Linda Dallmann über Führung auf und neben dem Platz
Shownotes
In der neuen Folge von Beat Yesterday spricht Kai Tutschke mit Nationalspielerin und FC Bayern Profi Linda Dallmann über ihren Weg an die Spitze des deutschen Frauenfußballs. Von den ersten Fußballspielen mit ihren Geschwistern bis hin zu Erfolgen mit dem FC Bayern und der Nationalmannschaft erzählt sie, welche Erfahrungen sie geprägt haben und was sie bis heute antreibt.
Gemeinsam sprechen sie über Ehrgeiz, Rückschläge und die Bedeutung von Vertrauen im Leistungs- und Profisport. Linda gibt persönliche Einblicke in ihre Rolle als Führungsspielerin, den Einfluss ihrer Familie auf ihre Karriere und warum sie überzeugt ist, dass langfristiger Erfolg nicht nur auf Leistung, sondern auch auf Zusammenhalt und Menschlichkeit basiert.
Eine inspirierende Folge über den Mut, den eigenen Weg zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und jeden Tag ein Stück besser zu werden.
**Korrektur**: Im Podcast wird bei Minute 50:50 über die Niederlage gegen Barcelona in der Champions League gesprochen. Dabei handelt es sich, anders als im Podcast erwähnt, nicht um ein Halbfinale, sondern um ein Gruppenspiel.
Transkript anzeigen
00:00:01: Da habe ich natürlich auch von vielen Trainern gehört, die Anlagen sind ganz gut linda.
00:00:06: also technisch bist du wirklich auf einem guten Niveau aber körperlich wird es vor allem auch international nicht reichen.
00:00:14: Ich konnte immer eine große Klappe haben weil ich wusste ich hab vier ältere Brüder.
00:00:17: mir wird keiner was tun.
00:00:21: Ja, da spielt ein Mädchen mit und die haben es dann auch so ein bisschen lächerlich gemacht.
00:00:24: Und das hat mich immer als kleines Mädchen total motiviert.
00:00:27: Ich meine ich habe noch in der Abwehr gespielt.
00:00:29: Ich war ja nicht im Sturm aber ich hatte immer den Auftrag den besten Jungen sozusagen, den Stürmer von einer anderen Mannschaft auszuschalten.
00:00:36: Früher hat es mir schon immer Spaß gemacht etwas zu machen was keiner irgendwie von einem erwartet.
00:00:47: So richtig weit blicken tue ich generell im Fußball nicht so gerne.
00:00:58: Jede Folge ein Gast.
00:01:01: Jede Geschichte eine Inspiration aus der Welt des Sports.
00:01:05: Willkommen zu Beat Yesterday, dem Podcast von Garmin!
00:01:10: Mein heutiger Gast ist Linda Daimann.
00:01:14: Linda ist Profifußballerin, Nationalspielerin und zählt zu den kreativsten Mittelfeldspielerinnen Deutschlands.
00:01:21: Heute sprechen wir darüber wie ihre Familie sie geprägt hat woher ihr Ehrgeiz kommt und warum es wichtig ist seinen eigenen Weg zu gehen.
00:01:29: Außerdem geht es um ihre Rolle im Team, Verantwortung für andere Spielerinnen und die Höhen- und Tiefen mit der Nationalmannschaft.
00:01:37: Zudem verrät Linda, warum sie im Fußball nicht gern zu weit nach vorne blickt und was für Sie eine moderne Führungskultur ausmacht.
00:01:49: Linda Deilmann, herzlich willkommen beim Beat Yesterday Podcast!
00:01:52: Linda du gehörst zu den erfolgreichsten deutschen Fußballspielerinnen deiner Generation.
00:01:58: Du hast beinah alle Titel gewonnen, die es im Fußball zu gewinnen gibt.
00:02:02: Du bist mehrfache Deutsche Meisterin und Pokalsiegerin bei dem FC Bayern München.
00:02:08: mit der U-twanzig Nationalelf wurdest du Weltmeisterin.
00:02:12: Vizoeuropameisterin wurdest so auch und in der Champions League rückt ihr immer weiter nach vorne letztes Jahr erstmals bis ins Halbfinale.
00:02:21: Generell lebst du Sport jeden Tag und zeigst was alles möglich ist?
00:02:25: Linda, schön dass du hier bist!
00:02:26: Danke auch!
00:02:28: Ich freu mich.
00:02:29: Linda, meine Eingangsfrage!
00:02:31: Warum spielst du Fußball?
00:02:34: Ja ich glaube warum gab es früher nicht so richtig?
00:02:37: Es hat sich einfach ergeben würde ich sagen... ...ich habe viele ältere Brüder.
00:02:42: Früher war zum Glück noch nicht die Generation wo man viel zu Hause war sondern man war die meiste Zeit draußen.
00:02:48: ja damit ich irgendwas haben mich mit beschäftigen konnte sag' ich mal hab ich mit meinen Brüdern mitgespielt.
00:02:52: das hat sich irgendwie von alleine ergeben.
00:02:54: ich hab's nicht richtig hinterfragt Aber mir hat es dann einfach unglaublich viel Spaß gemacht.
00:02:58: Und ja, der Leidenschaft bin ich nachgegangen bis heute und ... Ja, deshalb mache ich's weils mir einfach von allen am meisten Spaß gemacht hat würde ich sagen.
00:03:08: Ihr seid eine relativ große Familie richtig?
00:03:10: Ja sechs
00:03:11: Geschwister.
00:03:12: Sechs Geschwisters und ihr habt dann Fußball gespielt und hast du dann als du das erste Mal gegen den Ball getreten hast gemerkt, ja das ist genau meins.
00:03:21: oder kam das etwas später erst?
00:03:23: Ja, ich mein erst spiel mal mit den Geschwistern und irgendwann bin ich dann natürlich auch als war ich so früh es ging in den Verein gegangen.
00:03:28: Und ich hab's einfach geliebt gegen die Jungs zu spielen weil sie mich immer ein bisschen angestachelt hat und man früher immer viel mitbekommen hat.
00:03:37: Die haben Mädchen da in der Mannschaft.
00:03:38: Ich meine früher war das gar nicht, dass viele Mädchen im ganzen Kreis die einzige.
00:03:43: Und es war immer, da spielt ein Mädchen mit und das war immer das Gelächter.
00:03:46: Die haben's dann auch so ein bisschen lächerlich gemacht.
00:03:50: Das hat mich als kleines Mädchen total motiviert.
00:03:52: Ich hab noch in der Abwehr gespielt, ich war nicht im Sturm.
00:03:55: Aber ich hatte den Auftrag, den besten Jungen sozusagen den Stürmer von einer anderen Mannschaft in dem Spiel auszuschalten.
00:04:03: Früher hat es mir schon immer Spaß gemacht, das zu machen, was keiner von einem erwartet oder wo man ... Ein bisschen so klein gemacht wurde, das hat mich immer extrem angestachelt und mir extrem viel Spaß gemacht.
00:04:16: Deshalb hat mir der ganze Fußball mit den Jungs bis zur B-Jugend habe ich gespielt einfach extrem viel geholfen, viel Spaß gemacht.
00:04:23: und ja einfach dieses körperliche was man als großen Nachteil auch hatte jetzt gerade Richtung C-Jugen wo ich dann wirklich einen sehr großen Nichteil hatte, hat mir immer so ein Stück weit Motivation zu gegeben an den Sachen zu arbeiten, mich trotzdem durchzusetzen.
00:04:38: Das hab ich beibehalten und das ist meine Leidenschaft geworden.
00:04:42: Deshalb kann man eigentlich den Weg von vorne bis heute irgendwie gleich geblieben.
00:04:46: Es hat sich nicht viel verändert.
00:04:47: Um halt diese Karriere hinzulegen gehört ja auch, dass man gewisse Werte mitbringt natürlich Willenskraft und auch Disziplin
00:04:56: usw.,
00:04:57: aber gibt es so aus dieser Zeit wo du mit deinen vielen Geschwistern gespielt hast?
00:05:02: Gibt es da gewisse werte die dich durch deine Profikarriere getragen haben?
00:05:07: Ja, also ich würde auf jeden Fall sagen das ist für mich ein Riesenvorteil war dass ich eigentlich schon immer so in einem gewissen Team Aufgewachsen bin.
00:05:16: Also bei uns war es mit, weiß ich nicht sieben Kindern War es immer sehr wichtig, dass man nie den Fokus irgendwie mehr auf das eine oder auf das andere Kind gelegt hat sondern wir immer versucht haben auch als Geschwister untereinander immer versucht Haben ja geht's den anderen geschwistern gut Ich glaube wir haben uns immer untereinhalb.
00:05:34: sehr viel Ja, auch geholfen, geschützt.
00:05:36: Ich weiß noch ... ich wurde mal in der Schule geärgert.
00:05:38: Da kam mein Bruder und hat den Jungen erst mal komplett ausgenockt.
00:05:42: Das war früher so.
00:05:43: Also, ich konnte immer eine große Klappe haben, weil ich wusste, ich hab viel ältere Brüder, mir wird keiner was tun.
00:05:47: Ich hatte immer schon ein bisschen meine Geschwister als Halt.
00:05:51: Und ich glaube, ich habe auch ne große Empathie entwickelt anderen Mitspielern gegenüber, weil das von zu Hause kennen, dass man aufeinander achtet.
00:06:01: gerade diese Bodenständigkeit, die ich von zu Hause bekommen habe.
00:06:04: Weil meine Eltern es auch finde ich sehr gut gemacht haben zu sagen, Linda du bist nichts Besseres auch wenn du vielleicht gut Fußball spielst oder deinen Weg jetzt vielleicht ja ganz gut läuft ihr immer versucht zu sagen also dir haben auch viel mehr alleine überlassen oder ich bin mit Jungs zum Spiel gefahren Meine Eltern waren nicht immer dabei sondern weil meiner anderen Geschwister halt auch ein Spiel hatten oder was anderes vorhatten ist war nicht immer so.
00:06:27: der Fokus Ja, nur auf mich.
00:06:30: Und ich glaube das ist auch ganz wichtig war oder ich das auch sehr wertschätze dass es so gekommen ist weil ich glaube bei vielen anderen Sportlern oder gerade Fußballer-Fußballerinnen ist es grad so im Fußball der Fokus immer sehr dann auf die Karriere liegt und die Eltern da ein bisschen mehr rein interpretieren als sie vielleicht machen sollten und das auch schnell in eine falsche Richtung geht.
00:06:53: von daher glaube ich dass sich diese Werte gerade von zu Hause mitbekommen ab.
