:58:46: Es gibt ganz viele Projekte... Das ist auch schon immer Teil meiner Karriere, dass ich einige Projekte halt parallel habe und gar nicht so einfach immer zu sagen was es jetzt wirklich.

00:59:02: Aber aktuell bin ich an einer ganz schweren Felskletterroute dran im Wilden Kaiserkaiseres neue Kleider.

00:59:08: Bin aber so reinkrotz und das eher ein Trainingsprojekt irgendwie so... Und dann haben wir an den drei Zinnen einen größeres Projekt ist aber nicht so richtig spruchreif, was das wird.

00:59:19: Aber hat schon auch ein bisschen mit Zeit zu tun.

00:59:21: Ist spannend und ist auch nicht so ganz klar.

00:59:24: also da ist jetzt schon noch so dass ich sage Das schaff...das ist möglich!

00:59:29: Das kann ich schaffen, aber gerade würde ich es noch nicht schaffen.

00:59:31: Also da muss noch viel Arbeit reinfließen.

00:59:36: Dann sind wir jetzt schon seit drei vier Jahren an einer ganz schwierigen Erstbegehung bei uns in der Schweiz dran die das jetzt dann Hoffentlich mal diesen Winter funktioniert.

00:59:47: Da ist eben dieser eine Close Call mit der Lawine gewesen, wo wir uns echt verplant haben... Das wäre jetzt dann echt langsam Zeit das Feld sozusagen, dass die Motivation extrem hoch für den Winter.

00:59:59: Und darauf trainierst du jetzt schon?

01:00:01: Dann muss man ehrlich sagen, dieses winterbergsteigen, schwierige Winterbergsteigungen, das ist was, wo viel mentaler es ist, weniger mit der Füße zu tun hat, das klettern wir aus dem Steh greif eigentlich.

01:00:19: Es ist einfach verdammt gefährlich, verdammт mental weil du ... Wir tun ungern bohren oder?

01:00:27: Schwierig abzusichern.

01:00:29: dort planen wir mit drei vier Biwaks in der Wand da lebt man mehr von der Erfahrung.

01:00:37: Klettertechnisch, weiß ich, wird so was dann vielleicht siebter Grad im Fels, WI-Sex, Wassereis, M-Sieben.

01:00:46: Alles so normale Schwierigkeitsgraden wo ich viel viel schwerer Kletter aber deshalb ohne Haken, also mit Schweren gepackt und mega kalt.

01:01:00: man weiß nicht wo es lang geht ist wirklich so voller Kernalpinismus wo die Vorbereitung viel mehr dahingehend ist mental fit zu sein, wirklich parat zu sein.

01:01:12: Das auch zu wollen die Messer zwischen den Zähnen zu haben sage ich mal da auch echt riskieren zu wollen.

01:01:18: das ist schon so ein Thema wo nicht immer gleich ist was sich feststellt in der Saison dass ich mal mehr Risiko bereit bin mal weniger.

01:01:28: deswegen die Vorbereiten tue ich mich auf das Sinnenprojekt eigentlich und das andere ist verhältnisabhängig.

01:01:34: Wie mennest du denn deine Angst?

01:01:37: Also Angst managen ist ein Riesenbegriff, oder?

01:01:44: Es gibt die Angst in der Situation.

01:01:47: Das ist relativ simpel weil ich hab mein Bauchgefühl und da gibts entweder es geht grad noch so.

01:01:54: Die Schwelle ist in dessen Graubereich sehr dehnbar bis zu dem Punkt dass Todesangst kommt und dann geht nix mehr.

01:02:00: Wenn die Todes angst kommt das spüre ich.

01:02:03: Und dann will ich weg Flucht entsteckt.

01:02:08: Und dann muss man sagen, ich meine das ist vielleicht noch spannend.

01:02:11: Fluchtinstinkt heißt nicht blind davon laufen oder?

01:02:14: Sondern auch dann wenn da diese Todesangst ist noch das Richtige zu machen weil da kannst du ja Fehler machen und das ist eigentlich entscheidend sondern da kann ich zum Glück obwohl ich Todes angst habe und merke ich will weg noch rational entscheiden was ist das richtige zu tun?

01:02:33: Das trainierst du mental dann auch?

01:02:35: Das trainiere ich nicht.

01:02:36: Da bereite ich mich nicht mental vor, sondern das ist die Erfahrung, die mir gelernt hat, wieder umzugehen.