00:06:58: Ja, eigentlich sehr stolz auf das bin was ich zu Hause hab und den guten Kontakt noch zu meinen Geschwistern.
00:07:04: Und dass ja auch heute generell in der heutigen Generation sehr selten ist, dass man so eine große Familie isst?
00:07:11: Stimmt!
00:07:12: Würdest du sagen, dass das, was dich ausgemacht hat, zu Beginn und jetzt immer noch dein Ehrgeiz ist ... und kam dir auch daraus, dass ihr viele gewesen seid.
00:07:23: Du hast gesagt, du hast es geliebt, unterschätzt zu werden.
00:07:27: Konntest du dann richtig die Motivation entfalten?
00:07:29: Irgendwann kommt ja auch der Punkt in einer Profikarriere.
00:07:32: Und man dann feststellt, das ist eine Leidenschaft dieser Sport, es ist eine Laidenschaft aber da ist noch mehr drin!
00:07:37: Ich kann tatsächlich Profi werden... Wie war das bei dir?
00:07:41: Wann kam dieser Punkt und wie konntest Du das verknüpfen?
00:07:44: Also ich glaube es ist nie so dieser Weg von Jugend bis... A-Nationalmannschaft, dass es irgendwie so gerade ausgeht auch bei mir.
00:07:51: Ich glaub U-Fünfzehn und U-Sechzehn Nationalmannschaften, wo man ja in dem Alter dachte da muss man unbedingt beisein um irgendwann mal oben anzukommen.
00:07:58: Da wurde ich glaube gar nicht nominiert oder war gar nicht dabei.
00:08:02: Auch U-Sebzehn habe ich glaube wenig nur mitgemacht weil's immer dann auch also in dem alter machen halt die meisten halt den großen Schub und werden größer, werden stärker.
00:08:11: Und bei mir ist das halt immer ein Stück weit auf der Strecke geblieben.
00:08:16: wo ich aber auch für mich gesagt habe, okay was kann ich jetzt machen um trotzdem irgendwie dabei zu sein und da hab' ich natürlich auch von vielen Trainern gehört.
00:08:26: Die Anlagen sind ganz gut linda also technisch bist du wirklich auf einem guten Niveau aber körperlich wird's vor allem auch international nicht reichen.
00:08:35: Da ist man ja auch in einem Alter, wo man vielleicht noch nicht die Sachen so gut reflektiert.
00:08:40: Aber ich glaube, in dem Alter sind auch viele Sportler, die dann sagen okay, dann ist es das nicht, weil man einfach vielleicht auch noch nicht das Selbstvertrauen hat zu sagen, ich mach's trotzdem aber ... Ich hab immer gedacht, das Einzige was mich irgendwie in der Bahn hält, ist halt die Disziplin oder den Ehrgeiz, den ich ja in mehr habe und den weiß ich auch dass ich da vielleicht mehr hab als andere.
00:09:00: Und ja, dann hab ich mit meinen Brüdern natürlich waren die auch in der Zeit.
00:09:03: Der eine wollte unbedingt immer auf mein Self-Cover kommen.
00:09:07: Ich weiß es, dass der da so versucht hat.
00:09:09: Da gab's mal so ne Challenge, wo man mitmachen konnte und da hatte er sich für so fit gemacht.
00:09:12: Dann habe ich mit ihm trainiert und da war meine Brüder natürlich auch sehr hilfreich, mich da ein bisschen einzuarbeiten.
00:09:18: Da hab ich dann auch mit, weiß ich nicht, vierzehn, fünfzehn schon angefangen.
00:09:24: Das hat sich einfach ... Ich habe dann noch Sport studiert.
00:09:27: Ich interessiere mich für Ernährung, für Gym, alles Mögliche was mit dem Sport zu tun hat und dadurch gehe ich vielleicht auch so ein bisschen meinen eigenen Weg.
00:09:37: und es ist im Fußball nicht immer leicht wenn man viel nebenher macht.
00:09:41: Ich meine ich musste mich auch als ich nach Bayern gekommen hatte.
00:09:44: Du musst dich oft erklären und man will ja auch nicht dass jeder Sportler sein eigenes Ding nebenhermacht aber Wirklich da mittlerweile eine gute Lösung mit allem gefunden.
00:09:55: Auch, dass ich wirklich das mache was für mich brauche und wo ich glaube so meinen Weg gefunden habe.
00:10:00: aber das ist natürlich auch neben dem Fußball nicht so einfach weil im Fußball will natürlich jeder immer ein bisschen die Macht übers Training haben Die Trainingssteuerung gerade bei Frauen mit Überbelastungen So ist natürlich alles auch ein schwieriges Thema.
00:10:13: Aber Ich hab immer so gesagt ich mach das so wie es für mich passt Und ich mach mein eigenen Weg und da habe ich auch so einen kleinen größeren Dickhop, würde ich sagen.
00:10:23: Aber wie gesagt diese Disziplin und den Ehrgeiz habe ich schon von Anfang an gehabt.
00:10:28: Ja man muss halt auch für sich selbst fühlen und entscheiden was einem gut tut welche Intensität man reinbringen kann in das Training Und wie breit man das Training auch gestaltet?
00:10:40: Für dein gutes Gefühl spricht ja deine geringe Verletzungsanfälligkeit Sprunggelängsverletzung, bist ausgefallen.
00:10:49: Hast dadurch auch eine WM verpasst aber du bist nicht häufig verletzt gewesen was im Fußball relativ ungewöhnlich ist richtig?
00:10:59: Ja, ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass man auch seine Grenzen ein Stück weit findet.
00:11:03: Dass man auch mal drüber geht.
00:11:05: So gerade mit der belassenen Strömung wo ich dann vielleicht zwanzig-einzwanzig war hatte ich dann auch mal eine Zeit wo's einfach zu viel war und ich auch gemerkt habe okay das ist der Punkt wo es dann einfach in die falsche Richtung geht, wo es muskulär vielleicht auch einfach zu viele ist.
00:11:17: aber ich glaube man lernt sich in der ganzen Karriere so kennen und man weiß ganz genau... Ich mache das ja auch manchmal gar nicht um irgendwie einen Trainingsreiz oder so zu setzen sondern einfach weils mir mental gut tut, ins Gym zu gehen oder auch wenn es manchmal aus Trainingswissenschaftlicher Sicht keinen Sinn macht, Training zu machen.
00:11:35: Das ist einfach was, was man sich selber hinterfragen muss und wo man einen eigenen Weg finden muss.
00:11:40: Manch haltet jetzt komplett vom Sport ab und fährt da und dahin sag ich am freien Tag.
00:11:44: Ich fahr vielleicht dann doch ins Gym aber das ist eine Sache die man für sich selber rausfinden muss.
00:11:50: Du bist eher Typ-Gym richtig?
00:11:53: Ich lief's auch einfach.
00:11:54: Und da geht es gar nicht so darum, dass man immer alles hinterfragt, sondern manchmal nach Gefühl das einfach
00:11:59: macht.".
00:12:00: Ja, das ist wichtig!
00:12:01: Gehen wir noch mal ganz kurz zurück?
00:12:02: Du hast angefangen Fußball zu spielen mit deinen Geschwistern, du hast dann diese Leidenschaft entdeckt für den Fußball und bist dann besser geworden was dich zu Leverkusen gebracht hat in der Spielzeit zehnzehnt zwanzig elf.
00:12:17: Da warst du damals gerade sechzehn und hattest dein Bundesliga-Debüt.
00:12:22: Du bist bei Leverkusen nur relativ kurz geblieben.
00:12:28: Und kann man sagen, du bist dann als du nach Essen gegangen bist zum SGS Essen dort über acht Jahre so richtig zum Profi gereift.
00:12:39: ist die Position in deiner Vita, in deine Karriere in Essen so entscheidend gewesen für den späteren Verlauf deiner Profi-Karriere, du hast mit Essen jetzt nie was Großes gewonnen.
00:12:50: Ich glaube, das Maximale war ... Ihr habt das Halbfinale, logisch im Pokal genau erreicht?
00:12:56: Aber das ist ja doch schon eine relativ lange Zeit in diesem Verein, aus dem aber auch andere große Spielerinnen hervorgegangen sind wie Lea Schüller beispielsweise und auch andere.
00:13:07: Erzähl mal so ein bisschen, wie es gekommen ist, dass du zu Bayer Leverkusen gegangen bist dort dein erstes Wohnzligerspiel gehabt hast und dann nach Essen und acht Jahre dort geblieben bist.
00:13:17: Ich hab in Duisburg gespielt und hatte damals einen Trainer, der mir sehr gelegen hat oder sehr viel von mir gehalten hat.
00:13:25: Der ist dann nach Leverkusen gegangen, da bin ich sozusagen mit ihm gegangen, habe das zwei bis zu zehn Jahre gespielt.
00:13:31: Wollte auch eigentlich in die erste Mannschaft bei Leverkusen gehen aber die Entfernung von Leverku sind bis zu meinen Eltern.
00:13:37: also ich glaube ich bin knapp zwei Stunden unterwegs gewesen und bin dann nach dem Training weiß ich nicht um elf oder sowas erst zu Hause gewesen als Schülerin damals schon.
00:13:46: Und das hat man dann natürlich auch so an den Noten gesehen, an der schulärischen Leistung.
00:13:52: Die dann einfach abgefallen ist.
00:13:54: Wo ich dann auch irgendwie sagen muss, okay es muss irgendwie ein Kompromiss her, dass es wenigstens ein bisschen näher zu Hause ist und wir waren doch schon relativ spät.
00:14:03: Ich meine da hatte man jetzt auch noch keinen Berater und so.
00:14:05: Ich bin mit meinem Papa ... Dann haben wir bei Essen nachgefragt ob da noch einen Platz ist.
00:14:11: Ich kann mich ganz gut daran erinnern, dass in der Trainer meinte was kann die denn?
00:14:15: Also von wegen, weiß ich nicht.
00:14:17: Wir haben eigentlich einen Kader voll aber was kann die denn?
00:14:19: Und mein Papa war dann natürlich auch nicht so wie ihr auch beschrieben habt.
00:14:22: der hat da nicht in den höchsten Tönen von mir geschwärmt sondern hat das alles natürlich sehr klein gehalten und deshalb hatten wir es auch echt schwer dass wir da einen Platz kriegen.
00:14:31: Aber es war.
00:14:31: im Nachhinein hatte ich dann ja Markus Högnal als Trainer und ich glaube warum mich da auch acht Jahre geblieben bin ist einfach man als junges Spieler finde ich so ein Verein Ja, sehr dankbar ansehen kann.