01:02:44: Ich weiß nicht, ob man das trainieren kann... Ich war selber lang mit einem Mentalcoach gearbeitet, Arbeit heute noch mit einem Psychotherapeutin und unterhalte mich einfach mit dem einmal im Monat so ungefähr.

01:02:58: Aber ich weiß aber nicht, was es Sinn macht!

01:03:02: Ich bin ein Stück weit weg vom Mental-Training, was Angst und Risiko angeht.

01:03:06: Weil will ich jemanden im Bergspot darauf trainieren, dass er so krass ins Risiko geht?

01:03:14: Oder ist nicht eigentlich die Angst genau das, was es braucht ... um

01:03:20: zu

01:03:20: überleben oder?

01:03:23: Und dann dreht doch lieber einmal mehr um und kommen ja später.

01:03:26: Aber die Todesangst ist für mich das, was mich am Leben gehalten hat immer.

01:03:30: Das ist das wo ich immer rumgedreht habe.

01:03:31: Ich bin mega dankbar!

01:03:33: Also... Was hätte mir das?

01:03:35: Logisch kann nicht mit der Mental-Kutsche.

01:03:37: Ich hab sie erlebt.

01:03:38: Ah, und dann... Nein, das weiß ein bisschen.

01:03:41: Aber der Mental Coach, der lernt dir Okay, dann gehen wir in die Vogelperspektive und dann spürst du die Emotionen vielleicht nicht zu stark oder was auch immer.

01:03:51: Und dann kannst du über das Limit gehen.

01:03:54: aber das will ich gar nicht.

01:03:55: Oder das ist das was uns umbringt vielleicht?

01:03:59: Deswegen sage ich, dass trainiere ich nicht sondern über die Jahre habe ich Mechanismen gelernt.

01:04:05: wenn es dann soweit ist.

01:04:06: Ich begebe mich ja nicht freiwillig in diese Situation.

01:04:09: wie gehe ich damit oben rumzutrehen ruhig zu bleiben?

01:04:12: okay Wir laufen jetzt blind davon und kommen da in die Lawine, sondern wir überlegen was ist jetzt das Richtige zu tun.

01:04:20: Also das Bezüglich Angst auf die Situation bezogen.

01:04:26: Dann gibt es aber zum Beispiel auch die Angst davor vorn im Projekt oder?

01:04:31: Sehr klar ich mein Apropos Thema Messer zwischen Messe zwischen die Zähne nehmen auf eine große Erstbegehung.

01:04:37: Das ist für mich ein schwieriges Thema weil Zum Beispiel vor so einer Salbetrilogie oder vor einem großen Ruchen habe ich auch gewissensbisse, muss ich ganz klar sagen.

01:04:50: Meine Familie gegenüber mir selber gegenüber du weisch.

01:04:54: Ganz klar das kann passieren dass du nicht zurück kommst und das ist nicht so einfach.

01:05:01: und dann einen Vertrauen zu finden oder irgendwo fein zu werden trotzdem zu gehen.

01:05:07: es ist verdammt schwierig je älter ich werde und gleichzeitig Zum Anfang von unserem Podcast ist es aber die große Passion.

01:05:15: Wie bringt man diese Themen unter einen Hut?

01:05:17: Das ist nicht so einfach und da hilft das, da brauche ich keinen Mentalcoach oder einen Psychotherapeut, der mir hilft dass sich dahin geht, aber der mir helft klar zu werden was ich eigentlich will.

01:05:32: Und wenn ich weiß was ich will dann ist das Thema mit der Angst ein bisschen klarer.

01:05:39: Und kannst du auch sagen, okay ich hab Angst und die hilft mir.

01:05:41: Aber ich geh trotzdem dahin und wir entscheiden dann vor Ort was wir machen.

01:05:45: Diese Angst gibt's noch?

01:05:47: Das sind so meine Angstthemen ja...

01:05:51: Also sehr reflektierend finde ich sehr stark wie gut du diese Emotionen beschreiben kannst.

01:05:59: wenn du sagst auf das Eis klettern bereitest du dich nicht physisch vor aber schon mental.

01:06:05: Was ist denn so der Schwerpunkt?

01:06:08: Ja es ist wirklich so.

01:06:11: Die Frage, will ich das wirklich?

01:06:13: Und ist es mir das Wert.

01:06:15: Diese Fragen sich beantworten zu können, ist extrem wichtig, weil dann vor Ort auch alles einfacher ist.

01:06:23: oder die Situation, die kenne ich gut, dass ich irgendwo bin und dann so fragt, will Ich es wirklich oder bringt's das überhaupt?