00:14:46: Weil ich hab einfach so viele Spielminuten bekommen auf dem besten Niveau und so viel Vertrauen auch in dem Alter ... Auch gerade durch Markus Högner mit der mich einen sehr guten Draht hat.
00:14:56: aber... Auch wenn ich mal schlecht gespielt habe oder so, er hat mir immer wieder das Vertrauen gegeben zu sagen, Linda heute spielst du wieder?
00:15:03: Oder auch wenn ich richtig schlecht war, dann hat er gesagt, Linda brauchst ein paar Tage frei, willst du mal irgendwie ... keine Ahnung, was anderes sehen, dann kommst Du wieder!
00:15:11: Und so, Er hatte mir immer eine sehr, vertrautes Gefühl gegeben.
00:15:16: Und ich glaube, das war in dem Alter und auch ... In der ganzen Zeit so das Besondere an Essen.
00:15:21: Das ist immer ein sehr familiär Verein, weil ich hatte den Kontakt zu Hause, konnte im Buch umstudieren.
00:15:26: Es war irgendwie vom Gefühl für mich in der Karriereabschnitt einfach das Wichtigste, dass man auch spielt.
00:15:31: Weil ich glaub, dass viele junge Spielerin vielleicht dann bis zu früh zu den Top-Clubs gehen, wo sie dann vielleicht viel auf der Bank sitzen.
00:15:38: Und das hatte ich halt gar nicht.
00:15:40: Als ich acht Jahre da war, hab ich gedacht okay jetzt kann man den nächsten Schritt gehen.
00:15:44: Man hat sehr, sehr viele Bundesligaspiele schon gemacht und für mich war es auch wichtig, dass man erst mal Fuß fasst in der Bundesliga um dann zu sagen so jetzt traue ich mir den nächsten schritt zu.
00:15:54: Einhundert-Siebenfünfzig Bundesligaspieler habe ich nachgelesen, ein Achtendvierzig Tor hast du geschaffen in der Zeit.
00:16:00: Gab es denn während derzeit in Essen auch schon Anfragen sicherlich von anderen Clubs?
00:16:06: sowohl national als auch international.
00:16:08: Und viele junge Spieler und Spielerinnen sind dann ja auch versucht, diese Angebote anzunehmen um sich danach weiterzuentwickeln.
00:16:17: und mich beeindruckt wie geerdet du da gewesen bist in der Zeit.
00:16:22: Du hast studiert hast du gesagt nebenbei, bist Familie sehr verankert Und hast dann halt gesagt, nein ich bleibe dort über diese acht Jahre.
00:16:32: Was ist denn so das gewesen was du aus dieser Zeit mitgenommen hast für den Verlauf deiner späteren Karriere?
00:16:39: Gab es da sowas Entscheidendes?
00:16:40: wenn du zurückblickst und sagst ja genau das habe ich dort gelernt und das hat mir geholfen jetzt bei Bayern oder auch in der Nationalelf
00:16:47: Ja ich glaube man lernt einfach im Verein wie SGS was einfach so ... Ich weiß nicht, es hat sich für mich immer einfach so echt angefühlt.
00:16:56: Die Leute, die da gearbeitet haben, die haben das alles zum Teil ehrenamtlich gemacht.
00:17:00: Die haben alle nebenbei gearbeitet und sind danach zum Training gekommen.
00:17:04: Es hat mir mal so viel gegeben von dem was irgendwie sich so echt-und richtig angefühlte, dass ich gesagt habe, irgendwie passt das Umfeld auch zu mir Und wie wertschätzend auch alles drum herum abgelaufen ist.
00:17:18: Ja, wie auch meine Rolle einfach im Verein war.
00:17:20: Und natürlich haben sich viele Spielerinnen und junge Spielerinnen, die dann hochgekommen sind, wo man auch irgendwie den Halt geben konnte.
00:17:27: Man hat aber auch viele ältere Spielerin, wo ich total dankbar bin.
00:17:33: Gerade diese Mischung hat mir das Gefühl gegeben, dass ich hier noch gebraucht werde oder eine wichtige Rolle in dem Verein habe.
00:17:42: Ich find's immer wichtig, wenn man zu einem Verein geht.
00:17:44: Dass man auch irgendwie sich zu nem Gesicht entwickelt und ich bin nicht so der Fan davon eigentlich sofort wiederzugehen.
00:17:50: Kleinen Leverkusen war es ein bisschen in der Schule geschultet aber eigentlich bin ich mal fan davon auch irgendwie ja sich auch eine Rolle zur Arbeit zu entwickeln und das war mein Ziel bei Essen also auch mein Ziel beim FC Bayern.
00:18:03: Und ähm ja ich finde es wichtig dass man auch einfach gewisse Sachen die Zeit gibt so ein bisschen als Gesicht oder auch ... ja, gerade in diesem schnelllebigen Fußball, wo man immer von einem zu anderen vereint.
00:18:19: In kurzer Zeit und viel sehen und viel Geld.
00:18:22: Und da das war immer was, was mich nie so richtig gereizt hat.
00:18:25: Sondern immer wenn sich's richtig angefüllt hat, hab ich es dann irgendwie gemacht.
00:18:29: Du hast offensichtlich dieses familiäre Umfeld gebraucht?
00:18:33: Ja voll!
00:18:33: Also ich hab's immer sehr geschätzt.
00:18:36: Ich weiß auch, dass zum Beispiel meine Mutter extrem viel ... Ja, auch die Zeit mit mir brauchte und sich immer total gefreudert.
00:18:43: Wenn sie ... Ich hab in Essen gewohnt, wir haben diesen Tag in der Woche gehabt, wo Sie zu mir kommen.
00:18:47: Und ich wusste, wenn ich jemals hier weggehe, dass es für sie sehr schwer war oder schwer wird.
00:18:54: Das war schon was, was ich im Hinterkopf hatte.
00:18:56: Aber ich wusst, wenn's so kommt, wird sie Verständnis dafür haben.
00:18:59: Jetzt wohne ich natürlich auch in einem Ort, wo meine Familie mich sehr gern besuchen kommt.
00:19:08: Das war mir auch wichtig, dass ich vielleicht in einem Verein spiel, wo die Familie gerne hinkommt oder wo man sagt hier fühlt sich die Familie wohl.
00:19:16: Hier kann man das cool miteinander verbinden und da ist München natürlich der perfekte Standort, wo ich lebe.
00:19:21: und trotzdem der Kontakt oder die ... immer wann sie wollen also meine Wohnung mit Geschwistern oder Eltern oder Besuch gefüllt.
00:19:30: Und das ist einfach schön für mich.
00:19:32: Während deiner Zeit in Essen bist du ja zur Nationalspielerin geworden?
00:19:37: ... im Jahr zwei Tausend Siebzehn bei der EM als Neuling gestartet, damals war es so zwanzig.
00:19:43: Warst eine junge Offensivspielerin?
00:19:46: Ihr habt damals bei der AM das Viertelfinale erreicht.
00:19:49: Zwei Jahre später dann bei der WM in dem Jahr zwei tausend neunzehn.
00:19:53: Ebenfalls das Vittelfinalle!
00:19:54: Wie prägend war denn die Zeit für dich zu Beginn... ...der Nationalspielerin Linda
00:20:01: Daimann?!
00:20:02: Die Nationalmannschaft war dann natürlich noch mal was ganz anderes, wenn du aus einem Verein kommst.
00:20:07: Es ist irgendwie schwer zu beschreiben weil man auf der einen Seite diesen krassen Stolz hat da beizuseinigt und es ist so unrealistisch.
00:20:15: Auf der anderen Seite waren da Spielerinnen, ich weiß noch Jennifer Maronja an Anja Mittag das waren einfach Spielerinnen.
00:20:21: Die waren auch so einem krass anderen Niveau anfangs, wo man selber war.
00:20:25: Und man hat gedacht okay krass hier ist man irgendwie mit dabei und es war für mich dann nochmal ein Riesenansporn einfach weiter an mir zu arbeiten und das hat vielleicht noch mal so den extra Schub gegeben auch für mich an den Sachen zu arbeiten.
00:20:37: deshalb also ist einfach unbeschreiblich, weil es dann noch mal was ganz anderes ist als nur für den Verein zu spielen.
00:20:44: Und natürlich sind diese Turniere auch von der Erfahrung her ... Also ich hab jetzt auch ein paar gemacht und jedes läuft einfach so komplett anders.
00:20:51: Auch wenn man andere Turniere guckt in Deutschland wie bei der WM so früh ausscheidet.
00:20:56: Man kann sich trotzdem irgendwie so ein bisschen in die Sachen reinversetzen oder weiß ein bisschen, wie sich's anfühlt.
00:21:03: Deshalb ist es diese Turniererfahrung im Nachhinein in der Karriere einfach.
00:21:08: was ganz spezielles.
00:21:09: Bist du mit Leib und Seele Nationalspielerin?
00:21:12: Ja, also ... das sind einfache Erfahrungen, die man einfach mit keinen anderen Sachen vergleichen kann.
00:21:18: Du bist dann im Jahr zweizig neunzehn zum FC Bayern München gewechselt.
00:21:21: Wie kam das?
00:21:23: Hat jemand angerufen und gesagt so, die Linda macht einen Superjob in der Nationalmannschaft spielt bei Essen ordentlich als Offensivspielerin.
00:21:30: Die müssen wir unbedingt zum FC Bayern holen!
00:21:33: Ja, so ähnlich läuft es wirklich ab.
00:21:36: Ich weiß gar nicht genau wie's war.
00:21:37: aber jemand hat auf jeden Fall von München angerufen und hat Interesse ja gezeigt.
00:21:42: und dann überlegt man sich das ob man sich dass generell mal anschaut.
00:21:46: So läuft es ja irgendwie, dass man sich vor Ort mal einen Eindruck macht und ich bin da noch einmal Vater mit meiner Schwester hingefahren mit dem Zug und... ...ich meine jeder sagt ja immer ich war schon früher Bayern-Münchenfan, das will ich jetzt sogar nicht so sagen, aber war halt wirklich Und meine Brüder auch.
00:22:01: Ich war schon eine Elba-Fan, das war die Zeit dann als Bizarro bei Bayern.
00:22:06: Als Kind bist du immer Fan von der erfolgreichsten Mannschaft und es war halt Bayern.
00:22:11: Deshalb war's für mich schon so okay ... Jetzt ist es Bayern, Mama jetzt wird's ernst, könnte sein, dass der Schritt kommt.
00:22:18: Und als ich da war, war für mich klar, es gibt keinen anderen Weg, als das zu machen und vor allem wegzuziehen.
00:22:26: auch von zu Hause wegzuziehen.
00:22:28: Es hat sich für mich so ... für den richtigen Schritt angefühlt, und im Nachhinein war's die beste Entscheidung herzukommen.
00:22:34: Ich nehm mal an, du wolltest international spielen?
00:22:37: Du hattest eine eingeschränkte Möglichkeit in Essen.
00:22:40: War das ein ausschlaggebender Punkt, dass dich dann entschieden hast, ja, in meiner Karriere will ich halt auch international weiterkommen?
00:22:48: Ja, obwohl man das jetzt von der Entwicklung von Bayern, also als ich dann zwei Neunzeher gekommen bin... Also ich hab schon gedacht, es war Wolfsburg noch klare Nummer eins zu dem Zeitpunkt.
00:22:58: Bayern waren auch nicht annähernd an dem Meistertitel dran ... Aber
00:23:03: hat vorher schon auch Meistertitel gewonnen?
00:23:04: Richtig!
00:23:04: Weil die Frauenfußbeabteilung bei Bayern gibt's seit neunzehntetzig also schon richtig lange und bevor du gekommen bist, hat Bayern Zwei, drei Mal glaube ich den Titel gewonnen.
00:23:16: Ja
00:23:16: aber es war eine lange Phase auf jeden Fall wo Wolfsburg sehr dominant war.
00:23:19: und sie haben halt gesagt hat sich gekommen, ja ich glaube ist der Drei-, Vier-Jahresplan hier von FC Bayern, denen wollen wir erreichen Wir wollen halt Wolfsberg von der Spitze holen, wir haben das und das vor.
00:23:30: Und natürlich macht's auch irgendwie die Sache interessant wenn man als Spieler denkt okay man ist irgendwie in einem Projekt involviert Man isst vielleicht noch gar nicht so an der Spitzen Vor allem auch national noch nicht.
00:23:39: Also dieses ganze internationaler Thema war ja generell auch noch nicht so groß.
00:23:43: Und ja, das dann mitzumachen oder dann ein Teil davon zu sein war für mich einfach so cool.
00:23:49: Weil Bayern war im Frauenfußball noch nicht das Nonplus-Ultra.
00:23:52: Also ich hingegangen ist natürlich im Gegensatz zu Essen.
00:23:54: War es natürlich einen Riesenschritt nach vorne aber trotzdem war's auch nicht so dass Bayern weiß ich nicht wie oft den Folgemeister geworden ist sondern es war wirklich noch was wo man gesagt hat.
00:24:03: in den nächsten drei vier Jahren möchten wir da unterstehen und ich hatte einfach Lust bei dem Projekt mit dabei zu sein.
00:24:09: Das Projekt wurde erfolgreich.
00:24:10: die erste Meisterschaft Habt ihr dann geholt kurz nachdem du zum FC Bayern München gewechselt bist?
00:24:17: In der Saison zwanzig, zwanzi, einundzwanzig.
00:24:20: Und ihr habt auch das Pokal halbfinale erreicht in der Champions League, glaube ich, das Viertelfinale.
00:24:26: und hast du da dann gespürt, dass kann sogar noch viel größer werden?
00:24:31: Ich nehme an, du hast ordentlich die Meisterschaft gefeiert oder?
00:24:33: Ja, der erste Meistertitel ist, kann man jetzt mit keinem anderen mehr vergleichen.
00:24:37: also... Das war glaube ich auch die Corona-Zeit.
00:24:41: Wir hatten keine Zuschauer, nur die Familie durfte ins Stadion kommen, sonst niemand.
00:24:46: Es wurde am letzten Spieltag entschieden und es war ein Heimspiel.
00:24:50: Es war einfach krass!
00:24:52: Also das kann man jetzt mit keinem anderen Meistertitel mehr vergleichen den ersten.
00:24:57: Ja, aber so ... ich sag mal ab der EM- Twenty-two als wirklich dieser Frauenfußballextreme Mittelpunkt stand.
00:25:03: Das hat man schon gemerkt und die Entwicklung extrem nach oben gegangen ist.
00:25:07: Hat man auch bei Bayern gemerkt, dass da noch viel passiert ist und viele internationale Spielerinnen dazugekommen sind.
00:25:15: Da haben sich mit der Zeit in den Jahren dann die Ziele auch Stück für Stück verändert.
00:25:22: Es ist ja auch schwer noch zu sagen, was wollen wir nächstes Jahr erreichen?
00:25:26: Wenn man diese Saison sieht.
00:25:27: Vielleicht ins Finale der Champions League zu kommen.
00:25:29: Ich glaube uns fehlt noch ein Stück bis wirklich Oma an die Spitze zu kommen.
00:25:33: aber es macht einfach so Spaß den Weg von unten mitzugehen und deshalb ist das für mich wichtig dass man jetzt auch die Zeit oder die Entwicklung weitermacht und nichts zu sagen.
00:25:42: Es war letztes Jahr für mich an der Grenze zu sagen probiere ich etwas anderes weil es eine Phase war wo's nicht gut war.
00:25:50: Läuft was im Sport aber auch normal ist, aber es ist so schwierig als Spieler irgendwie zu sehen.
00:25:55: Was will man?
00:25:56: Was ist einem wichtig?
00:25:57: Wo geht der Weg hin?
00:25:58: und ja deshalb bin ich jetzt nochmal hier geblieben und im Nachhinein kann nicht sagen einfach die richtigen Entscheidungen wieder mal.
00:26:05: Ja wie gesagt war es, kam dann noch mehrere Titel nach Saison zwanzig, zwanzi, zwansig, einzwanzig.
00:26:11: Machen wir den kurzen Ausflug zur Europamascherschaft.
00:26:16: Das war das Turnier, dass die breite Öffentlichkeit in Deutschland erreicht hat.
00:26:20: Ihr seid damals ins Finale gekommen?
00:26:23: Habt ihr das Finale dann gegen England verloren?
00:26:26: England hat zwei zu eins gewonnen und damals haben achtzehn Millionen Zuschauer in Deutschland das Spiel gesehen.
00:26:32: Ich kann mich auch noch ganz genau daran erinnern.
00:26:34: Und Deutschland war im Frauenfußballfieber.
00:26:37: Was hat sich danach verändert?
00:26:42: Ja es war eigentlich symbolisch als wir dann ... aus England zurückgeflogen sind, war ja dann auch in Frankfurt sozusagen dieser Rathausempfang von den Fans so.
00:26:52: Und es waren glaube ich Montags nachmittags um zwei oder so und wir haben gesagt wer kommt denn da?
00:26:57: Also das ist sehr unnötig, das ist peinlich weil wenn das noch nicht mal irgendwie eine Uhrzeit ist wo viele kommen dann ... Wir wollten doch, wir haben noch richtig als Team überlegt ob wir sagen wollen dass ist quatsch oder ob wir jetzt sagen das ist ja peinlig!
00:27:09: Ich weiß dass wir auf diesen Römerplatz gekommen sind.
00:27:12: Der war bis auf den letzten Platz gefüllt mit Fans.
00:27:15: Ich glaub, das war der Moment, wo wir als Spielerinnen erst mal realisiert haben, was im Land eigentlich los war.
00:27:21: Weil natürlich bist du als Spielerin bei so einem Turnier schon ein bisschen im Fokus und im anderen Land.
00:27:27: Du kriegst die Euphorie gar nicht sehr mit.
00:27:29: Aber als wir da zurückgekommen sind und wir das Finale verloren haben aber trotzdem so empfangen wurden ... Das hat auch emotional extrem viel einfach bei uns ausgelöst.
00:27:38: Es ist auch nicht immer ... der Titel sein muss, sondern einfach die Art und Weise, die begeistern muss.
00:27:43: Und das hat uns auch einfach so viel Spaß gemacht im Nachhinein das Turnier jetzt zu sehen oder was es ausgelöst hat.
00:27:51: aber dann hat man schon gesehen dass der Frauenfußball sich extrem entwickelt hat.
00:27:54: und das kann man glaube ich gar nicht an so einzelnen Sachen sagen, sondern... Das hat sich einfach danach anders angefühlt.
00:28:03: insgesamt als Spielerin weiß ich nicht was an Medienmarketing auch vom Verein drumherum passiert das Infrastruktur.
00:28:12: Es hat sich einfach so viel in der Zeit verändert und jetzt baut Bayern auch die eigene Anlage unter Haching, man merkt ... Man ist schon lange dabei aber es passiert trotzdem immer weiter Sachen, die man irgendwie mitbekommt als Spielerin und das ist ja auch das Schöne, dass man nicht an einem fertigen Platz war sondern man merke so richtig, es wird so an allem gefeilt und man ist dabei und macht einfach Riesenspaß!
00:28:37: Das macht Lust auf mehr, oder?
00:28:40: Wir haben uns ja kennengelernt vor zwei Monaten.
00:28:43: Und wir haben dich besucht am Campus des FC Bayern München und das ist ja schon hochprofessionell.
00:28:51: Eine tolle Trainingsstätte.
00:28:52: dort spielt er auch.
00:28:53: Ich glaube, das Fassungsvermögen des Stadions sind so zweitausend achthundert Menschen.
00:28:58: Und jedes Mal ist der Stadion ausverkauft wenn ihr dort spielt.
00:29:01: Aus dem Grund müsst ihr euch jetzt auch vergrößern Und ich habe gerade gesagt, das macht Lust auf mehr.
00:29:07: Wir sprechen gleich noch mal über das, was alles ansteht.
00:29:10: Ganz klar natürlich im kommenden Jahr die Weltmeisterschaft in Brasilien.
00:29:13: Da hat Deutschland ja ganz gute Erfahrungen gesammelt bei Weltmeisterchaften.
00:29:17: Aber lass uns nochmal einen kurzen Aufschlug machen in die Welt-Meisterschaft ... In Australien, die hast du nämlich leider verpasst und ich habe Eingers gesagt, du bist nicht häufig verletzt gewesen glücklicherweise.
00:29:30: In diesem Jahr bist du aber verletzungsbedingt ausgefallen und konntest nicht mit nach Australien reisen.
00:29:36: Du hast dich dann, nehm ich mal ein erstmals für einige Zeit rausgenommen und hattest eine Zwangspause.
00:29:43: Jetzt bist du ja eine Spielerin die viel trainiert, die auch ans Limit geht und auch wenn sie einen freien Tag hat ins Gym geht und sicherlich auch so das meiste rausholen möchte.
00:29:54: Wie hast du die Zeit in der du eigentlich nur recovern musstest wahrgenommen?