01:06:33: Wenn du aber das vorher schon geklärt hast ... Genau, dann steigt die Motivation und dann ist alles einfacher.

01:06:41: Und dann ist es auch ... Dann ist auch die Entscheidung zum Beispiel umzutrennen am Kurs Ruchen wo die Lawine war.

01:06:47: Ich war klarst klar und hab zum Glück so echt gehe ich ja ganz sicher nicht weiter.

01:06:52: Ganz sicher!

01:06:53: Auch wenn drei andere da jetzt weitergehen würden weil die Lawinie ist ja runter und wir können ja keinem ... Nein!

01:06:58: Klarst klar das ist bescheuert Wir haben Fehler gemacht oder?

01:07:02: Wir trinken rum.

01:07:03: Deswegen ist wirklich mein Thema in der Vorbereitung zu überlegen und vor allem auch länger vorher zu überleben, was ist das richtige Ziel?

01:07:12: Weil das Fiese ein bisschen so als Profi ist.

01:07:17: Aus der Distanz hören sich viele Projekte reizvoll an aber je näher es rückt, je klarer wird.

01:07:22: sozusagen was bedeutet des Projekt eigentlich wirklich und welches Risiko oder was stecken für Elemente drin?

01:07:30: Dann wird es manchmal unangenehm, weil wenn man dann feststellt shit ich hab mir deinen Projekt aussucht der sich eigentlich gar nicht so richtig machen will.

01:07:36: Und dann hängt aber schon ein Kassumpel außen rum mit vielleicht Sponsoren oder Film oder weißt du auch ich nicht und dann wird's mega unangnehm!

01:07:44: Ich sag mal der Ärger der wird immer größer je näher du kommst wenn du nicht weischt ob du wirklich das Projekt machen willst?

01:07:50: Weil der Trog- oder der Widerstand dem Projekt gegenüber größer wird.

01:07:54: Das ist im Alltag eigentlich ähnlich, oder?

01:07:56: Wenn du irgendwas machen musst, was du nicht willst.

01:07:59: Aber machst es trotzdem und dann ... Dann fließen viele Fäden wo rein und dann gibt das einfach Ärger.

01:08:05: Und deswegen aus der Distanz Sachen zu hinterfragen, zu beleuchten überlegen.

01:08:12: Um vielleicht auch mal eben nein zu sagen okay ich rufe eine an sagt hey bist da dabei und dann muss man drüber nachdenken und sagen ne bin ich nicht dabei oder?

01:08:20: Ähm obwohl des super Veröffentlichung gäbe oder keine Ahnung was.

01:08:24: Da ist quasi das, wo ich mental mich damit beschäftigen darf und will weil wenn ich es richtige Projekt ausgewählt habe dann es eben so einen, sag' ich mal ein Flow gibt in die Richtung wo alle an einem Strang ziehen und dann Erfolg auch noch mehr vorprogrammiert ist oder?

01:08:45: Und wenn die Zweifel kommen in der Vorbereitung ist es ja dann auch umso wichtiger zu sagen Ich hab's mir noch mal durch den Kopf gehen lassen, ich habe ein Bauchgefühl und ich machs nicht.

01:08:56: Und die richtigen Partner, Sponsoren

01:08:59: etc.,

01:09:00: haben dafür Verständnis.

01:09:01: Voll das!

01:09:01: Also die Sponsore sind meine Erfahrungen nie das Problem wenn man Projekte abricht oder so.

01:09:07: Ich hab auch Sachen abgebrochen oder so...

01:09:09: Das ist wichtig dass man sich das dann noch reingesteht?

01:09:11: Ja da ist es kleinste Problem.

01:09:12: Meistens ist das eigene Ego was so lang hängt und dann geht's doch geht's nicht irgendwie und so und da bin ich relativ klar mittlerweile.

01:09:21: What for?

01:09:23: Und das ist jetzt aber auch deiner Lebenserfahrung geschultet, oder?

01:09:27: Ja.

01:09:28: Und umso wichtiger ist es ja, dass man das auch den Jüngeren weitergibt die dann vielleicht noch ein bisschen stärker Ego gesteuert sind, weil sie sich etwas beweisen wollen.

01:09:37: Es gibt ja so tolle Bilder aus dem Bergen und gerade auf den gefährlichen Situationen und es gibt dann viele Klickslikes usw.

01:09:44: Man kann sich da ja auch einen Namen aufbauen und eine eigene Marke aufbaut.