00:29:58: Auch mental war das für dich sehr hart nicht mitzugehen.
00:30:02: zur Weltmasserschaft wie hast du diese Monate verlebt?
00:30:05: Ich muss sagen, im Nachhinein fand ich die Reha-Zeit total cool oder war ich auch total dankbar dass es irgendwie so gekommen ist.
00:30:15: Weil als Spielerin finde ich das schwierigste weil wenn du nicht spielbereit bist oder nicht mehr spielt von jetzt auf gleich ist es einfach ein harter Cut.
00:30:31: Nicht mehr Teil des Teams, du bist nicht mehr Teil der Kabine.
00:30:33: Du hast andere Zeiten und andere Abläufe.
00:30:36: Du bist am Campus wenn die anderen nicht da sind, ich fahre zu spielen.
00:30:39: Du bleibst am Campus, das ist natürlich dann von jetzt auf gleich ... Ist man nicht mehr so ein Teil des Teams?
00:30:44: Und das finde ich schon als Spieler eine harte Erfahrung.
00:30:50: Aber ich hab einfach durch die Reha gearbeitet haben ... einfach so eine andere Seite irgendwie kennenlernen dürfen.
00:31:02: Wo ich wirklich gesagt hab, das sind Leute mit denen ich mich heute noch gut verstehe.
00:31:07: Das sind einfach Leute die auch eigentlich gar nichts mit unserer Abteilung zu tun hatten sondern die waren separat am Campus.
00:31:13: Man hat so viele Leute kennengelernt und die haben ein gutes Gefühl in der ganzen Zeit gegeben dass man ja wichtig ist, dass denen auch wichtig ist wie es einem geht und das hat einfach so ne andere Seite beleuchtet wo ich selber gesagt habe okay Vielleicht ist der Rehabereich auch was, wo ich später mal arbeiten möchte.
00:31:30: Und dann habe ich mein Studium ein bisschen in die Richtung ausgelegt, weil es mich einfach so sehr ... Weil man selber das erlebt hat als Spieler gemerkt hat wie viel andere in der Zeit einem geben können, was, finde ich gar nicht selbstverständlich ist und im Nachhinein war's eine schöne Zeit, dass man das ... Ja, so auch erleben musste.
00:31:52: Auch wenn's dann hart ist, dass man eine WM verpasst.
00:31:54: aber ich sag immer das hat doch irgendwas Gutes und so war die Zeit für mich einfach total schön muss ich sagen.
00:32:02: ja von daher glaube ich gar nicht, dass es so negativ war sondern für mich auch die Augen geöffnet hat gerade so was meine Zukunft angeht und was ich vielleicht auch anderen Sportlern später mal geben wollen würde wenns den auch mal nicht gut geht.
00:32:16: von daher bin ich sehr dankbar mit mir zusammengearbeitet haben und auch dankbar vor allem für die Erfahrung.
00:32:23: Du hast dann quasi, wenn ich das so raushöre einen neuen Fokus gefunden während dieser Zeit?
00:32:28: Ja, ich konnte ja auch relativ ... Ich glaub, ich hab auch direkt weiter Oberkörper gemacht weil ich hatte nur diesen Schuh an also es war gar nicht.
00:32:33: Ich hatte auch immer Krücken fand ich auch ganz cool.
00:32:35: Das war ein ganz gutes Armtraining.
00:32:38: Also ich hab gleich irgendwie versucht einen anderen Plan zu machen.
00:32:42: Man konnte trotzdem viel machen, auch wenn man den Schuh anhatte.
00:32:47: Also, ich hab da glaube ich gar nicht so eine große Pause gemacht.
00:32:50: Und dann durfte man ja auch relativ schnell Fahrrad fahren, durfte sich da belasten.
00:32:55: also die ich habe die Zeit gar nicht sehr als Zwangspause erlebt sondern eigentlich so okay das geht jetzt nicht.
00:32:59: aber was finden wir für andere Lösungen und sowas für mich dann auch irgendwie cool trotzdem zu sehen.
00:33:04: ok es geht trotzdem relativ viel.
00:33:06: Ich habe mich dann viel mit Ernährung auseinandergesetzt bisschen mehr Studium gemacht.
00:33:09: Man muss halt immer in solchen Phasen vor allem lernen, dass es nicht nur der Fußball ist und wenn er wegbricht dann ist auch irgendwie so alles andere schlecht.
00:33:17: Sondern man muss einfach mehrere Bereiche neben dem Fußball aufbauen und weiß, wenn das eine nicht läuft, dann beschäftigt man sich mit den anderen Bereichen.
00:33:25: und ich glaube, das habe ich über die Karriere eigentlich ganz gut geschafft und deshalb vielleicht da auch ein bisschen den Fokus einfach verändert.
00:33:32: Ja, das ist sicherlich die gesündeste Art mit einer Verletzung umzugehen einfach den Fokus zu schiften.
00:33:39: Man kann halt nicht gerade spielen, aber man kann trotzdem sich weiterentwickeln.
00:33:43: und diese Reha-Erfahrung, dass du die so retrospektiv als positiv betrachtest, bricht ja dafür, dass Du in der Lage gewesen bist, Dich da einfach dann noch anzupassen.
00:33:52: Ja?
00:33:52: Du ... bist dann stark auch zurückgekommen bzw.
00:33:57: hat Bayern München mit Dir gemeinsam dann in der Saison vier, zwanzig, fünfundzwanzig das Double geholt?
00:34:02: Erstmals!
00:34:03: Und ein Supercup habt ihr auch
00:34:04: geholt?!
00:34:04: Mhm... Aber in Vierundzwanzig waren auch die olympischen Spiele.
00:34:08: Und da bist du nicht mit gereist, also war es bei der Nationalelf dabei.
00:34:13: Man muss aber dazu sagen, dass der Kader bei den olympischen Spielen kleiner ist sind achtzehn Spielerinnen, nicht dreinzwanziger so wie bei der WM beispielsweise.
00:34:23: Wie wart die Zeit für dich zwar in dem Verein erfolgreich zu sein?
00:34:27: Aber mit der national elf nicht so gut weiterzukommen beziehungsweise nicht gesetzt zu sein?
00:34:32: Ja, das sind halt so ein bisschen die Phasen im Fußball.
00:34:35: Ich habe dir auch genau so anders rum gehabt dass es meine Nationalmannschaft besser lief und dem Verein dafür nicht so.
00:34:39: Das war dann auch Richtung... ...kurz vor der M-Habe ich bei der national FW gespielt im Verein nicht.
00:34:48: Ich glaube, das ist einfach, ich mein' ich bin Spielertyp, glaube ich wo's generell schwanken sein kann oder ist auch immer sehr vielleicht gerade Trainerabhängig sein kann.
00:35:00: Also ich glaube so ein Spielertyp finden vielleicht die einen Trainer gut, die anderen nicht.
00:35:04: Ich weiß das Horst Rubelsch natürlich ein Trainer war der viele große Spieler mochte, der immer viel auch nach vorne und schnell und lang und hoch gespielt hat, viel mit Flanken gearbeitet hat.
00:35:16: Und ich dann vielleicht auch als Spielertyp-Zena oder so viel klein klein gar nicht so sehr in das Ganze reingepasst hatte und ich dann auch in dem Fall deshalb nach Olympia gekommen, wenn ich weiß nicht ob es der Grund war.
00:35:32: Man kann das als Spieler ganz gut reflektieren und ich bin jetzt nicht einen Innenverteidiger, der bei jedem Trainer irgendwie der gleiche Innenverteiliger ist sondern ich bin einfach jemand, der beim manchen Trainern gute Karten hat, bei anderen vielleicht nicht so reinpasst.
00:35:46: und das ist auch was, was ich weiß und dann kann man's auch ganz gut einordnen.
00:35:49: also... Ich bin dann schon auch ganz gut zu reflektieren, okay.
00:35:53: In das Spielsystem habe ich einfach nicht so gut reingepasst bei Bayern.
00:35:57: Dann kam Alex Strause natürlich viel auch klein klein spielen wollte.
00:36:01: Auch diese Spielidee hatte ja viel Ballbesitz, da hat es dann wieder besser gepasst.
00:36:06: und so verändert sich das in der Karriere mal so, mal so.
00:36:09: Und ich glaube, da muss man als Spieler ein bisschen neutral bleiben.
00:36:14: oder auch wenn man nicht bei den Nazis dabei ist, Ja, es ist schwer zu erklären aber ich glaube man muss wirklich sagen okay einfach die Geduld zu bewahren und sich da nicht so emotional von beeinflussen zu lassen.
00:36:32: Man muss wirklich in der Zeit in meiner Karriere habe ich auch gelernt gewisse Sachen ein bisschen kühler zu betrachten oder ein bisschen zu sagen ok dann ist es so ohne das jetzt irgendwie zu sagen nicht so den Ehrgeiz dabei zu sein oder nichts zu sagen.
00:36:46: Man hatte nicht die Einstellung, aber ich glaub gewisse Sachen bringen nix wenn man da als Spieler eine falsche Einstellung an den Tag legt oder sagt Ich komm dann nicht mehr zur Nationalmannschaft, da braucht er mich nicht mehr einladen oder... Ich glaube das ist ganz wichtig dass man als Spieler einfach so den kühlen Kopf bewahrt weitermacht und man weiß es kann sich einfach im Fußball so schnell wieder verändern.
00:37:05: Das hab' ich auch so oft erlebt.
00:37:06: Dann lief's gar nich Und dann zack Das Gefühl, drei Wochen später war wieder alles super.
00:37:12: Ich glaube das ist im Fußball ganz normal und da muss man auch als Spieler so ein bisschen einfach geduldig sein und sagen gut es ist jetzt gerade so aber das wird sich auch wieder
00:37:21: verändern.".
00:37:21: Du konntest ja deine Kraft und die Motivation erfolgreich bündeln für den FC Bayern München?
00:37:28: Die habt in dieser Saison sehr erfolgreich gespielt!
00:37:31: Und du bist dann im vergangenen Jahr.
00:37:33: Er zurückkehrt in die Nationalelf, da war die Europameisterschaft in der Schweiz.
00:37:39: Und ich erinnere noch es gab im Viertelfinalspiel gegen Frankreich richtig ... Da gab's einen Elfmeter-Schießen.
00:37:46: Das waren sehr spannende Spielverlängerungen und dann gab das Elfmeterschießen.
00:37:51: Du hast in der regulären Spielzeit nicht gespielt und wurdest aber rausgeschickt zum Elfmieterschießen.
00:37:58: Auch so was reißt man sich auch nicht unbedingt um.
00:38:01: Dann reinzukommen, hast dann aber die Verantwortung übernommen und auch deinen Elfmeter verwandelt.
00:38:06: Erzähl mal so ein bisschen wie war das für dich?
00:38:09: Nicht zu spielen über die hundertzwanzig Minuten, dann aber wurde von dir Verantwortung abverlangt.
00:38:16: Hast du die dann auch gerne gegeben und hast gesagt ja klar hier stehe ich und ich mach das Ding oder was ging dir so durch den Kopf?
00:38:21: und wie ist es gewesen?
00:38:23: Ich meine die Rolle hat sich glaube ich bei mir auch im Turnier verlaufen bisschen verändert.
00:38:28: Das war ein Spiel, der gar nicht so einfach ist.
00:38:31: Ich habe die ersten zwei Spiele begonnen und ab dem dritten Spiel hab ich nicht mehr gespielt.
00:38:37: Dann auch das vierte Finale nicht begonnen.
00:38:40: Wir haben am Tag davor einen Training gehabt.
00:38:43: Am Ende haben wir jeden elf Meter geschossen, dann hat die Kurd-Trainerin gefragt, würdest du morgen schießen?
00:38:49: Und ich bin jemand, ich hab halt eine große Klappe und sage manche Sachen da hin gesagt, dann hab ich's ja nach klar ... So!
00:38:57: Und dann war hundertachzehnte Minute, und dann wurden Sarah Debrazo nicht für den Elfmeter eigentlich eingewechselt.
00:39:03: Da hab ich gedacht ... Scheiße!
00:39:06: Das habe ich gar nicht so gemeint, aber ich wusste okay, Linda jetzt muss das auch durchziehen?
00:39:12: Ich meine, ich bin gar kein Elfmeterschütz, ich schieße im Verein nicht Elfmeter, es war für mich eine neue Situation.
00:39:18: Aber irgendwie klar man hat schon, also man kann jetzt nicht sagen dass man sich darauf freut den Elftmeter zu schießen, ich glaube das ist Quatsch Aber trotzdem habe ich irgendwie Lust drauf gehabt.
00:39:28: Ich meine, wir hatten Anne im Tor und das war eh die Spielerin schon des Spiels.
00:39:33: Sie hat da in dem Spiel nicht was wieder alles gehalten hat.
00:39:36: Deshalb hatte sie mir eine extreme Sicherheit gegeben, weil ich wusste, wir haben Anne im Thor.
00:39:40: auch wenn ich ihn versammle ist egal, Anne hält auf jeden Fall ein.
00:39:44: aber ich hab gedacht okay es waren so viele junge Spielerinnen dabei und da habe ich auch gesehen mit meiner Erfahrung muss ich's jetzt einfach machen und ich darf mich auch nicht anmerken lassen dass ich gar nicht so Bock drauf hab.
00:39:56: Und ich muss auch mit der Konsequenz leben, dass sich eine große Klappe hatte von daher.
00:39:58: Ich dachte, zieh's jetzt einfach durch und ich hab gedacht, schieß möglichst überzeugt ... und ich habe gedacht, ich schieße irgendwo zwischen Mitte- und Rechtsvollspannung.
00:40:06: eigentlich total doofy Idee.
00:40:09: aber es hat zum Glück geklappt.
00:40:12: Aber im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich dann vielleicht ein bisschen zu großer Klappa hatte damit das irgendwie zu dem Moment gekommen ist.
00:40:19: Hat dich das extrem motiviert für ... die darauf folgenden Zeit und Spiele?
00:40:25: Nee, ich würde jetzt auch gerade noch mal ... Also nicht freiwillig im nächsten Spiel sagen soll ich schieße wieder.
00:40:31: Es war jetzt dieser eine Moment und es hat geklappt aber ... Ich mein, elf Meterschützen hat man im Verein generell immer viele, die da richtig vorne rangehen und es gibt immer Spieler, die das weiß ich nicht.
00:40:44: Ich würd sagen, ich mach's jetzt nicht gerne.
00:40:46: Aber in dem Moment hat sichs einfach so angefühlt dass ich auch als Führungsspielerin dann in dem Moment auch für die Mannschaft da sein muss und einfach schießen muss.
00:40:54: Aber es war eigentlich so ein bisschen eher aus meiner großen Klappe geschuldet.
00:40:58: Die
00:40:58: Ankatrin Berger, die Torwerte der Nationalelf hat auch einen Elfmeter geschossen oder?
00:41:03: Ja!
00:41:03: Und auch einige gehalten.
00:41:04: Ich glaube sie wurde von der UEFA auch zur Spielerin... Ja,
00:41:09: es ging ja glaube ich bis sechs, sieben.
00:41:11: Ich glaub, Siebenschützen oder so was haben wir schossen und Zyoko Nüsken hat auch im Spiel verschossen und musste dann noch mal schießen, dass er auch mental total schwierig ist.
00:41:19: von daher war schon... Also ich muss sagen das war auch das krasseste Spiel wo ich dabei gewesen bin.
00:41:26: also allein der ganze Verlauf mit der roten Karte und mit den ganzen Entscheidungen abseits hin und her und also es war emotional eine krasse Achterbahn.
00:41:35: von da hat das Elfmeter schießen einfach am Ende noch komplett so gepasst.
00:41:39: Im Halbfinale gegen Spanien war dann Schluss letztes Jahr bei der Europameisterschaft, vierzehn Millionen Menschen haben das Spiel wieder gesehen.
00:41:46: also es war auch wieder sehr populär in Deutschland.
00:41:50: Spanian würdest du sagen hat auch verdient gewonnen oder ich meine ich kann mich noch daran erinnern der Kommentator damals gesagt Spanier nach siebzig Prozent beibesetzt.
00:41:59: Deutschland hat Berger.
00:42:00: Also auch wieder eine sensationelle Leistung des Teams, aber insbesondere von Ann-Kathrin Berger.
00:42:06: Wirst du das damals wahrgenommen?
00:42:08: Die Spielerin Bonmatti hat dann in der Verlängerung, glaube ich, das Eins Null geschossen und ihr verloren.
00:42:14: Aber würdest du auch sagen ja Spalien hat tatsächlich gut gespielt, besser gespielt sogar, hat es auch verdient gewonnen?
00:42:21: oder wie schaust du auf das Spiel?
00:42:23: Ich
00:42:23: glaub wir hätten einfach nach drei Minuten überleben müssen, dann wären wir wieder ins Elfmeter schießen gekommen.
00:42:28: Das hätten wir gewonnen da bin ich überzeugt weil Deutschland auch so ein bisschen Elfmeterschießen liegt.
00:42:34: Zumindest bei uns in der Mannschaft hatte ich nie das Gefühl, dass es nicht liegt und wir haben Anna im Tor gehabt.
00:42:39: Deshalb habe ich gehofft, dass wir gegen Spanien jetzt Elfmeter schießen kommen.
00:42:43: Aber man muss natürlich sehen ... Spanier ist einfach eine Nation die von klein auf im ganzen Land irgendwie den gleichen Fußball spielt und mit dem gleichen Fußball aufwächst, bei den Frauen oder Männern.
00:42:55: Das ist einfach ne Identität, wo man glaube ich als deutsches Team Ich mein, wir bei Bayern spielen so.
00:43:02: Bei Wolfsburg haben die Idee Frankfurt hat die Idee.
00:43:04: ich glaube in Deutschland ist die Identität zwischen den Vereinen manchmal so unterschiedlich dass es einfach schwer ist das man da sagt okay wir haben genau die gleiche Identität um Da spielerisch genau das Gegenteil zu setzen.
00:43:17: Ich glaube, da muss man in solchen Spielen auch einfach akzeptieren, dass man den Ball nicht so viel hat und dass Deutschland dann die Chance hat durch andere Sachen das Spiel zu gewinnen.
00:43:25: Und wir haben einfach eine extreme Mentalität gehabt.
00:43:28: Wir haben gegen den Ball auch viel gemacht.
00:43:29: Wir kamen in dem Spiel auch zu sehr vielen Chancen einfach durch die ganzen Konter, die wir hatten.
00:43:34: Und ich glaube es ist gar nicht so schlimm wenn man auch mal gegen solche Gegner sagt okay, dann ist der Matchplan vielleicht nicht wirklich den gleichen Fußball wie Spanien zu spielen sondern ein bisschen Ja, eine andere Lösung da ging zu finden.
00:43:46: Weil ich glaube es ist einfach schwer den spanischen Fußball einfach eins zu eins zu kopieren.
00:43:51: und so sagen wir spielen jetzt mit Ball genauso viel... ... bis die Ballbesitzung?
00:43:55: Ja genau oder da den Ball besitzt irgendwie pari-pari zu halten.
00:43:57: das ist einfach extrem schwer weil wenn man gegen Spanien spielt das ist schwer das irgendwie zu erklären.
00:44:02: aber du versuchst immer im Zweikampf zu sein und du denkst du hast jetzt den Ball und dann spielen sie um dich herum also du kommst ja manchmal auch.
00:44:09: Also das ist auch mental einfach, dass du extrem müde bist.
00:44:11: Und diese Situation musst du vielleicht ein Stück weit verhindern und dich ein bisschen tiefer stellen, wo sie nicht ihr Spiel aufziehen können.
00:44:18: Das ist eine Lösung, die man gegen diese Mannschaften haben muss.
00:44:21: Deshalb finde ich es gar nicht so schwer zu akzeptieren, dass man in solchen Spielen gar nicht viel Ballbesitz hatte.
00:44:26: Man kann ja trotzdem ne ordentliche Leistung bringen und Defensiver stehen und dann auf Kontrospielen wie ihr's gemacht habt.
00:44:30: Es hat nicht gereicht leider aber Spanien, wie gesagt, hat wirklich stark gespielt.
00:44:35: Ja klar!
00:44:36: Jetzt bist du ... Immer noch auf einem extrem hohen Level deiner Karriere.
00:44:42: Ihr habt jetzt in der vergangenen Spielzeit, im Jahr zweieinzigzehnt, mit zwei Jahren wieder das Double geholt.
00:44:48: Ihr seid auch in der Champions League bis ins Halbfinale gekommen.
00:44:53: Im kommenden Jahr ist die Weltmasterschaft in Brasilien.
00:44:56: Wie wichtig ist es für dich dabei zu sein?
00:44:58: Was hast du dir vorgenommen?
00:45:00: Weil ich habe zwar schon gesagt, dass Brasilien und die deutsche Nationalelf der Geschichte gibt.
00:45:05: Erzähl mal so ein bisschen, wenn du da auf das kommende Jahr blickst was deine Ziele sind.