01:09:48: Aber es geht halt einfach nur mal ums ... Das ist gerade in den Bergen, man kann sich oft genug sagen.

01:09:53: Wie wichtig es ist, sich das einzugestehen?

01:09:56: Ja, das ist so ein spannendes Thema und da bin ich total zwiespalten.

01:10:02: Weil auf der einen Seite muss man klar sagen, ohne das Extrem kommst du nirgends hin.

01:10:08: Und gleichzeitig ist es aber halt wichtig, dass nichts passiert.

01:10:12: Ich hatte wirklich mega Glück natürlich, aber mich jetzt auch einfach nehmen können oder muss mal ganz ehrlich sagen ... Deswegen tue ich mir das so schwer, würde ich auch nie in einem Expeditionskater zum Beispiel Trainer werden wollen.

01:10:26: Weil ich ja selber extrem bin und sage ihr müsst an das Leben, ihr müsst pushen ohne Ende.

01:10:33: wir haben es selber gepusht.

01:10:35: auf der anderen Seite kann man ja fast nicht dahinter stehen und sagen schlagt euch die Köpfe ein oder reibt euch die Hörner ab oder so.

01:10:43: der Sport ist da in der Hinsicht schon irgendwo fies und aber unfair.

01:10:53: Ich bin froh, mein Sohn klettert nicht.

01:10:56: Nein weil es ist einfach... Und das muss ich auch sagen, diese Faszination so die Limits zu pushen von den Jungs... Ich bin jetzt zum Beispiel mit der Lara Neumeier, dieser so fünfundzwanzig.

01:11:09: oder wenn ich es sehe, ich würde nie sagen, ich bin net motiviert oder ich nehme net die Messer zwischen den Zähnen.

01:11:18: Die letzte Konsequenz von dem Risikopuschen oder vom richtig Durchpushen, so die Getriebenheit von den Jungen ist schon auch ... Wenn das einer hat, was mega-faszinierendes.

01:11:31: Was ich find von Mensch sein, oder?

01:11:33: Wenn es solche jungen Sportler haben, ist für mich megacool also.

01:11:38: Sich zu spüren ist das pure Leben quasi... Ja

01:11:40: genau!

01:11:42: Auch ausdrücken zu können, dadurch dass man halt hoch geht sich selber.

01:11:46: dann so intensiv wahrnimmt.

01:11:48: Ja, und zu hören verbrannt zum Teil einfach.

01:11:51: oder ist das so wirklich?

01:11:51: hey warum riskiert er so viel?

01:11:54: aber auf der anderen Seite die sind ja da voll drin?

01:11:56: Und es braucht's einfach weil wenn das ohne das wäre ich war ich war das auch und bin manchmal eben ein zweimal im Jahr auch noch oder.

01:12:05: Aber das ist schon deren Leben die Intensität.

01:12:10: Das ist schon das wo ich sehr gut nachvollziehen kann immer noch selber auch hab Darum geht's einfach.

01:12:15: Und die Berge sind wunderschön und es hat einen riesen Reiz, aber bei der ganzen Schönheit muss man halt auch die Schattenseite dann im Auge behalten und sich selbst gut kennen.

01:12:26: Es ist gut wenn man so reflektiert das wie du und darauf blicken kann und auch ja die Stärke hat umzudrehen und es liegt viel stärker in Umdrehen.

01:12:36: Definitiv!

01:12:36: Und es ist so wichtig.

01:12:38: Sehr spannendes Gespräch mit dir.

01:12:40: ich nehme viel mit.

01:12:42: Ich glaube, so diese Ehrfurcht kam auch noch mal gut aus dem Gespräch heraus.

01:12:46: Wenngleich natürlich die Schönheit der Berge im Vordergrund steht und auch das was du geschafft hast in deinen Projekten und dieser Eindrücke, die du dein Leben dankend behältst.

01:12:55: Ich wünsch dir für deinen Weg, für deine Projekte alles Gute!

01:13:00: Und vor allen Dingen komm immer sicher nach Hause!

01:13:02: Danke Wimmer Kai!

01:13:03: Danke Michi!

01:13:07: Das war der Beat Yese de Podcast mit Michi Wo-Leben.

01:13:12: In der nächsten Folge ist Linda Daimann zu Gast.

01:13:14: Linda ist Profifußballerin, Nationalspielerin und zählt zu den kreativsten Mittelfeldspielerinnen Deutschlands.

01:13:21: Ich freue mich wenn ihr wieder rein hört!

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