00:45:10: Ich glaube so richtig weitblicken tue ich generell im Fußball nicht so gerne weil ich auch Erfahrungen gemacht habe dass man sich extrem auf einen Turnier freut und es kann immer eine Verletzung, es kann eine Nichtnominierung Es kann weiße nicht ne schlechte Leistung davor im Verein gewesen sein Dass man keine Ahnung nachher nicht nominiert wird.
00:45:33: Das darf gar nicht so sehr der Fokus sein, sondern man muss sagen, okay, man konzentriert sich jetzt dieses Jahr wieder voll auf den Verein.
00:45:40: Und das ist die Basis, die ich brauche, um halt zur WM zu kommen.
00:45:44: und ich meine ... Ich hab mit Joseb Bacala ja mit einem spanischen Trainer jemanden, wo ich einfach extrem viel Gutes sein kann oder mich extrem wohlfühlen in seinem Spielstil, in seiner Art wie er als Mensch ist.
00:45:57: Und ich glaube, dass mir das einfach sehr gut tut, dass er bei uns im Verein ist Und deshalb mache ich mir da gar nicht so viel Sorgen, weil ich letztes Jahr gemerkt habe wie viel Spaß mehr Fußball unter ihm gemacht hab und er einfach so ein besonderer Trainer ist.
00:46:13: Das habe ich eigentlich vorher nicht erlebt mit seiner Art und Weise, wie er mit manchen Sachen umgegangen ist.
00:46:19: Deshalb freue ich mich auf die neue Saison bei Bayern.
00:46:23: Ich sage wenn da die Leistung... gut ist oder ich mich darauf konzentriere, dann wird das andere sich ergeben.
00:46:30: Und ich glaube da muss man jetzt gar nicht so weit und in einem Jahr und dies und das bin ich gar nicht der Fan von weil ja im Fußball wie gesagt kann alles so schnell in die eine oder andere Richtung geht dass man sich erstmal gefühlt auf die nächste Woche erst mal konzentrieren sollte.
00:46:44: Oder du musst zu dem Spielstil dann auch passen würdest du sagen dass du jetzt deine Kreativität gut ausspielen kannst.
00:46:53: Du bist ja eine sehr kreative Spielerin, dafür bist du ja bekannt.
00:46:56: Bist du jetzt bei Bayern so, dass du das Gefühl hast, hier kann ich wirklich meine Stärk, meine Kreativität voll auch entfalten?
00:47:04: Ja, ich spiele natürlich eine Position wo ich sage, es ist nicht ein hundert Prozent des Profils was ich ... Eigentlich habe ich Spiel im rechten Mittelfeld.
00:47:12: Ich bin eigentlich eine zentrale Spielerin, aber ich hab einfach extrem viel Freiheit auf der rechten Seite und kann in die Mitte ziehen.
00:47:20: Wenn ich mir danach auf die komplett andere Seite ziehe, ist es so ein dynamisches Offensivspiel, dass wir keine festen Position haben.
00:47:28: Nur in der Defensive muss ich recht sein.
00:47:30: Ansonsten habe ich meine Freiheit und spüre einfach, einfach so sein kann, wie ich bin.
00:47:36: Und er mir da extrem das Vertrauen gibt.
00:47:39: und es kommt natürlich auch viel über Spielzeit.
00:47:41: Das ist einfach so, je mehr Spielzeit man hat, desto mehr fällt einem vielleicht die Kreativität überhaupt.
00:47:49: leicht auf den Platz zu bringen, weil ich glaube das kann man nicht erzwingen auch wenn man kreativer Spieler ist.
00:47:53: Wenn es nicht läuft dann kriegt man die auch nicht auf dem Platz.
00:47:55: Es hat ganz viel mit Spaß Vertrauen Leichtigkeit so zu tun.
00:47:59: Das ist ein Mix wo überhaupt die Kreativität zur Geltung kommt und ich glaube gerade dieser Spaß den ich unter ihm habe macht die Sache gerade leicht.
00:48:07: Und dann ist es mir auch egal, ob ich rechts oder in der Mitte spiel, weil es eigentlich nicht viel an der Sache ändert, dass er uns vorne machen lässt und einfach vertraut.
00:48:16: Er weiß, wenn ich nach links gehe wird die Spielerin das erkennen und woanders hinschieben so.
00:48:20: Das ist einfach das Coole und ein bisschen das Unberechenbare an unserem Spiel grad
00:48:23: so.".
00:48:24: Was macht Ihnen denn so besonders als Trainer für dich?
00:48:27: Ich meine, ich hab viele Trainer kennengelernt.
00:48:30: Also eigentlich lernt man die Trainer ja, finde ich ... immer so ein bisschen erst richtig kennen, wenn es so richtig unter Druck gerät.
00:48:36: Wenn's vielleicht auch mal in schlechten Phasen ... Also wenns wirklich hart auf hart kommt, find ich, lernt man die Trainer erst so richtig kennen weil am Anfang sind alle supernett und in der Vorbereitung kommen wir mit allen.
00:48:46: gut klar aber ich finde grad so in diesen Extreensituationen kriegt man immer das richtige Gesicht vom Trainer.
00:48:53: Und ich hatte eine Situation, das war jetzt gar nicht so lange her vor dem Champions League Halbfinale Das war glaube ich zehn Tage davor oder so Hat sich meine Nase gebrochen Und es war halt die Frage, ob ich's operieren lasse oder nicht.
00:49:05: Ich wär zehn Tage ausgefallen und auf jeden Fall für das Champions League-Halbfinale raus gewesen.
00:49:10: Wir hatten eh schon relativ wenig Spieler.
00:49:12: also es war wirklich schon so... Eigentlich ging es nicht, dass sich ausfalle.
00:49:16: Dann hab' ich mit Rosset drüber geredet, habe ihm gesagt, gut meine Nase ist gebrochen!
00:49:21: Entweder Maris jetzt oder so.
00:49:22: und ich hab halt sofort gedacht er wird sagen Linda wir brauchen dich.
00:49:25: Ist ganz wichtig weil jeder Trainer würde sofort sozusagen hundertprozentig Ja, dann lässt er die operieren und ich gucke ihn an.
00:49:34: Ich habe so gesagt, hä?
00:49:35: Und da hat der gesagt du spielst so viel Zeit in deinem Leben Fußball und deine Nase, die wir es noch so lange brauchen.
00:49:41: von daher dann operierst sie halt und er hat's einfach in so eine Art und Weise wo ich als Spielerin gedacht hab hä also das kennt man einfach nicht weil ihm ist es wirklich wichtiger gewesen dass ich meine Nase mache als dass ich das halbfinale mitspiele und das beschreibt ihn einfach so gut weil er den Fußball einfach so trennen kann von dem menschlichen oder was so neben dem Platz passiert.
00:50:03: und das habe ich wirklich in so einer Situation erlebt, wo wir vor einem Halbfinale standen.
00:50:06: Wir haben jetzt nicht in der Liga irgendwo mittendrin gespielt und er konnte jemand anders nehmen.
00:50:10: Unser Kader war bis aufs Letzte eigentlich, alle waren verletzt und es war eine Not-Situation eigentlich und er hat gesagt ja klar dann lass dich operieren und das hat mir als Spielerin gezeigt er ist wirklich anders auch an die Person oder an die Spielerin und gar nicht so sehr an sich.
00:50:27: Und an den Erfolg, sondern wirklich sagt Linda Mars und das hat mir einfach gezeigt Boah der ist wirklich anders als eigentlich alle oder viele andere, die ich in der Zeit kennengelernt habe.
00:50:38: Er stellt die Person in dem Mittelpunkt und dadurch wächst sie auf Vertrauen?
00:50:44: Ich weiß noch, wir haben sieben Eins erste Halbfinale gegen Barcelona verloren.
00:50:49: Das war ja unser erstes Champions-League-Spiel mit ihm oder erstes der Zweites und wir haben uns so viel vorgenommen, wir kriegen sieben eins.
00:50:55: es war wirklich schon unangenehm Und dann hatten wir auch eine Besprechung und da wären wir eigentlich immer zusammengefallen wenn sowas passiert.
00:51:04: also man stellt sich ja schon auf das schlimmste ein und er hat gesagt Mädels, wenn wir das Spiel noch mal spielen würden ... Ich würde genau mit dem gleichen Matchplan rangehen.
00:51:13: Ich würde alles gleich machen, weil ich glaube daran, dass es eigentlich funktionieren würde oder das eigentlich klappen würde.
00:51:20: Heute weiß nicht warum und er wird sich das angucken, das analysieren.
00:51:25: Er wird alles dafür tun, dass nichts mehr besser ist aber an sich würde es genauso wiedermachen wollen, weil er so sehr an uns glaubt.
00:51:38: Es war ganz anders als Spielerin, wie man es wahrgenommen hat.
00:51:42: Sonst wärst du zusammengefalten wirklich und das ist einfach eine Stimmung, die man eigentlich als Spieler kennt wenn man in so einer Kabine sitzt und man hat sieben Eins verloren.
00:51:50: Das ist extrem voll.
00:51:51: Man spielt auch bei Bayern München wo man die Ansprüche hat niemals sieben eins zu verlieren.
00:51:56: Wir haben uns aufs Schlimmste eingestellt und das sind diese Situationen wo ich meine, wo man den Trainer kennenlernt.
00:52:01: Wie er das gesagt hat, wie er das auch meinte ... Vor allem im Herzen hat er das so gesagt und es waren einfach zwei Beispiele, wo man wirklich gesehen hat.
00:52:09: Er ist irgendwie anders.
00:52:10: Also er hat irgendwas an sich, was vielleicht gar nicht viel mit Fußball zu tun hat, sondern vor allen Dingen etwas Menschliches, was selten ein Fußballer-Profi-Sport noch da
00:52:21: ist.".
00:52:21: Und dass gibt Stabilität und Vertrauen?
00:52:24: Das sind wahrscheinlich auch zwei Eigenschaften, die dir wichtig sind oder?
00:52:29: Ich bin gar nicht mit ihm jemand, der viel glaub ich mit ihm redet oder ich tausche mich gar nicht viel mit ihm aus.
00:52:35: Sondern es reicht mir so seine Art und Weise als Trainer oder uns im Team in Kontakt zu sein die mehr reicht sozusagen um genau zu wissen was er für ein Mensch ist Und ich glaube da braucht man gar nicht viele Worte sondern das ist einfach so.
00:52:52: Ich weiß nicht einfach seine Art und seine Ruhe, seine Gelassenheit.
00:52:55: Vielleicht auch dieses Spanische was er in sich hat.
00:52:59: Was manchmal so diesem Deutschen immer hektisch, immer Druck, immer Erfolg, immer diese Ansprüche die man in Deutschland hat, immer dieses müssen, das hat er halt gar nicht!
00:53:11: Und es tut uns als Mannschaft gerade extrem.
00:53:13: Gut, weil man es einfach im Profi-Sport kaum noch erlebt.
00:53:16: Und ihr seid ja sowieso intrinsisch motiviert und wollt auch abliefern?
00:53:20: Also ihr wollt als Team oder als einzelne Spielerin etwas leisten und gewinnen?
00:53:26: Dann ist das sicherlich gut.
00:53:27: wenn man jemand hat der sagt okay jetzt schauen wir uns alles mal in Ruhe an.
00:53:31: ich gebe euch aber die Stabilität und ihr könnt mir vertrauen dass es halt anders werden kann besser werden kann.
00:53:37: Ich habe ein Masterplan dahinter und ich halte so diese Art der Führung auch für sehr zeitgemäß
00:53:43: Ja, aber im Profisport ist es wirklich schwer in extremen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
00:53:49: Vor allem der Mannschaft gegenüber.
00:53:50: und das gibt uns als Team weil wir sind wie gesagt mega motivierte Wissen auch als erstes wenn wir eine schlechte erste Halbzeit gespielt haben.
00:53:58: Das können wir alle sofort ehrlich reflektieren.
00:54:00: Aber dann bringt manch mal nichts noch zwei draufzulegen Sondern genau vielleicht auch den Gegenpol zu spielen und sagen Ich bleib ruhig ich gebe Lösungen Und ich geb den Mädels trotzdem gutes Gefühl für die zweite halbzeit.
00:54:12: Wie gesagt, das ist einfach was, was man selten so in der Art und Weise wie er das macht findet.
00:54:18: Das schon schön!
00:54:20: Du bist ja bei Bayern die Dienstältestesspielerin richtig seit sieben Jahren?
00:54:25: Ja ich glaube auf jeden Fall die meisten Spiele gemacht.
00:54:27: Ich glaube es gibt schon welche, die länger da sind aber die vielleicht durch Verletzungen ein bisschen ausgefallen sind.
00:54:31: Ich glaub zumindest die meisten Spieler.
00:54:34: Um welche Rolle hast du im Team?
00:54:37: Mit deiner Erfahrung bist du diejenige, die dann auf die Jüngeren auch so ein bisschen schaut.
00:54:42: Und bist Du die zu der man kommen kann wenn man Rat braucht?
00:54:46: Du kommst ja aus dem Umfeld mit der Großfamilie.
00:54:48: Du hast ja gesagt wie wichtig dir dieses Familiere ist, der Zusammenhalt
00:54:54: etc.,
00:54:55: kannst du da deinen Wertesystem welches du auch von zu Hause kennst gut ausleben und zeigen gerade bei Bayern?
00:55:00: Ja voll.
00:55:01: also ich ... für mich vor allem verantwortlich für die Jungen, aber jetzt gar nicht so sehr auf dem Platz.
00:55:06: Sondern eher neben dem Platz, dass ich auch einfach viel privat mit den jungen Spielern Zeit verbringe.
00:55:12: Aber jetzt gar nichts, weil ich denke, ich fühle mich dafür verantwortlicher, sondern weil es sich einfach so ergibt und das irgendwie so passt.
00:55:18: Und ... Mit den Spielerinnen, die vielleicht nicht so die lautesten sind oder die so ein bisschen schwieriger haben?
00:55:28: im Team anzukommen, weil sie vielleicht nicht so die Lautsprecher sind.
00:55:30: Natürlich wird bei uns auch viel Englisch geredet eigentlich nur, weil wir haben alle Nationen unser Trainer aus Spanien ja.
00:55:35: Wir reden kaum Deutsch und dann gibt es natürlich Leute, die sich da vielleicht nicht in den Vordergrund reden.
00:55:41: Und ich glaube gerade zu den Personen habe ich ein sehr gutes Verhältnis.
00:55:46: Ich glaub das sind so die Leute, Wer braucht einfach ein bisschen auch privat?
00:56:01: Ich finde gerade, das ist das Wichtige.
00:56:03: Dass wir nicht nur jemand sagen, wer muss auf dem Platz unterstützt werden sondern ich weiß nicht die meisten sind eh alle von der Familie weg man lebt hier in München.
00:56:11: es ist auch einfach nicht so leicht weil natürlich die Männer die nehmen nicht ihre Familien ihre Kinder mit.
00:56:15: Das ist halt einfach bei uns nicht so.
00:56:17: Die meisten sitzen alleine in ihrer Wohnung.
00:56:19: Es ist einfach ein anderes Ein anderer Alltag sage ich mal jetzt einfach als bei den Männern und deshalb müssen wir da auch ein Stück weit Privat ein bisschen füreinander da sein.
00:56:28: Und das sehe ich auch so als meine Verantwortung, weil ich lange im Verein bin und die Abläufe kenne.
00:56:34: Ich immer mit meiner Art versuche eine Nähe zu den Mitspielerinnen zu schaffen.
00:56:38: Das ist auch meine Verantwortung.
00:56:39: Weil ich bin nicht der Lautsprecher auf dem Platz.
00:56:41: Ich bin dann nicht so die, die jetzt die Mannschaft lautstark mitzieht, sondern ich versuch es eher neben dem Platz zu
00:56:48: schaffen.".
00:56:49: Gehen einige deiner Mitspielerin an ihren freien Tagen ins Gym?
00:56:53: Ja!
00:56:53: Sie haben sich schon mehr angemeldet.
00:56:55: Ich hab jetzt auch vor Kurzem mit Anna Mamutovic aus so eine Challenge gemacht, neunzig Tage und die bedankt sich jeden Tag bei mir wie toll das war.
00:57:04: Und ich hätte sie zum neuen Menschen gemacht.
00:57:06: Die hat wirklich neunzig Tage zwanzigtausend Schritte gemacht, die hätten nur gesund gegessen.
00:57:09: Nicht einmal!
00:57:10: Die war sogar einmal krank, die hatte vierzig Grad Fieber.
00:57:12: Aber Selina, ich habe trotzdem meine zwanzichtausend Schritten gemacht.
00:57:15: So erinnert es mich nicht, dass ... aber sie hat so ernst genommen, dass ich sie gar nicht davon abhalten konnte.
00:57:19: Es war verrückt.
00:57:21: Und das macht schon Spaß, den jungen Spielerinnen da auch so ein bisschen was mitzugeben.
00:57:24: Dann hat sich Lara im Gym angemeldet.
00:57:26: also es waren so viele Spielerinnen die dann auch irgendwie etwas mitgenommen haben und das ist was mir einfach total viel Spaß machen.
00:57:32: So gar nicht so sehr okay.
00:57:34: ich zeige euch jetzt wie man aus Tosches war.
00:57:35: ich glaube gar nicht besser kann.
00:57:36: aber so gerade das neben dem Platz was ich gelernt habe und was man sich neben dem platz auch an Routinen und so aufbauen kann vor allem für Zeiten wo es vielleicht im Fußball nicht so gut läuft.
00:57:45: Ich glaub dass es für junge Spielerin auch ganz wichtig zu lernen
00:57:48: Das ist ein recht starken Fokus auf Ernährung.
00:57:52: Und wirst du dann auch manchmal gefragt, wie du damit umgehst?
00:57:54: Oder ist das alles geregelt durch den Verein?
00:57:56: Wie ist es bei euch?
00:57:58: Also wir kriegen Mittagessen am Campus.
00:58:01: Frühstück und Abendessen machen wir eigentlich für uns ... sag ich mal selbst.
00:58:06: Da ist es schon so, dass mal der eine oder andere fragt, ist das gut?
00:58:10: Würdest du lieber das oder das machen?
00:58:12: Die kommen schon so auf mich zu den Köchen am Campus, die mich auch zum Teil fragen.
00:58:18: Linda können wir uns mal zusammensetzen und besprechen was ihr essen wollt am Mittag.
00:58:22: Das finde ich schon irgendwie ganz cool.
00:58:24: Ich meine hier ist keine Ernährungsausbildung aber wenn man sich über Jahre damit beschäftigt dann lernt man Sachen einfach von alleine.
00:58:32: Und Ernährung wollte ich auch eigentlich studieren, aber es ist halt einfach schwer.
00:58:35: Weil man viel Anwesenheit auch nebenher hat und das ist einfach mit dem Fußball nicht richtig machbar.
00:58:40: Aber sind einfach Sachen wo ich mich dann einfach freue oder ich dann stelle drauf bin wenn ich da ein bisschen mit integriert werde
00:58:46: Ja, ich finde das auch.
00:58:48: Also wir sprechen auch in unserem Unternehmen gerne über Ernährung und ich habe mich da auch sehr eingelesen und auch viel ausprobiert.
00:58:55: und es ist schön wenn man auch so dass zum generalistischen Thema machen kann Sport, gesunde Ernährungen, Active Lifestyles gehört ja alles mit zusammen und merkt halt auch ganz einfach wie der Körper sich verändert und wie gut einem das tut sich dann da auch weiter zu entwickeln.
00:59:09: Linda!
00:59:10: Herzlichen Dank für dieses tolle Gespräch.
00:59:15: Wir können gerne auch noch ein bisschen weiter sprechen, ich hätte eine Idee, wir sprechen über die Weltmasserschaft im nächsten Jahr in Brasilien ... Aber da hast du gesagt, du gehst nicht so intensiv rein!
00:59:26: Aber wir freuen uns drauf im kommenden Jahr.
00:59:29: Sicherlich wird es ein ganz spannendes Turnier für die deutsche Nationalelf und ich wünsche dir sowohl bei Bayern München als auch für Dein Leben als Sportlerin, als Vorbild für das Team.
00:59:43: Für viele Menschen die du erreichst alles Gute.
00:59:46: Danke!
00:59:47: Da kam mir vor wie zehn Minuten?
00:59:49: Das war eine Stunde bestimmt.
00:59:50: Echt?!
00:59:51: Eine Stunde ja... Aber das ist schön dass du sagst wir hätten auch noch weiter reden können.
00:59:56: Ja es kann man so schwer einschätzen wenn man selber hier sitzt.
01:00:03: Das war der Beat Yesterday Podcast mit Linda Daimann.
01:00:08: In der nächsten Folge ist der deutsche Formel-Einsfahrer Nico Höckenberg zu Gast.
01:00:13: Ich freue mich, wenn ihr wieder rein hört.
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